Mehr als nur „Fifty Shades“: Warum BDSM purer Feminismus sein kann

Wenn wir an BDSM denken, haben viele immer noch Bilder von Unterdrückung oder fragwürdiger Popkultur im Kopf. Doch ein aktueller Artikel der taz beleuchtet das Thema aus einer ganz anderen, spannenden Perspektive: BDSM als Werkzeug für Empowerment und feministische Selbstbehauptung.

Der Beitrag räumt radikal mit dem Vorurteil auf, dass Hingabe (Submission) Schwäche bedeutet. Stattdessen wird argumentiert, dass das bewusste Spiel mit Machtverhältnissen eine der höchsten Formen von Vertrauen und Selbstbestimmung sein kann.

Die Kernpunkte der Debatte

Der Artikel „BDSM als Empowerment“ arbeitet heraus, warum Fesseln und Peitschen paradoxerweise befreiend wirken können:

  • Der entscheidende Unterschied ist Konsens: Gewalt passiert gegen den Willen einer Person. BDSM passiert nur weil es den ausdrücklichen Willen und die Absprache gibt. In einer Welt, in der Frauen oft ungefragt angefasst oder bevormundet werden, ist der BDSM-Dungeon ein Ort der absoluten Regelklarheit und Sicherheit.
  • Kontrolle durch Abgabe: Wer sich fesseln lässt, gibt die physische Kontrolle ab, behält aber die psychische Macht. Durch „Safewords“ und Vorgespräche bestimmt der/die Submissive (der unterwürfige Part) genau, was passiert. Das ist aktive Gestaltung, keine Passivität.
  • Bruch mit Erwartungen: Frauen wird oft beigebracht, „brav“ und gefällig zu sein. Im BDSM können sie diese Rollen entweder extrem überzeichnen (und damit entlarven) oder als Domina die Führung übernehmen und gesellschaftliche Machtstrukturen umkehren.

Warum das wichtig ist

In der Diskussion um sexualisierte Gewalt und #MeToo wird BDSM oft fälschlicherweise als problematisch eingestuft. Der Artikel zeigt jedoch, dass eine differenzierte Betrachtung nötig ist.

Fazit: BDSM ist nicht das Gegenteil von Feminismus, sondern kann Teil davon sein. Es geht darum, den eigenen Körper und die eigene Lust zurückzuerobern – ohne Scham und nach eigenen Regeln.

Wer sich auf das Spiel mit der Macht einlässt, lernt oft viel über die eigenen Grenzen und Bedürfnisse. Und genau dieses Wissen macht stark – auch außerhalb des Schlafzimmers.

Quelle: TAZ