Rückschau: SundMehr am 26.01.2018 – Themensammlung

8 Teilnehmer, darunter ein interessierter Erstbesucher, trafen sich am 26.01.2018 im Gesprächskreis SundMehr um Themen zu sammeln, die sie gerne im laufenden Jahr besprechen würden.
Die Einstiegsrunde wurde mit der Frage verknüpft, welche Themen im vergangenen Jahr für den Einzelnen besonders hervorstechend waren und welche neuen Themen gewünscht wurden. Nicht jeder hatte ein besonderes Highlight aus dem letzten Jahr zu nennen. Eine Anwesende fand eigentlich fast jedes Thema auf irgend eine Weise interessant, eine andere fragte sich, ob sich eine gewisse Konsum-Haltung breit mache. Ein Anwesender erwähnte dann den Abend zum Thema der „Maskulinisierung“ als interessant, sowie die Tatsache, dass beim Thema „Ist Reden Silber?“ die Aussagen zur Notwendigkeit von Kommunikation sich gravierend von denen beim Thema „Gewalt“ unterschieden. Als besonders hervorstechend wurde dann der Abend zum Thema Schmerz, bei dem als Gast ein Fachbuchautor, Ethnologe und Psychiater anwesend war. Mit Spannung erwartet wird der im März bereits festgelegte Abend zum Thema „Gewalt“, bei dem eine Sexualwissenschaftlerin eingeladen ist, die sich im Bereich der Beratungsarbeit mit der Thematik auseinandersetzen muss und somit zwar nicht aus der BDSM-Szene stammt, jedoch durchaus „vom Fach“ ist.
Teils versteckt, teils ausdrücklich benannt kamen im dann folgenden Gespräch einige Themen ans Licht, die schon bei der Überlegung ein Interesse weckten, das dazu führte, dass zum Teil schon andiskutiert wurde, was an den betreffenden Abenden dann thematisiert werden soll.

Gesammelt wurden Themen wie:

  • Dominanz (im Verständnis der Akteure)
  • Nähe und Distanz als getrennt diskutierte Themen, bezogen auf Spiel und Beziehung
  • Kick, Gefahr oder Möglichkeit bei spontanen, unverbindlichem SM-Spielen außerhalb des professionellen Bereiches.
  • Musik bei einer Session – zur Untermalung oder zur Qual (Atemlos bei Atemkontrolle), SMige Musik, oder Klischees über SM in der Musik
  • Kommunikation, mal methodisch eingesetzt
  • Weltanschauung: Unterstützung oder Hindernis von eigenen Neigungen? (auch unter dem Aspekt, welche Methoden oder Rituale eingesetzt werden können, ob religiös oder profan)
  • Bastelabend, Zweckentfremdung von Alltagsgegenständen

 

Quelle: SWL

BVSM wird Verein der Vereine auf dem Weg zum Dachverband

BVSM wird Verein der Vereine auf dem Weg zum Dachverband

Am Wochenende hat die Mitgliederversammlung der Bundesvereinigung Sadomasochismus e.V. (BVSM) wichtige Schritte beschlossen, um von einem bundesweiten Zusammenschluss einzelner Personen zu einem Dachverband der Vereine, Gruppen, Initiativen und allem anderen im Bereich BDSM zu werden. Zum Abschluss ihres zweitägigen Treffens in Frankfurt/Main beschloss sie eine in wesentlichen Punkten veränderte Satzung.

Fast 15 Jahre nach seiner Gründung hat die BVSM viele Erwartungen nicht erfüllt, sondern ist ein Gremium ohne eigene Basis und ohne große Wirkung. Das soll sich grundlegend ändern. In Deutschland gibt es bereits eine breite Basis aus langjährigen Vereinen, Stammtischen, Initiativen, kreativen und innovativen Einzelpersonen und mehr: die Basis für einen Dachverband.

Daher hatte vor einem Jahr der damals neugewählte Vorstand den Auftrag erhalten eine entsprechende neue Satzung vorzulegen. Ein Entwurf lag den Mitgliedern seit August vor und wurde an den zwei Tagen in einer intensiven und kontroversen Diskussion weiterentwickelt und am Ende mit breitem Konsens einstimmig verabschiedet.

Eingetragene Vereine, bisher lediglich als sog. „korporative Mitglieder“ vorgesehen, sind nun ebenfalls wie Einzelpersonen stimmberechtigte Mitglieder entsprechend ihrer Größe. Der beschlossene Stimmschlüssel verhindert aber, dass besonders mitgliederstarke Vereine übermächtig werden.

Gruppen und Initiativen ohne juristische Form sind ebenfalls Mitglieder mit Rede- und Antragsrecht, allerdings aufgrund möglicher juristischer und organisatorischer Probleme ohne Stimmrecht. Die BVSM wird denen, die das wünschen, bei der Gründung eines e.V. zur Seite stehen. Ansonsten besteht weiterhin die Möglichkeit, dass Vertreter dieser Gruppen Personenmitglieder mit Stimmrecht werden.

Andere juristische Personen wie Händler, Verlage, Veranstalter, Studios können wie Einzelpersonen Mitglied werden.

Um den Anspruch und Auftrag zu verdeutlichen, strebt die BVSM eine Umbenennung in „Bundesverband Sadomasochismus“ an. Immerhin sind die ältesten und größten Vereine in Deutschland bereits Mitglied, die BVSM steht schon länger für BDSM in der Lobbyliste des Bundestags und es gibt keine andere Struktur mit Dachverbandscharakter.

Damit sind nun die Vereine und Gruppen, in denen alltäglich Arbeit geleistet wird, ihre wichtigsten Mitglieder und nicht nur bloßes Anhängsel. Damit sich daraus ein starker Dachverband entwickelt, der wirklich Lobbyarbeit für BDSM in Deutschland machen kann, müssen die BVSM und die genannten Gruppen aufeinander zugehen.

Der Vorstand der BVSM ruft alle dazu auf, mit ihr in Kontakt zu treten und wird auch von sich aus auf sie zugehen.

Die nächste MV, die bereits für den kommenden Frühsommer angedacht ist, wird zeigen, ob diese neue Struktur die Erwartungen und Hoffnungen erfüllt.

Die Neufassung der Satzung wird in wenigen Tagen auf www.bvsm.de veröffentlicht.

 

Quelle: SWL

Rückschau: SundMehr am 29.09.2017 – „Ist Reden Silber?“

Wohl wegen des bevorstehenden, langen Brückentagswochenendes trafen sich nur fünf Besucher des Gesprächskreises SundMehr am 29. September, um sich darüber auszutauschen, ob Reden Silber ist. Da sich auch ein neuer Interessent darunter fand, wurde dennoch auf eine kurze Vorstellungsrunde nicht verzichtet, die mit der Frage verbunden wurde, ob gern über erotische Bedürfnisse gesprochen wird.
Eine Anwesende befand gleich, dass sie eigentlich gern darüber spreche, es aber innerhalb ihrer Partnerschaft schwierig fände. Eine andere stellte fest, dass etwas schon nicht stimme, wenn viel über Erotik gesprochen werden müsse – denn dann sei offenbar ihr Partner bereits sehr weit weg von ihr.
Für Anwesende ohne feste Partnerschaft stellte sich die Frage: mit wem denn, wenn nicht mit Spielpartnern – mit oder ohne finanzielle Interessen. Tendenziell rede man aber oft zu wenig darüber, wodurch die Wünsche des anderen zu kurz zu kommen drohen. Aus dem Statement eines Teilnehmers ließ sich allerdings auch die Frage ableiten, ob man durch Kommunikation nicht auch Distanz aufbauen kann.
An diesem Abend waren es die anwesenden Männer, die angaben gern, teilweise auch viel über ihre Erotik sprechen zu wollen. Nicht verständlich war es ihnen, warum oft die Frauen diejenigen sind, die weniger darüber kommunizieren wollen. In der Tat besteht ja ein gängiges Gender-Klischee, dass Frauen mehr und besser über ihre Gefühle kommunizieren.
Bei käuflicher Liebe sei es sehr wichtig, möglichst genau zu definieren was man wolle, wurden eigene Erfahrungen geschildert. Doch innerhalb einer Partnerschaft, muss dies nicht in wissenschaftlicher Ausführlichkeit geschehen, befand eine der anwesenden Frauen. Zumal es während einer Session eher als störend empfunden wird.
Wenn allerdings ein Partner zwar aufgeschlossen und tolerant gegenüber SM ist, sich selbst aber nicht als Sadomasochist definieren würde, kann das Bedürfnis entstehen, die eigene Empfindungsweise erklären und nachvollziehbar machen zu wollen. Vielleicht spiegeln sich darin, je nach Rolle, welche die Selbstdefinition in der eigenen Biographie gespielt hat, noch Reste, sich rechtfertigen und erklären zu müssen – weil nicht vorausgesetzt werden kann, dass die Partnerin Neigungen und Bedürfnisse versteht, die einem selbst einmal fremd waren.
Im Bereich der nicht- oder weniger kommerziellen Szene und deren Partys hat Kommunikation natürlich auch die Funktion, überhaupt eine Beziehung zu finden. Was und wie kommuniziert wird, bestimmt hier die Frage, ob die Suche einer Spielpartnerschaft oder einer festen Lebensbeziehung gilt.
Erneut wurde betont: wenn alles innerhalb einer Beziehung diskutiert werden muss, sei die Erotik doch schon längst aus der Beziehung draußen.
Aber kann sie dadurch nicht auch erst rein kommen? Auch von Anwesenden, die ihre Neigungen eher im kommerziellen Bereich ausleben können, wurde die Erfahrung gemacht, dass je länger man zu einer Domina geht, desto weniger erklärt werden muss – einfach weil man sich mit der Zeit besser kennt. Sollte dies in persönlichen Beziehungen nicht auch so sein? Gleichzeitig wurde auch festgestellt, dass Beziehungen, bei denen zunächst Geld floss, dann besser wurden, wenn die gegenseitige Lust vermehrt in den Mittelpunkt trat und der finanzielle Aspekt dafür in den Hintergrund rückte.
Was allerdings laut Aussage aller Beteiligten nicht funktioniert, ist durch genaue Beschreibung der Wünsche und Sehnsüchte ein Drehbuch vorzugeben.
Doch wie können dann Träume wahr werden, ohne dass einer Gedankenlesen können muss? Nicht alle Träume müssten wahr werden, erteilte eine Anwesende der Grenzenlosigkeit von Wünschen und Sehnsüchten gleich einen Dämpfer. Nötig ist, Realismus, Dinge anzustreben, die man gut findet und das betrachten, was in der eigenen Hand liegt – ob der Zweideutigkeit der Worte, kam es hier zu latenter Heiterkeit. Denn im Kopfkino kann man sich ja alle Wünsche, bis hin zum Utopischen erfüllen; doch in der Realität ist man bei der Sexualität auf eine Partnerschaft angewiesen.
Schwierig ist es dabei, wenn das Äußern von Wünschen von vornherein Tabu ist – weil man sonst als „Wunschzettelsub“ bezeichnet wird.
Fakt bleibt, dass in einer authentischen Beziehung ein Partner nur auf die für ihn authentische Weise auf die Wünsche des anderen eingehen und den gewünschten Gefühlszustand auslösen oder erreichen, wenn dieser zuvor kommuniziert wurde. Wird das Ziel von Wünschen als eine Gefühlszustand beschrieben, dürfte es ja auch egal sein, auf welche Weise er erreicht wird. Nur: kommt man hier um die Kommunikation des Bedürfnisses, des Zustandes nicht herum.
Reden ist also nicht immer Silber, sondern kann auch Gold sein, denn erst im Idealfall kennt man sich so gut, dass man nicht viel sprechen muss. Doch um dorthin zu kommen, muss man erst darüber kommunizieren.
Hat man diese Situation erreicht, wird dann Schweigen Gold.

 

 

Quelle: SWL

4.-06.08.2017 BDSM-/kinky Community beim CSD 2017 in Hamburg – Parade und Straßenfest

Vom Freitag, den 04.08. bis Sonntag 06.08.2017 findet im Rahmen der Pride-Week das CSD-Strassenfest sowie am Samstag, den 05.08.17 die Parade statt – und die kinky/BDSM-Community (Schlagwerk e.V., SMJG, BVSM e.V.) ist wieder dabei.

Nachstehend der Einladungstext:

In weniger als 2 Wochen hast Du gemeinsam mit uns die Möglichkeit, für mehr Toleranz und Verständnis unserer schönen, perversen, queeren, kinky, tierischen, poly – eben anderen – Lebensstile zu werben …

… und zwar im Rahmen der hamburg pride Parade 2017!

Unser Motto dieses Jahr: „Wir wollen keine Alternative, wir wollen Respekt!“

Damit all das möglich werden kann und auch Wirkung zeigt, laden wir DICH ein, die Parade des hamburg pride / CSD zu begleiten und mitzugestalten. In einem farbenfrohen Umzug wollen wir die Vielfalt unserer Lebensweise darstellen. Egal ob schwarz, klinikweiß, glänzend, knallbunt oder eben so, wie Du dich gern sehen magst.

Nimm zusammen mit uns am ersten August-Samstag an der Parade zur hamburg pride / CSD teil [7].

Wann? 05.08.2017, 11 Uhr
Wo? Lange Reihe/Ecke Schmilinskystraße

Dort einfach nach Rikschen und Ponys suchen – den ganz genauen Aufstellungsort erfahren wir erst sehr kurzfristig.
Um 12 Uhr laufen, fahren, treten oder galoppieren wir los und erleben einen klasse CSD 2017!

Ihr wollt selbst Rikscha fahren? Es stehen während der Parade wieder 3 Rikschen für euch zur Verfügung. Oder seid ihr Pferd, Pony oder Sulky Lenker*in und sucht noch den passenden Gegenpart für die Parade? Meldet Euch einfach über unser Rikschen- und Sulky-Kontaktformular [8] – hier gilt: first come, first serve – also beeilt Euch 😉

Wichtige Hinweise:

– Schaut Euch den Wetterbericht an! (und denkt ggf.an Sonnencreme 😉

– Bequemes Schuhwerk hat schon die eine oder andere Blase an den Füßen
vermieden.

– Die Parade findet im öffentlichen Raum statt, Kinder schauen zu, ebenso wie Erwachsene bei denen wir um Sympathie und Verständnis werben wollen – das im Hinterkopf also bitte keine offen sichtbaren primären Geschlechtsteile (und nein, eine Keuschheitsschelle ist keine ausreichende Bekleidung. Ebenso wie ein offen sichtbarer Plug im Po).

– All das dürft Ihr (sehr gern sogar) unter Eurer Kleidung tragen.

Das Straßenfest im Bereich Jungfernstieg/Ballindamm ist zu folgenden Zeiten geöffnet:

Freitag, 4. August 2017 von 15:00 bis 24:00 Uhr
Samstag, 5. August 2017 von 11:00 bis 24:00 Uhr
Sonntag, 6. August 2017 von 11:00 bis 22:00 Uhr

Weitere Infos zur politischen Forderung, zur politischen Parade, zum Straßenfest bzw. zum Rahmenprogramm des CSD (Pride Week) findet man auf der unten angeführten Veranstaltungswebsite [5].

Für den Infostand werden noch helfende Hände [7] gesucht. Interessierte (egal, ob ganz unscheinbar beim Auf- und Abbau, Transport oder direkt als „Standfee“ oder „Feeerich“) können sich im nachfolgenden Link eine Schicht aussuchen oder per Mail [6] bzw Kontaktformular [4] mit uns in Verbindung treten.

Das kinky hamburg pride / CSD-Orga Team freut sich auf Dich – egal ob alter Hase oder frisch gebackener Kinky-Mensch (… oder Hund, Pony, Miezekatze), jeder kann unterstützen!

für weitere Infos:
[1] Schlagwerk e.V. Webseite -> http://www.schlagwerk.org
[2] SMJG e.V. Webseite -> http://www.smjg.org
[3] BVSM e.V. Webseite -> http://www.bvsm.de
[4] Webseite und Kontaktformular des CSD-Orga-Teams ->
https://fesselndes-hamburg.de/csd-hamburg
[5] hamburg pride – Veranstaltungswebsite ->
https://www.hamburg-pride.de/hamburg-pride-csd/<
[6] E-Mail an das Orga-Team –
csd@fesselndes-hamburg.de
[7] Du als Unterstützer für den Stand auf den Straßenfest ->
https://fesselndes-hamburg.de/Standschichten
[8] Rikschen- und Sulky-Kontaktformular –

https://fesselndes-hamburg.de/mit-rikscha
[9] Unsere Infoseite zur Parade/Aufstellung ->
https://fesselndes-hamburg.de/csd-hamburg/parade
[10] Unsere Infoseite zum Straßenfest ->
https://fesselndes-hamburg.de/csd-hamburg/infostand-auf-dem-strassenfest

 

Quelle: SWL

„Divine Deviants“ – internationaler Dokumentarfilm über Kink und BDSM geplant

Der in den USA lebende Fernsehredakteur und Regisseur Jörg Fockele plant
unter der Leitung des Aktivisten und Journalisten Race Bannon einen
international ausgerichteten Dokumentarfilm über Kink und BDSM namens
„Divine Deviants“ vorzubereiten bzw. zu realisieren.

Hierzu ersucht er um folgende Unterstützung:

  • Hilfe bei der Identifizierung von ein bis zwei Repräsentant/innen aus der deutschsprachigen Szene, die während der Recherche und Produktionsphase Feedback bezüglich der Themen geben, um sicherzustellen, dass über den US Tellerrand hinaus gesehen und das auch im Projekt reflektiert wird. Diese Person/en können gern anonym bleiben.
  • Hilfe bei der Identifizierung von einem / einer Repräsentanten / Repräsentantin aus der deutschsprachigen Szene, den oder die auch unter Umständen für ein paar Tage nach San Francisco reisen würden um beim „Round Table“ Dreh gefilmt zu werden. (Der „Round Table“ wird in der Projektbeschreibung näher erklärt.)
  • Hilfe bei der Identifizierung von einem / einer Repräsentanten / Repräsentantin aus der deutschsprachigen Szene, die sich gut als ProtagonistIn für eines der Filmkapitel eignen würden.
  • Unterstützung beim Fundraising sowohl während des großen Kick Off Events während der San Franciscoer Lederwoche im September 2016 als auch bei der Online Crowdfunding Kampagne, die am Tag des Events gestartet wird.

Nachstehend die Projektbeschreibung:

„Divine Deviance“ ist ein mehrteiliges Dokumentarfilm-Projekt von der und über die internationale Kink/BDSM/Fetisch Community. Ohne Sensationslust, wird die Film. bzw. Webserie die Vielfalt der Kink/BDSM/Fetisch Gemeinschaft in aller Welt respektvoll erkunden und Geschichten von Leuten erzählen, welche Familie und Sex für sich neu definieren.

– Wer will es genau wissen: Unser Publikum Obwohl „Divine Deviance“ in erster Linie von der, über die und für die Kink/BDSM/Fetisch Community produziert wird, so ist die Serie doch gleichermaßen für jeden und jede gedacht, der oder die an der Vielfältigkeit menschlicher Sexualität und der Schaffung von Familienstrukturen außerhalb von Blutsverwandtschaft interessiert ist. Unseres Wissens nach, ist dies das erste globale Dokumentarfilm Projekt, das tiefer in das Thema Kink/BDSM/Fetisch eintaucht und es nicht nur auf einer lokalen, sondern einer internationalen Ebene beleuchtet.

– Wie ist es organisiert: Projekt Struktur „Divine Deviance“ ist keine typische Dokumentation, sondern eine mehrteilige Serie. Jede Folge beginnt mit einer lebhaften Gruppendiskussion, die sich auf ein bestimmtes Thema aus dem Bereich Kink/BDSM/Fetisch konzentriert. Die Diskussionsrunde ist aus 9-10 wichtigen Persönlichkeiten aus aller Welt zusammengesetzt, die in ihrer Community bekannt sind. Sie tauschen sich über das Schwerpunktthema aus, gefolgt von einer tiefer gehenden Erkundung des selben Motivs in einem Kurzfilm, der sich auf einen Protagonisten oder eine Protagonistin aus der Szene konzentriert. Jedes dieser „Kapitel“ (Gruppeneinführung plus individuelle Geschichte) wird 20-30 Minuten lang sein. Episoden können separat angeschaut oder zu einer längeren Präsentation kombiniert werden. Der Vorteil dieser Herangehensweise ist dass „Divine Deviance“ nicht am Stück sondern etappenweise produziert werden kann.

Die Zuschauer suchen aus, welche Kapitel sie interessieren eine Auswahl wird dem Budget und dem persönlichen Geschmack entsprechend zusammegestellt. Eine Kompilation könnte sich auf Frauen konzentrieren, eine andere auf die internationalen Unterschiede von Kink/BDSM/Fetisch. Einzelne Kapitel können an Universitäten gezeigt werden und Kombinationen bei Filmfestivals, Konferenzen, etc.

Wir werden zunächst die Gruppendiskussion und drei Kapitel drehen und dann von dort aus das Projekt expandieren.

– Wer hat das Ruder in der Hand: Unser Berater/Innen Gremium Wir sind im Sommer 2016 dabei, ein internationals Beratungsgremium zusammenzustellen. Dabei achten wir darauf, dass unsere RepräsentantInnen die breite Vielfalt des Kink/BDSM/Fetisch Spektrums wiedergeben: Hetero-, homo-, und bisexuell, transgender und cisgender, Frauen und Männer aller Hautfarben und unterschiedlicher, internationaler Herkunft.

Diese diverse Gruppe wird dafür Sorge tragen, dass „Divine Deviance“ die wahre Vielfalt der Kink/BDSM/Fetisch Szene repräsentiert. Das Gremium berät das Filmteam bei den Inhalten und hilft bei der weltweiten Vernetzung im Vorfeld der Produktion. Ein Projekt dieser Größenordnung wird nur mit breiter Unterstützung von Kink/BDSM/Fetisch Organisationen, Online Portals, Vereinen, Gruppen und Community Leadern finanzierbar und erfolgreich sein.

– Was wir erkunden werden: Themenbereiche für die mehrteilige Serie Wie oben erwähnt wird „Divine Deviance“ eine ganze Reihe von Themen untersuchen, die im Zusammenhang von Kink/BDSM/Fetisch von Bedeutung sind. Wir werden mit einer kürzeren Liste beginnen und dann schrittweise von hier aus expandieren:

  • Was ist Kink/BDSM/Fetisch im Jahr 2016?
  • Geschichte von Kink/BDSM/Fetisch
  • Frauen und Kink/BDSM/Fetisch
  • Schwarz, Braun, Rot, Gelb, Weiss: Ethnie und Kink/BDSM/Fetisch
  • Kink/BDSM/Fetisch weltweit
  • Spiritualität und Kink/BDSM/Fetisch

– Show me the Money: Finanzierung und Crowdfunding Wir werden das Projekt in Zusammenarbeit mit Kink/BDSM/Fetisch Organisationen und Partnern aus aller Welt finanzieren und dabei Social Media und Crowdfunding Plattformen nutzen. Unsere von kink.com gesponsorte Kick-Off Party findet am 22.9. 2016 in der berühmten San Franciscoer Armory statt. Während des Events wird der Startschuss für unsere Crowdfunding Kampagne mit der Premiere unseres Projekttrailers gegeben und wir feiern dann mit live Demos, Gogo Girls und Boys, einer Auktion und Musik. Die Veranstaltung wird live über die app periscope im Internet übertragen und auf den Leinwänden im Partyraum wird live angezeigt, welche Spenden in welcher Höhe und von wem weltweit eingehen. Unser Ziel ist es mit der Spendenkampagne im September, genug Geld zu sammeln, dass wir die ersten drei Kapitel Anfang 2017 drehen können.

Sobald diese fertig geschnitten sind, können wir sie zum Fundraising für weitere Kapitel benutzen.

– Who is Who: Produzenten und Produktionsfirma
Produzent: Race Bannon
Race Bannon ist als Journalist, Workshopleiter, Redner und Aktivist in den Bereichen LGBT, Leder/Kink, Polyamory und HIV/AIDS Prävention seit 1973 aktiv. Er hat zwei Bücher geschrieben, seine Artikel sind weltweit veröffentlicht und er hat hunderte von Vorträgen gehalten. Race hat den ersten kink-freundlichen Psychotherapie-Vermittlungsservice gestartet und war als Leiter des DSM Projects massgeblich daran beteiligt, die Haltung von Psychotherapeuten gegenüber BDSM positiv zu verändern. Ausserdem gründete er einen alternativen Sexliteratur Verlag, war ein Internetradio Sex Talkshow Gastgeber, hat mehrere nationale Auszeichnungen erhalten, war in verschiedenen Dokumentarfilmen gefeaturet und schreibt regelmässig für den Bay Area Reporter. Sein Blog ist www.bannon.com.

Koproduzent & Regisseur Jörg Fockele
Jörg Fockele ist ein viel gepriesener Filmemacher, Produzent und Fernsehredakteur von US Serien wie „Queer Eye“, „Wife Swap“, „Savage U“ und „Small Town Security“. Außerdem hat Jörg Regie bei über 10 Kurzfilmen, 4 Dokumentarfilmen und zahlreichen Musikvideoclips und Brandingvideos geführt, darunter die preisgekrönte Kurzdoku „Ritual“, über das Sun Dance Hooking Ritual und die Interviewserie „Unsung Heroes – The Leather/Kink community’s fight against AIDS“.

Jörgs wichtigste Preise und Auszeichnungen sind Retrospektiven an den Goethe Instituten New York City, San Francisco,Chicago und Mexico City, 2 US Emmys und ein Spezialpreis der Berlinale.

Koproduzent Marc Smolowitz
Marc Smolowitz ist als Produzent und Regisseur mit über 25 Jahren Erfahrung in der Unterhaltungsindustrie mit diversen Preisen ausgezeichnet worden. Der Schwerpunkt seiner Karriere liegt im Bereich von sozial relevanten Filmen aller Genres. Die lange Liste seiner Credits beinhaltet Spiel- und Dokumentarfilme, die in den Top Festivals der Welt liefen – Sundance, Berlinale, AFI Docs, IDFA, Tokyo, Melbourne, etc. Ausgewählte Titel sind „The Nine“ (Produzent 2016), „The Watermelon Woman“ (Produzent der Restaurierung 2016), „Desert Migration“ (Produzent 2015), „Keep the Promise: The Global Fight Against AIDS,“ narrated by Margaret Cho (Co- Regisseur/Co-Produzent 2012) und der Oscar nominierte „The Weather Underground“ (Produzent 2003).

Produktionsfirma /Fiskaler Sponsor: The HIV Story Project
The HIV Story Project (HSP) ist ein in San Francisco von Jörg Fockele und Marc Smolowitz gegründeter Verein und eine Film Produktionsfirma, die sich auf Medien zum Thema HIV/AIDS spezialisiert hat, mit dem Ziel, das mit der Krankheit verbundene Stigma zu bekämpfen. „Divine Deviance“ wird von HSP produziert, obwohl sich die Serie nur peripher mit AIDS beschäftigen wird. Die Idee zu einem internationalen Kink/BDSM/Fetisch Film wurde im Jahr 2015 geboren, als HSP mit der San Franciscoer Leder/Kinkszene an einem Interviewprojekt zusammenarbeitete und es klar wurde, dass hier eine wesentlich umfangreichere Geschichte schlummerte. „Divine Deviance“wird ein Kapitel über AIDS beinhalten, aber sich nicht auf das Thema beschränken.

– Mehr Information
„Divine Deviance“ wird in Kürze eine Webseite zur Verfügung haben, die als zentrale Informationsquelle fungieren wird. Die Seite wird außerdem der Ort sein, wo fertig produzierte Kapitel angeschaut und herunter geladen werden können. In der Zwischenzeit können Informationen und Updates zum Projekt auf Facebook unter www.facebook.com/DivineDeviance abfragt werden.

Interessierte Personen mögen sich direkt mit Jörg Fockele (E-Mail: DivineDevianceDoc@gmail.com) in Verbindung setzen.

 

Quelle: SWL

Hamburg: 31.07.08.2015 – 01.08.2015 BDSM-Community auf dem CSD

Vom Freitag, den 31.7. bis Sonntag 2. 8. 2015 findet im Rahmen der Pride-Week das CSD-Strassenfest (Parade am 1.8.) statt – und die BDSM-Community (Schlagwerk e.V., SMJG, BVSM e.V.) ist dabei.

In Anlehnung an das CSD-Motto „Akzeptanz ist schulreif“ lautet das Motto der BDSM-Community „Mit bunter Bildung sieht man mehr als Grautöne!“ [1].

Das Straßenfest findet vom Freitag, 31.7.15 bis Sonntag, 2.8.15 zu folgenden Zeiten am Jungfernstieg und Ballindamm statt:

Freitag von 15:00 bis 24:00 Uhr
Samstag von 11:00 bis 24:00 Uhr
Sonntag von 11:00 bis 22:00 Uhr

Auch in diesem Jahr ist die BDSM-Community (hetero-homo-bi-und sonst wie sexuelle SMler) mit einem Informationsstand auf dem Straßenfest vertreten. Dort werden Interessenten u.a. über BDSM, Fetischismus, PetPlay, Kinky Themen allgemein und speziell in Hamburg informiert.

Die Parade startet am Samstag, den 1.8.2015 um 12:00 Uhr von der Langen Reihe und endet beim Straßenfest am Jungfernstieg. Den genauen Verlauf findet man auf der Veranstaltungswebsite. Die Aufstellung findet ab 11.00 Uhr im Bereich Langen Reihe / Ecke Schmilinskystraße statt. Der genaue Aufstellungsort sowie die Startnummer wird leider erst kurzfristig bekanntgegeben. In einem farbenfrohen Umzug möchten die Initiatoren alle Farben unserer Lebensweise darstellen. Egal ob schwarz, klinikweiß, glänzend oder eben so, wie du dich gern sehen magst.

Die BDSM-Community wird wieder mit einer großen Fußgruppe unterstützt von Rikschen und Ponys vertreten sein. Wer selbst eine Rikscha fahren möchte oder als Pferd, Pony bzw. Sulky-Lenker/in für die Parade den passenden Gegenpart sucht ist herzlichst eingeladen das entsprechende Kontaktformular [2] zu nutzen.

Hinweise für die Parade:

  • Die Parade findet im öffentlichen Raum statt, Kinder schauen zu, ebenso wie Erwachsene bei denen wir um Sympathie und Verständnis werben wollen – das im Hinterkopf also bitte keine offen sichtbaren primären Geschlechtsteile (und nein, eine Keuschheitsschelle ist keine ausreichende Bekleidung. Ebenso wie ein offen sichtbarer Plug im Po).
  • All das dürft Ihr (sehr gern sogar) unter Eurer Kleidung tragen.
  • Schaut Euch den Wetterbericht an! (und denkt ggf.an Sonnencreme 😉
  • Bequemes Schuhwerk hat schon die eine oder andere Blase an den Füßen vermieden.

Für den Infostand werden noch helfende Hände gesucht. Interessierte Personen (egal ob ganz unscheinbar beim Auf- und Abbau, Transport oder direkt als „Standfee“oder „Feeerich) können sich gern ins Doodle [3] eintragen,per Mail [6] oder Kontaktformular [5]melden – am 26.7.2015 besteht zudem die Möglichkeit im Rahmen eines Einführungstreffens alles Wichtige für die Unterstützung am Infostand erfahren.

Im Rahmen der Pride Week findet am Donnerstag, den 30.7.15 mit Beginn um
20:00 Uhr im Toms Saloon, Pulverteich 17, 20099 Hamburg, ein Fetisch-Workshop“ (men only) statt [4].

Weitere Infos zur politischen Forderung, zur politischen Parade, zum Straßenfest bzw. zum Rahmenprogramm des CSD (Pride Week)findet man auf der angeführten Veranstaltungswebsite [7].

für weitere Infos:
[1] http://www.schlagwerk.org/CSD-BDSM-Infostand-Fussgruppe-Parade/Motto/ [2]
http://csdorga.fesselndes-hamburg.de/csd-hamburg/parade/sulkys-und-rikschen/
[3] http://doodle.com/5buz7pymx3pnz2zd [4]
http://www.hamburg-pride.de/hamburg-pride-csd/pride-week/361-fetisch-workshop/.
[5[ Kontaktformular des CSD-Orga-Teams:
http://csdorga.fesselndes-hamburg.de/contact/
[6] Mail an das CSD-Orga-Team: csd@fesselndes-hamburg.de
[7] http://www.hamburg-pride.de/hamburg-pride-csd
CSD-Orga-Website: http://csdorga.fesselndes-hamburg.de/csd-hamburg
Schlagwerk e.V.: http://schlagwerk.org/
SMJG e.V.: http://smjg.org/
BVSM e.V.: http://bvsm.de/

Quelle: SWL

Rückschau SundMehr Thema Drehbücher und Szenarien vom 29.05.2015

Der Gesprächskreis SundMehr traf sich am 29.05.2015 in Rommelshausen zum Thema Drehbücher und Szenarien.

13 Teilnehmer gaben bereits bei der Vorstellungsrunde kurze Statements zum Thema ab und diskutierten rege über die verschiedenen Aspekte von drehbuchartigen Szenarien. So spielten sogenannte „Drehbücher“ verstärkt im Bereich D/S eine Rolle: eine Situation oder ein „Setting“ wird beschrieben, z. B. Lehrer-Schüler, in der sich das D/S-Spiel sich dann entfalten kann. Hierbei wurde angemerkt, dass es mit einem „Improvisationstheater“ verglichen werden kann, bei dem ein großer Raum für freie Gestaltungsmöglichkeit besteht.

Andererseits mache ein „Drehbuch“ mit bis ins Detail vorgefertigten Dialogen und Szenen es womöglich schwierig, die „Rollen“ zu besetzen. Ansprüche könnten zu hoch sein oder zumindest den Anschein dafür haben. „Drehbuch“ bedeutet für ihn bezüglich SM auch für „Material“ und Sicherheit zu sorgen, meinte ein Teilnehmer. Manchmal sei einfach eine „technische Vorbereitung“ notwendig.

Ein „Drehbuch“ kann Phantasien freisetzen, meinte ein anderer Teilnehmer. Daraufhin wurde ueber den Austausch von Wuenschen und Phantasien zwischen den Partnern gesprochen. Elementar wichtig sei dies, und haette keinen „Drehbuch-Charakter“. Der Dialog ueber Wuensche und Beduerfnisse sei eine sensible Sache. Es bestünde auch durchaus die Gefahr, dass ein Partner sich einem Druck ausgesetzt fühlt, wenn Wünsche artikuliert werden, die er meint nicht erfüllen zu können. Bereits dann sollten Paare gut auf einander achten und Wuensche bzw. Phantasien keinen „zwingenden Beigeschmack“ mitgeben.

Dabei spielt es eine große Rolle in welcher Beziehung die beiden Partner stehen. Kennt sich ein Paar schon lange sind meistens wenige bis keine Worte nötig, bei frischen Beziehungen hat der Austausch eine größere Bedeutung.

www.sundmehr.de in Kooperation mit AK SMuC www.sm-und-christsein.de

Quelle: SWL

 

Rückschau SundMehr: „Grenzerfahrung – Wanderung oder Überschreitung“

16 Besucher mit sadomasochistischen Neigungen trafen sich am 24.04.2015 im Gesprächskreis SundMehr zum Thema „Grenzerfahrung – Wanderung oder Überschreitung“.
Nachdem es beim letzten Gesprächskreis um Zeichen ging, deren Symbolwert ja durch regelhafte Wiederholung an Aussagekraft gewinnt, wurde die Vorstellungsrunde mit der Fragestellung verbunden, wie wichtig jedem einzelnen Abwechslung im Bereich der Erotik ist. Der Tenor der Statements lag bei hoher Zustimmung, wobei Einzelne dies mit der Sicherheit verbanden, die man durch eine gewisse Routine gewinnt, und die wichtig ist, um sich vertrauensvoll fallen zu lassen. Gewarnt wurde auch vor einer Suche nach Abwechslung „auf Teufel komm raus“. Was Spaß mache, könne man ja wiederholen, meinte eine sehr junge Teilnehmerin die aus den Reihen der 3 anwesenden SMJG-Alumnis. Die Dosis macht´s, meinte Jemand, doch man muss nicht alles probiert haben – wichtiger sei Verlässlichkeit. Es geht um abwechslungsreiche Routine.
Das Gespräch wurde dann mit Hinweis auf die Notwendigkeit von Organismen, Reize zu erhalten, die idealerweise weder zu stark, noch zu schwach sind, eröffnet (unter Verweis auf den letzten Besuch eines Psychologen zum Thema „Flow“). Wer seinen Körper spüren will, nimmt zum Beispiel seine Haut erst wahr, wenn er von etwas berührt wird, was leicht, bis schmerzhaft sein kann – ohne Reize spüren wir die Haut, wenn sie gesund ist, gar nicht.
Die Körpergrenze wird erst wahrnehmbar, wenn etwas auf sie einwirkt, was bei Sadomasochisten ja nicht nur sanft sein muss – wird unsere Lust doch oft als Extrem bezeichnet und wir einer Art erotischen Bungee-Springer Fraktion zugeordnet. So hingeleitet zur Frage, in wieweit zunächst nur Grenzerfahrung für die Anwesenden wichtig ist, musste dies erneut von Grenzüberschreitung differenziert werden – für manche auch in der Diskussion ein schmaler Grat.
Ziel sei letztlich für sie, meinte eine der Anwesenden, dass beiden gefällt, was geschieht. Gerade von Besuchern der submissiven Spielart, wurde betont, dass es eher ärgerte, wenn eine Session zu früh aufhöre.
Schwierig sei auch, dass die Grenze nicht immer grundlegend festgelegt werden könne, denn die Tagesform spiele eine Rolle. Eine Teilnehmerin berichtete, dass sie manchmal gar nicht merke, wenn sie bei einer Session besonders viel ausgehalten habe, sondern dies dann von ihrem „Dom“ zurückgemeldet bekomme, während sie nur danach gehe, ob ihr gut täte, was passiert.
Grenzerweiterungen könnten dabei auch stolz machen, wusste ein anderer zu erzählen. Dabei kam es zu einem kurzen Exkurs, dass ja Menschen – ggfs. im viktorianischen Zeitalter – mit sehr engen moralischen Grenzen, den meisten Erweiterungsspielraum, und so die meiste Lust zu gewinnen hätten. Im Gespräch ging es dann jedoch weiter zu den Risiken, die auftauchen könnten: das olympische Prinzip („höher, schneller, weiter“) sei bei einer Session fehl am Platz. Risiken könnten auch auftauchen, wenn man sich nicht klar darüber ist, was man macht. So kann man bei Partys bei anderen erleben, was die treiben, und dann selbst feststellen, ob einem dies gefällt. Andererseits berichtete auch eine devote Teilnehmerin davon, dass sie so einmal ihren „Herrn“ bat, etwas auszuprobieren, was dann in der Realität gar nicht so toll, wie vorgestellt, war. Gruppenerleben kann also auch dazu antreiben, die Grenzen weiter hinaus zu schieben.
Mit diesem Aspekt konnte dann zum Bereich einer Grenzwanderung übergegangen werden. Wenn abgesprochene Grenzen eigentlich die „No-Gos“ sind, werden diese kaum zu überwinden sein. Dennoch wurden Erlebnisse berichtet, wo diese sich innerhalb einer Session verschieben – sogar bis zu einem Niveau, wo sie nach der Session nicht mehr akzeptiert sind, sodass Streit und Beziehungsprobleme die Folge sein können.
Eine positive Variante stellte die Situation dar, wo Partner sehr vorsichtig an ihre Grenzen „gebracht“ wurden, man sich dann dort im übertragenen Sinne aufhalten und die Grenzen dann erweitern konnte.
Fraglich war es hier in der Runde, ob es besser sei, dies vorher anzukündigen, was auch zu Angst vor der Grenzerweiterung führen kann, oder ob man als aktiver vorsichtig einseitig, den Partner an die Grenze bringen kann. Je nach Kenntnis der Situation kann auch die Überraschung mit der Grenzerweiterung, einen Kick bringen – oder gar: ein Psychospiel mit der Angst, indem dem Gegenüber vorgemacht wird, es würde allein gelassen, während der dominante Partner dennoch, zur Sicherheit, in der Nähe bleibt (oder in dem eine sichere Situation, ohne Publikumsverkehr gewählt wird, wovon die Nackte Sklavin, die vor der Türe, im Hausflur stehen muss, jedoch nichts weiß). Dennoch bleibt hier höchste Vorsicht angeraten, das geforderte Vertrauen und die Selbstaufgabe nicht zu enttäuschen. Ein Absturz könnte die Folge sein und starker Klärungs und Redebedarf noch als mildeste Folge – eine Traumatisierung, oder das Aufkommen von Erinnerungen an eine solche, dann die schlimmste; denn dies schließt therapeutischen Handlungsbedarf ein.
Bei all dem war aber auch die Erfahrung anzutreffen, von Subs, die selbst Angst vor einer Grenzüberschreitung hatten, sie aber gerne erleben würden. Sofern dies durch den dominanten Mitspieler ermöglicht werden kann, stellt dies sicher eine große Stärkung der Beziehung dar.
Je mehr sich eine Grenzerweiterung einer Grenzüberschreitung nähert, desto heikler wird die Situation. Denn eine Grenzüberschreitung bleibt letztlich Gewalt, wenn sie nicht durch den eigenen Wunsch des Mitspielers abgesegnet wird, und fällt damit aus dem Rahmen der Einvernehmlichkeit und unseres Verständnisses von SM. „Was soll auch eine Grenzerweiterung, wenn sie all die üblen Gefühle mit sich bringt, die die Situation unschön werden lassen?“, kommentierte eine Anwesende diesen Aspekt.
Die eigene Partnerschaft, und sei es auch die Beziehung zum Spielpartner, war den Anwesenden dann letztlich doch wichtiger, als Grenzdiskussionen in der Partnerschaft oder vor einer Session. Nach der Session, muss man sich körperlich, geistig und seelisch wohl fühlen, schloss ein Anwesender ab. Wobei die Art des körperlichen Wohlfühlens dann auch, wie alles Diskutierte, sehr unterschiedlich sein kann.
Besonders am Thema interessierte Anwesende wurden noch auf die aktuelle Fachbuch-Neuerscheinung der Soziologin Dr. Phil. Elisabeth Wagner: „Grenzbewusster Sadomasochismus : SM-Sexualit?t zwischen Normbruch und Normbestätigung“ hingewiesen, bevor der unmoderierte Teil sich anschloss.

Quelle: SWL

Rückschau SundMehr am 27.02.2015 „Wie lebe ich meinen Masochismus“

26 Männer und Frauen mit sadomasochistischen Neigungen trafen sich am 27. Februar im Gesprächskreis SundMehr zur Fragestellung „Wie leben ich meinen Masochismus“, als Gegenstück des Themenabends zum erotischen Sadismus, im Oktober letzten Jahres (siehe http://www.sundmehr.de/Termine/20141031.htm).

Die Statements in der Vorstellungsrunde brachten zu Tage, dass einige Besucher zwischen Sexualität und Sadomasochismus unterschieden: „Es muss nicht immer was lustvolles dahinter stehen“, fand ein Teilnehmer, was den Hinweis nach sich zog, dass jeder, der sich mit Motivation beschäftigt, nun vor dem Rätsel stünde, warum er dann Masochismus anstrebe; zumal die Lust am Leiden ja per Definition dazu gehöre.

In der SM-Szene weithin bekannten Erläuterungen wurden zitiert; wie die, dass Schmerzen (als starke Reize) auch entspannend wirken können. Es käme zur Hormonausschüttung im Gehirn – jedoch könne es auch einen psychischen Schmerz geben, „gehorchen zu müssen“, was dann als „psychischer Masochismus“ bezeichnet wurde. Fraglich war, ob damit das Selbe gemeint sei, wie bei Spielen mit Dominanz und Submission. Sei es nicht! Stellte eine Teilnehmerin fest, denn eine devote Spielerin wolle ja gehorchen, während es bei diesem psychischen Masochismus um Demütigungen und die Lust an noch mehr Reglementierung, Sanktion, Strafen ginge, die ja auch irgendwie weh täten, was beim perfekten Gehorchen-Wollen oder der perfekten Hingabe ja nicht der Fall sei.

Ein Teilnehmer nahm dies zum Anlass, eindringlich vor einem tiefen Eingriff in die Persönlichkeit, insbesondere das Selbstwertgefühl zu warnen. Schläge des Dominanten Partners – die für das Ausleben von körperlichem Masochismus genossen werden könnten, seien vom aktiven eher zu kontrollieren, ergänzte ein anderer. Denn wenn man aufhöre, wäre der erfahrbare Reiz weg. Verbale Demütigungen wirkten dagegen noch lange nach.

Die Frage, wie man denn seinen individuellen Geschmack am Masochismus ausleben könne, wurde dann in die Runde geworfen – zumal man dabei ja auf das Mittun des Partners angewiesen ist. Als Essenziell wurde allgemein das spätere Sprechen über die Session, betrachtet; die Darstellung, was einem gut tut und was nicht. Doch müsse auch vor einem Zerreden der Situation gewarnt werden – stellte sich als Dilemma heraus.
Es könne auch die sadistischen oder dominanten Mitspieler verunsichern, wenn zu genau definiert wird, was sein soll und was nicht. Besser ist es da, für die Subs, ihre Herrschaften auf ihrem Trönchen zu belassen, statt sie von dort zu stoßen. Eine Beziehung kann da vieles relativieren – wenn es jedem der Beteiligten darum geht, dem anderen gut zu tun – ein Aspekt der auch dominant masochistischen SMern wichtig sein sollte.
Leute, die nicht in einer Beziehung leben, sondern zum Ausleben ihrer Sexualität auf Spielbeziehungen oder die Inanspruchnahme professioneller Dienstleisterinnen angewiesen sind, stehen hier natürlich vor einem Problem.

Masochismus ist, selbst in nicht einvernehmlicher Form, immer mehr davon abhängig, dass es jemanden gibt, der mit macht. Schwierig ist es, wenn man als Sub nicht sagen kann, was man will, sondern erst die Aktion des dominanten Parts abwarten muss, um durch die eigene Reaktion zu zeigen, dass gut war, was gerade geschehen ist. Muß da der Ausdruck von Gefühlen, der ja bewusst als Kommunikationsmittel eingesetzt werden soll, nicht zunächst gründlich durchdacht werden? Kann man so noch spontan und genau bei sich selbst sein?

Dennoch ist zu berücksichtigen, dass die Beteiligten als Team miteinander am Erfolg der Session arbeiten müssen – was die SMig-romantische Illusion einer Beziehung, die im harmonischen Gegensatz der Machtverhältnisse aufgeht, leider ins Traumland verweist. Fraglich ist, ob der „Wunschzettelsub“ gar nicht so verfehmt sein sollte – gibt es vielleicht ja auch den „Wunschzetteldom“. Im Bereich der Organisationssoziologie gibt es inzwischen den Begriff des „Cheffing“:
die Führung eines Vorgesetzten durch die Mitarbeiter (zum Beispiel hier: http://www.abendblatt.de/wirtschaft/karriere/article109512773/Cheffing-Wie-Mitarbeiter-ihre-Chefs-fuehren.html), bei dem vielleicht eine Analogie zum gefürchteten „topping from the bottom“ gesehen werden kann, das als Feind jeder traumhaften SM-Beziehung betrachtet wird. Doch warum eigentlich? Weil die Regie immer beim Dom sein sollte (wie einige SMige Doms meinen), es aber doch nicht ist, wie erfahrene Subs wissen.

Insgesamt schwierig schien es, durch die große Besucherzahl an diesem Abend, einen roten Faden in das Gespräch zu bringen. Positiv fiel dabei auf, dass es kaum zu Festlegungen oder Wertungen kam. Dafür standen viele Themen wie ein bunter Strauß von Aspekten neben einander und fast jeder Anwesende beteiligte sich am Gespräch. Nur kurz soll darum die Gesprächssequenz darüber erwähnt werden, dass Schmerz auch etwas Regeneratives haben kann, was die Wortschöpfung der „Wellness-Haue“ nach sich zog, wobei klar war, dass auch das Ausbleiben sadomasochistischer Zuwendung zu Unwohlsein und Gereiztheit führen kann. Andiskutiert wurde auch, ob Masochismus eine andere Art von Befriedigung ist, als Sexualität, zumal Orgasmen ja nicht zwingend dazugehörig sind. Fraglich war auch für eine Teilnehmerin, ob sie ihren Dom nicht manipuliert, in dem sie ihre Wünsche äußert, und so genau das, was sie genießt – das Erleben seiner Macht – sich selbst nimmt.

So bleibt das Dilemma wieder die Kommunikation, die eingangs ja als so wesentlich hervorgehoben wurde. Relevant, um seinen Masochismus zu leben, scheint die Frage, ob der passive, masochistische, submissive oder devote Partner sich auf seine Rolle einlassen kann; ob er „nicht erwarten“ wollen kann, oder gar erwarten kann, dass er nichts erwarten will um die Macht des dominanten Partners nicht in Frage zu stellen, was das Paradoxon komplett macht. Denn als schwierig empfanden die meisten, die ihren Masochismus (er)leben wollten, wenn sie den Eindruck hatten, der „Dom“ mache etwas nur für sie oder weil es Sub jetzt gut tut, wobei auch hier wieder klar wurde: dass auch dies dem dominanten Partner viel geben kann, wodurch es ja wiederum doch nicht nur für den anderen macht.
Falls das dem Sub nicht klar ist, kann eine Session hieran jedoch scheitern…

So könnte der Name des Teufels, der am Ende in jedem Detail steckt, und das schöne perverse Spiel kaputt zu machen droht, ganz klar benannt werden als: „Paradoxon“.

Quelle: SWL

Rückschau: Inszenierte Gewalt und Staatsgewalt (Polizist bei SundMehr zu Gast)

Um sich mit damit auseinander zu setzen, wie sich das unverhoffte Zusammentreffen von Vertreter der Staatsgewalt mit Liebhabern inszenierter Gewalt gestaltet, trafen sich 16 Teilnehmer des Gesprächskreises SundMehr am 26.09.14, um mit einem Kriminalbeamten des Hauses der Prävention in Waiblingen ins Gespräch zu kommen. Bereits zum zweiten Mal war dieser der Einladung gefolgt und diesmal mit einer Praktikantin aus dem Bereich der Sozialwissenschaften erschienen.
Die Ausbildungsinhalte bei der Polizei hätten sich gewandelt, erläuterte der Polizist eingangs. Inzwischen stehe nicht nur die Funktion des Ordnungshüters im Mittelpunkt. Auch Kenntnisse für das Konfliktmanagement und des Opferschutzes hätten an Bedeutung gewonnen, was auch Grundlage für die Einrichtung seiner Stelle im Bereich der Prävention gewesen sei.

Wenn auch die Anfrage des SM-Gesprächskreises nicht alltäglich sei, werde diese ganz normal behandelt, wie auch von Schulen zu Themen wie Verkehr oder Drogen, oder von Kleingärtnervereinen und Frauenkreisen, wenn es um häusliche Gewalt oder Einbruch ginge.

Wie auch bei seinem ersten Besuch vor drei Jahren hatte der Polizist nach der Anfrage eine spontane Email-Rundfrage bei seinen Kollegen gestartet, inwiefern Sadomasochismus schon einmal Gegenstand eines Einsatzes gewesen sei. War damals bereits nach 10 Sekunden die erste Antwort eingetroffen, erhielt er diesmal gar keine Antwort. Und auch das damalige Ergebnis bestand nur aus einem Vorkommnis, bei dem ein Paar die Polizei gerufen hatte, weil der Schlüssel für die Handschellen verloren gegangen war ? sodass die Beamten als Freund und Helfer mit ihrem Schlüssel aus der misslichen Situation helfen konnten, erläuterte der Beamte, was verständnisvolle Heiterkeit unter den Zuhörern auslöste.

Solcherlei Vorkommnisse führten aber lediglich zu einer Aktennotiz, weil kein Tatbestand vorliege, der zu weiteren Konsequenzen führte.

Das geringe Ergebnis seiner spontan-Umfrage sei allerdings dahingehend interessant, dass durch eine Umstrukturierung der hiesigen Polizeidirektion sein Zuständigkeitsbereich ? und damit das Einzugsgebiet der Umfrage ? inzwischen auf das dreifache angestiegen sei.

Per Beamer präsentierte der Gast einige Zeitungsmeldungen und Pressemitteilungen und erläuterte daran, wo die Polizei im Konfliktfall zivilrechtliche Ansprüche umsetzen müsste (wenn der Eigner des Torture-Ships keine Partys mehr veranstalten will) und wo es um den Anfangsverdacht einer Straftat geht (wenn verdächtige Gegenstände aufgefunden werden, die sich später als SM-Equipment entpuppen ? womit sich der Verdacht dann erledigt).

Unter besonderer Beobachtung der Polizei stehen insgesamt ?verdächtige? Orte, wie z.B.Spielplätze, auf denen gehäuft Spritzen oder anderes Zubehör von Drogenkonsumenten aufgefunden wird. Primär zählen Locations, in denen SM-Partys veranstaltet werden, nicht zu solchen verdächtigen Orten, erläuterte der Kriminalhauptkommissar, wobei ein Teilnehmer zu berichten wusste, wie aufgrund der für Außenstehenden verdächtigen Geräusche eine Polizeistreife gerufen wurde, als eine größere Party stattfand. Die Beamten wurden dann begeistert begrüßt, in dem ihr Outfit, wie Uniform und Handschellen gelobt wurden.

Einige Teilnehmer wiesen dann im Gespräch darauf hin, dass die Polizei oft instrumentalisiert würde, um gesellschaftlich Vorurteile, unter dem Deckmantel der Ordnung umzusetzen. Zum Beispiel, indem einem Veranstalter eine Konzession verweigert wird, für den Ausschank von Getränken, weshalb der der Veranstaltung einen privatem Rahmen verleiht und zum Selbstkostenpreis verpflegt. Taucht hier eine Lücke im Dickicht der Verwaltungsvorschriften auf, die negativ gesinnten Nachbarn oder dem Ordnungsamt einen Vorwand bietet, die Veranstaltung verbieten zu lassen, wird die Polizei gerufen, um die Situation zu ?klären?, wobei es egal ist, welche Haltung der Beamten haben, denn hier muss die Polizei einfach ihrer Funktion gerecht werden, den Rechtsstaat und die Ordnung umzusetzen (wie beim ?Schutz? von Demonstrationen gegen Großprojekte wie Stuttgart 21 oder bei Atommülltransporten).

Im praktischen Fall wird hier oft gegenseitig mit ?der Polizei gedroht?, wobei diese ja gar keine Urteile spricht. Ein Teilnehmer berichtete dass seine Kinder einen Nachbarn fotografierten, der auch vom Nachbargrundstück gut sichtbar in seiner Wohnung ein Ganzkörper-Sonnenbad nahm und teilweise auch sexuelle Kontakte pflegte.
Vom eigenen Grundstück aus, hatten sein Nachwuchs sogar das Zoom-Objektiv eingesetzt, worauf der Nachbar vorstellig wurde und die Bilder einforderte.

Der springende Punkt sei hierbei immer jeweils gegenseitig das Ausstrahlen des eigenen Verhaltens in die Öffentlichkeit. In seinen vier Wänden könne sich jeder so verhalten, wie er wolle; sei es Nacktbaden oder Fotografieren. Relevant wäre hier, ob eine Absicht hinzukäme, wie der Einsatz eines Zoom-Objektives, um einen Bildbereich hervor zu heben, der mit bloßem Auge im halb Verborgenen bliebe oder der Provokation von
Aufmerksamkeit für die eigene Geschlechtlichkeit ? zudem: vor Kindern, was sogar einen Straftatbestand darstellen könnte.

Ähnlich sei es, wenn eine ?Sklavin? an der Leine auf der Straße entlang geführt werde. Während dies allgemein ?Erregung öffentlichen Ärgernisses? darstellen könne, wäre hierbei auch relevant (und ggfs. von hinzu gerufenen Polizisten zu untersuchen), ob dies in einem Umfeld geschah, wo der verärgerte Bürger damit rechnen musste ? beim CSD oder Karneval erscheine dies anders. Wenn z.B. der Sub, halb verschämt mit unter der Jacke versteckten gefesselten Händen in einer unbelebten Seitenstraße entlang geführt wird, sei eine Absicht, Ärgernis zu erwecken, ja nicht anzunehmen. Letztlich stelle dies auch nicht das ?vortäuschen einer Straftat? dar und auch nicht das vorsätzliche unnötige auslösen eines Polizeieinsatzes, die im Zweifelsfall ja von andere gerufen worden seien, weshalb es unwahrscheinlich sei, dass die Kosten für die Anfahrt dem betreffenden in Rechnung gestellt würden.

Aus dem Kreis der Teilnehmer kam noch die Anfrage, wie die Situation einzuschätzen sei, wenn nach einer Session der passive Teilnehmer sich entscheidet den Aktiven anzuzeigen, obwohl während der Session Einvernehmlichkeit voraus zu setzen war. Das Wesen von ?Freiwilligkeit? sei, so eine andere Teilnehmerin, dass diese sich auch jederzeit ändern könne, was zeige, wie wichtig ein guter Kontakt und eine gute Kommunikation zwischen den Beteiligten auch während der Session ist.
Klar, könne eine schriftliche Einverständniserklärung ? so der Polizist ? im Konfliktfall nochmal für eine ganz andere Sicherheit sorgen, weil sie ein größeres Gewicht habe. Aus der Runde wurde an den ?Fall Kachelmann? erinnert, der manchen Sadomasochist einen Kontext zu SMigen Spielen ahnen ließ. Doch Schlammschlachten werden letztlich vor Gericht ausgetragen. Die Polizei habe, im Fall des Anfangsverdachtes von häuslicher Gewalt, das Ziel, herauszubekommen, wer das Opfer sei. Dazu würden die Beteiligten nach Möglichkeit auch getrennt befragt ? denn Dilemma sei ja, dass gerade auch bei real vorhandener häuslicher Gewalt die Opfer später sogar selbst verharmlosen und in ihren destruktiven Beziehungen verharren.

Gegen Ende wurden noch Rückfragen gestellt, welche Gegenstände als Waffen gelten, deren Mitführen an der Öffentlichkeit verboten sei. Hier verwies der Gast darauf, dass eine ?Waffe? ein Gegenstand sei, der bestimmungsgemäß als Waffe hergestellt worden sei. Gerüchte, dass ein Rohrstock über 80 cm als Waffe gelte, seien daher hinfällig, wobei es auch Abstufungen gäbe, nach dem Waffengesetz, das sich auch von Zeit zu Zeit verändere (Informationsmaterial kann darüber vom Haus der Prävention bezogen werden, und wurde auch schon beim ersten Besuch verteilt).

Auf die Bitte, welche generellen Tipps er für die Teilnehmer habe, falls es überraschend im Zuge einer Session zum Kontakt mit der Polizei käme, empfahl er möglichst umfassend und offen zu kommunizieren, um was es sich handle, ohne aus falscher Scham zu verheimlichen oder zu verhehlen dass es sich um BDSM Praktiken gehandelt habe. Den Anfangsverdacht häuslicher Gewalt, kann auch ein ?szenetypisches Ambiente? plausibel ausräumen, wie schon beim letzten Besuch (http://www.sundmehr.de/Termine/20110826.htm) erläutert worden war.

Mit herzlichem Dank wurde der Gast von der Runde verabschiedet, wobei er auch zusagte, bei erneutem Interesse oder Bedarf, gerne in drei Jahren erneut vorbei zukommen.

Quelle: SWL

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