Leinen los für Lack und Leder: Das „Torture Ship“ kehrt auf den Bodensee zurück
Es ist ein Spektakel, das seit fast drei Jahrzehnten die Blicke auf sich zieht: Wenn Ende Juni der Bass über das Wasser dröhnt und die Passagiere in glänzendem Latex, schwarzem Leder und extravaganten Outfits die Reling säumen, weiß man am Bodensee – das Torture Ship legt wieder ab.
Eine Tradition seit 28 Jahren
Was vor 28 Jahren als mutiges Experiment begann, hat sich längst zu einer festen Institution in der Fetisch-Szene entwickelt. Auch in diesem Jahr verwandelt sich ein Schiff der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrt (SBS) wieder in eine schwimmende Partyzone für die BDSM- und Fetisch-Community. Am Samstag, den 28. Juni, heißt es in Romanshorn wieder: „Check-in für die wohl außergewöhnlichste Schifffahrt des Jahres“.
Party statt Klischee
Trotz des provokanten Namens geht es an Bord gesitteter zu, als Außenstehende vielleicht vermuten. Organisator Thomas Siegmund betont seit jeher das Konzept: Das Torture Ship ist eine reine Party-Veranstaltung. Sexuelle Handlungen sind an Bord strikt untersagt. Vielmehr geht es um die Inszenierung, die Ästhetik der Outfits und das gemeinsame Feiern in einem „Safe Space“, in dem sich die Teilnehmer ohne Vorurteile präsentieren können.
Das erwartet die Gäste
Rund 600 Gäste aus ganz Europa werden erwartet, um auf mehreren Decks zu elektronischen Sounds zu tanzen. Der Dresscode ist dabei obligatorisch – ohne entsprechendes Outfit bleibt der Zugang verwehrt. Für die Schaulustigen am Hafen von Romanshorn bietet das Boarding jedes Jahr ein buntes und schrilles Bild, bevor das Schiff zur mehrstündigen Fahrt auf den offenen See entschwindet.
Nach der Rückkehr ist die Nacht aber noch lange nicht vorbei: Die legendäre After-Ship-Party sorgt dafür, dass die Tanzfläche bis in die frühen Morgenstunden glüht.
Fazit
Das Torture Ship bleibt auch nach 28 Jahren ein faszinierendes Phänomen. Es verbindet Provokation mit Tradition und beweist, dass der Bodensee weit mehr zu bieten hat als klassische Ausflugsfahrten. Wer dabei sein will, sollte schnell sein – die Tickets für dieses schwimmende Spektakel sind erfahrungsgemäß heiß begehrt.
Quelle: Thurgauer Zeitung