Lack, Leder und Leinen los: Das „Torture Ship“ setzt wieder Segel auf dem Bodensee

Friedrichshafen – Wenn sich am Ufer des Bodensees Familienausflügler und Touristen verdutzt die Augen reiben, ist es wieder so weit: Das berühmt-berüchtigte „Torture Ship“ hat am Wochenende in Friedrichshafen abgelegt. Wir werfen einen Blick auf das Event, bei dem die „Weiße Flotte“ für eine Nacht ganz schwarz trägt.

Der Kontrast könnte nicht größer sein

Es ist das wohl ungewöhnlichste Bild des Jahres an der Friedrichshafener Promenade: Während die Sonne idyllisch auf dem Wasser glitzert, flanieren hunderte Gäste in aufwendigen Latex-Roben, Leder-Korsetts und Lack-Stiefeln zum Pier. Das „Torture Ship“ (die umfunktionierte MS Graf Zeppelin) ist längst kein Nischen-Geheimnis mehr, sondern ein festes – wenn auch exotisches – Datum im Bodensee-Kalender.

Wie der SWR berichtet, war das Event auch 2024 restlos ausverkauft. Rund 600 Passagiere aus der BDSM- und Fetisch-Szene gingen an Bord, um bei wummernden Bässen und spezieller Atmosphäre zu feiern.

Was passiert an Bord?

Der Name „Torture Ship“ (Folterschiff) klingt martialisch, doch laut Polizei und Veranstaltern verlief der Abend wie gewohnt absolut friedlich. An Bord gelten strenge Regeln:

  • Absolutes Fotoverbot: Um die Privatsphäre der Gäste zu schützen, sind Handys und Kameras tabu. „Was an Bord passiert, bleibt an Bord“, lautet das Credo.
  • Dresscode: Ohne das richtige Outfit (Fetisch, Lack, Leder, Uniform) kein Zutritt. Jeans und T-Shirt müssen draußen bleiben.
  • Spielregeln: Es ist eine Party, kein reiner Sex-Club. Während sogenanntes „Soft-Play“ (z.B. Auspeitschen oder Fesselspiele) erlaubt und sichtbar ist, findet harter Geschlechtsverkehr in der Öffentlichkeit nicht statt.

Schaulaufen für die „Zivilisten“

Für die Passanten am Hafen ist vor allem das Boarding das eigentliche Highlight. Es gleicht einem Schaulaufen der Extravaganz: Von Menschen, die an Ketten geführt werden, bis zu futuristischen Gasmasken-Outfits ist alles dabei. Die Reaktionen der Zuschauer schwanken dabei traditionell zwischen Faszination, Belustigung und ungläubigem Kopfschütteln.

Fazit

Das „Torture Ship“ beweist auch 2024 wieder: Der konservative Bodenseeraum und die liberale Fetisch-Szene können für eine Nacht wunderbar koexistieren. Die Polizei meldete keine Vorkommnisse – außer vielleicht ein paar rot gewordene Wangen bei unwissenden Touristen.

Quelle: SWR