Leder, Lack und Lifestyle: Wenn der Fetisch den Mainstream erreicht

Lange Zeit galt die Fetisch-Szene als dunkles Geheimnis, das sich in versteckten Kellern abspielte. Doch der Artikel von Daniel Binswanger in der Republik zeigt: Der Fetisch ist mitten in der Gesellschaft angekommen. Am Beispiel der Swiss Rubber Night im Zürcher Volkshaus wird deutlich, wie sich die Wahrnehmung gewandelt hat.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Artikel:

  • Vom Schatten ins Rampenlicht: Dass eine Veranstaltung wie die „Swiss Rubber Night“ in einem geschichtsträchtigen Kulturhaus wie dem Volkshaus stattfindet, symbolisiert die neue Sichtbarkeit. Fetisch ist kein reines Nischenphänomen mehr, sondern Teil der urbanen Kultur.
  • Der Schweizer Fetischverband (SFA): Unter der Leitung von Daniel Steiner setzt sich der SFA für die Vernetzung und Akzeptanz der Szene ein. Dabei geht es nicht nur um Partys, sondern um die Schaffung von geschützten Räumen für eine wachsende Community.
  • Mehr als nur Sex: Der Artikel betont, dass Fetischismus oft missverstanden wird. Es geht primär um die Materialität – insbesondere Latex. Die Kleidung fungiert als „zweite Haut“ oder Schutzpanzer, die das Körpergefühl verändert und eine ästhetische sowie sensorische Faszination ausübt.
  • Die Normalisierung des Besonderen: Die Grenze zwischen „normaler“ Mode und Fetischkleidung verschwimmt zunehmend. Was früher schockierte, wird heute als Ausdruck von Individualität und Handwerkskunst wahrgenommen.

Fazit: Der Fetisch hat seine Schmuddelecke verlassen. Er ist heute ein organisiertes, ästhetisch anspruchsvolles Feld, das tiefgehende Fragen über Identität und Körperlichkeit aufwirft.

Quelle: Republik