Doppelleben aufgedeckt: Niederländische Notenbank entlässt Mitarbeiterin
Ein ungewöhnlicher Fall von „Nebentätigkeit“ sorgt für Aufsehen im niederländischen Finanzsektor. Die niederländische Zentralbank (De Nederlandsche Bank – DNB) hat sich von einer langjährigen Mitarbeiterin getrennt, nachdem deren geheimes Privatleben als professionelle Domina bekannt wurde.
Die Fakten zum Fall
- Die Position: Die Frau war acht Jahre lang bei der DNB tätig, zuletzt in einer verantwortungsvollen Rolle innerhalb der Direktion Aufsicht, die Finanzinstitute kontrolliert.
- Das Doppelleben: Unter dem Pseudonym „Conchita“ war sie als Sadomaso-Prostituierte tätig. In einschlägigen Kreisen warb sie mit Slogans wie „je perverser, desto besser“ und verlangte Stundenlöhne von rund 450 Euro.
- Die Entdeckung: Ihr Nebenerwerb flog auf, als Details über ihre Aktivitäten und Auftritte in der Szene bekannt wurden.
Warum die Kündigung?
Obwohl Prostitution in den Niederlanden ein legaler Beruf ist, war nicht die Art der Tätigkeit allein der Kündigungsgrund, sondern vielmehr der Verstoß gegen interne Richtlinien:
- Mangelnde Integrität: Die Bank sieht durch die Tätigkeit die Integrität der Institution gefährdet.
- Meldepflicht verletzt: Die Mitarbeiterin hatte ihre Nebentätigkeit nicht angemeldet, was bei einer Behörde dieser Tragweite verpflichtend ist.
- Reputationsrisiko: Die DNB argumentierte, dass eine solche Tätigkeit das Vertrauen in die Finanzaufsicht untergraben könne.
„Es ging um eine Integritätsfrage“, so die knappe Begründung der Bank zur Entlassung.
Dieser Fall zeigt deutlich, dass auch in liberalen Arbeitsmärkten die Grenze zwischen privater Freiheit und beruflicher Loyalität (insbesondere bei staatlichen Aufsichtsbehörden) streng gezogen wird.
Quelle: Focus