BDSM-Workshops: Warum „Sicherheit zuerst“ kein bloßer Slogan ist
Wer denkt, bei BDSM-Workshops ginge es direkt zur Sache, irrt. Der Bericht über einen Einsteiger-Workshop verdeutlicht, dass die Praxis weit weniger mit Willkür und viel mehr mit strenger Kommunikation und klarer Struktur zu tun hat. Bevor auch nur ein Seil oder eine Peitsche zum Einsatz kommt, steht die Theorie im Vordergrund.
Die Pfeiler der Sicherheit
Zentrales Element jeder Session ist das gegenseitige Einverständnis. Hierbei haben sich zwei Konzepte etabliert:
- SSC: Safe, Sane, Consensual (Sicher, vernünftig, einvernehmlich).
- RACK: Risk-Aware Consensual Kink (Risikobewusstes, einvernehmliches Handeln).
Kommunikation über Zahlen und Farben
Um Missverständnisse zu vermeiden, wird im Workshop eine Schmerzskala von 1 bis 10 definiert. Was für den einen eine „3“ ist, empfindet der andere vielleicht schon als „7“.
Zusätzlich dient das Ampelsystem als universelle Sprache:
- Grün: Alles bestens, gerne weitermachen oder steigern.
- Gelb: Die Grenze ist fast erreicht, bitte vorsichtiger agieren oder kurz innehalten.
- Rot: Sofortiger Abbruch der Handlung.
Rollen und Verantwortung
Der Workshop zeigt auf, dass die Rollenverteilung zwischen „Top“ (aktiv) und „Bottom“ (passiv) eine hohe Verantwortung mit sich bringt. Besonders der aktive Part muss die Signale des Gegenübers permanent lesen können. Auch das Thema Aftercare – die emotionale und physische Fürsorge nach der Session – ist ein essenzieller Bestandteil des Lernprozesses, um den sogenannten „Sub-Drop“ (ein emotionales Tief nach dem Adrenalinkick) abzufangen.
Fazit: BDSM im kontrollierten Rahmen eines Workshops ist vor allem eine Übung in Achtsamkeit und technischem Know-how.
Quelle: Welt