Kulturkampf im „Bibelgürtel“: Geplanter SM-Club kapituliert vor Protesten
In den Niederlanden prallten kürzlich zwei Welten aufeinander: Die freizügige Welt des BDSM und die strengreligiösen Moralvorstellungen des sogenannten „Bibelgürtels“. Der Kampf ist nun entschieden – doch anders, als der Betreiber es sich erhofft hatte.
In der niederländischen Gemeinde Geldermalsen (Gemeinde West Betuwe) herrscht wieder Ruhe, doch vorausgegangen war ein Sturm der Entrüstung. Der Plan des Unternehmers Mike E., einen ehemaligen Swingerclub in eine exklusive Sado-Maso-Location namens „Carpe Diem“ zu verwandeln, sorgte für einen massiven Aufschrei in der streng gläubigen Nachbarschaft.
Die Hintergründe:
- Der Standort: Geldermalsen liegt mitten im niederländischen „Bibelgürtel“, einer Region, in der das orthodox-calvinistische Christentum das tägliche Leben stark prägt.
- Der Konflikt: Für die Anwohner war die Vorstellung eines BDSM-Clubs in ihrer Mitte eine untragbare Provokation. Der Protest formierte sich schnell und lautstark – von öffentlichen Gebeten bis hin zu direkter Konfrontation.
- Die Eskalation: Was als moralischer Protest begann, schlug offenbar in handfeste Drohungen um.
Der Rückzug Wie die NRZ berichtet, hat der Betreiber nun die Reißleine gezogen. Der Druck und die feindselige Stimmung waren zu groß geworden. Er wolle „keinen Bürgerkrieg“ riskieren, so die Begründung für die Aufgabe des Projekts. Statt Peitschen und Leder bleibt es in Geldermalsen also vorerst bei frommer Stille.
Der Fall zeigt eindrücklich, dass die Niederlande zwar oft als liberales Vorbild gelten, im ländlichen „Bibelgürtel“ jedoch weiterhin streng konservative Werte den Ton angeben.
Quelle: NRZ