Atemraubend – aber sicher? Was du über Würgen beim Sex wissen musst
Es ist ein Trend, der nicht erst seit „50 Shades of Grey“ in deutschen Schlafzimmern angekommen ist: Breath Play (Atemspiel) bzw. das Würge-Szenario beim Sex. Was für die einen der ultimative Kick durch Sauerstoffentzug ist, birgt für die anderen – oft unterschätzte – lebensgefährliche Risiken.
Der Reiz des Verbotenen
Warum finden viele Menschen Gefallen daran, die Luft angehalten zu bekommen? Es geht meist um das Spiel mit Macht und Hingabe. Der kurze Sauerstoffmangel kann zudem ein intensives Rauschgefühl auslösen, das den Orgasmus verstärkt. Doch Vorsicht: Die Grenze zwischen Ekstase und medizinischem Notfall ist hauchdünn.
Die harten Fakten: Warum es gefährlich ist
Würgen ist im BDSM-Bereich eine der risikoreichsten Praktiken („Edge Play“). Der Artikel stellt klar, dass es nicht nur um das „keine Luft bekommen“ geht:
- Druck auf die Halsschlagader: Schon leichter Druck kann den Blutfluss zum Gehirn stoppen, was innerhalb von Sekunden zur Bewusstlosigkeit führen kann.
- Der Carotis-Sinus-Reflex: Ein gezielter Griff am Hals kann den Herzschlag abrupt verlangsamen oder sogar zum Herzstillstand führen.
- Langzeitschäden: Sauerstoffmangel kann bereits nach kurzer Zeit Gehirnzellen unwiderruflich schädigen.
Sicherheit geht vor: Die goldenen Regeln
Wer sich dennoch ausprobieren möchte, sollte dies niemals unvorbereitet tun. Der Konsens steht an erster Stelle.
- SSC-Prinzip: Safe, Sane, Consensual (Sicher, vernünftig, einvernehmlich). Beide Partner müssen genau wissen, worauf sie sich einlassen.
- Safe-Words & Handzeichen: Da man beim Würgen oft nicht sprechen kann, sind non-verbale Signale (z. B. ein schwerer Gegenstand, den man fallen lässt, oder zweimaliges Klopfen) lebenswichtig.
- Anatomisches Wissen: Wer Hand anlegt, muss wissen, wo die Luftröhre und die Schlagadern liegen, um Kehlkopfbrüche oder Schlaganfälle zu vermeiden.
- Niemals allein: Autoerotische Unfälle enden oft tödlich. Solche Spiele gehören nur in eine Vertrauensbeziehung mit wachsamen Partnern.
Fazit: Würgen ist kein harmloses Vorspiel. Es erfordert ein extrem hohes Maß an Vertrauen, Kommunikation und technischem Know-how. Wer „safe“ bleiben will, tastet sich langsam heran und priorisiert die Gesundheit immer über den Kick.
Quelle: Cosmopolitan