Vorurteile adé: Warum BDSM-Fans oft fitter im Kopf sind als gedacht
Hand aufs Herz: Wenn das Gespräch auf BDSM fällt, haben viele sofort düstere Keller, Lederpeitschen und – leider immer noch – das Bild von „psychisch angeknacksten“ Menschen im Kopf. Doch eine aktuelle Studie, über die auch Deutschlandfunk Nova berichtet hat, räumt mit diesen Klischees jetzt gründlich auf.
Die Wissenschaft hinter der Peitsche
Forscher der Universität Duisburg-Essen wollten es genau wissen: Sind BDSM-Anhänger wirklich „verdrehter“ als der Rest der Welt? Sie verglichen die Persönlichkeitsmerkmale von BDSM-Praktizierenden mit einer Kontrollgruppe von Menschen, die mit Fesseln und Co. so gar nichts am Hut haben.
Das Ergebnis? Eine ziemliche Überraschung für alle Skeptiker.
Die Fakten: Was BDSM-Fans unterscheidet
Die Studie zeigt deutlich, dass die untersuchten Personen keineswegs psychisch labiler sind. Im Gegenteil, in manchen Punkten haben sie sogar die Nase vorn:
- Offenheit für Neues: BDSM-Anhänger sind tendenziell experimentierfreudiger und offener für neue Erfahrungen.
- Gewissenhaftigkeit: Wer hätte es gedacht? Die Gruppe der Praktizierenden zeigte sich in der Studie oft strukturierter und pflichtbewusster.
- Kein Trauma-Stempel: Das Vorurteil, BDSM sei lediglich das Resultat früherer Traumata oder psychischer Störungen, konnte wissenschaftlich nicht bestätigt werden.
- Emotionale Stabilität: In Sachen Neurotizismus (also der Neigung zu emotionaler Instabilität) gab es keine nennenswerten Unterschiede zur „Normalbevölkerung“.
„BDSM ist keine Flucht vor psychischen Problemen, sondern schlichtweg eine Spielart der Sexualität, die oft mit einem hohen Maß an Kommunikation und Konsens einhergeht.“
Fazit: Leben und leben lassen
Die Forschung macht klar: Wer Spaß an Bondage, Disziplin oder Rollenspielen hat, ist deswegen nicht weniger gesund oder stabil. Oft ist sogar das Gegenteil der Fall, da die bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Grenzen und Bedürfnissen ein hohes Maß an Selbstreflexion erfordert.
Es wird also Zeit, die Schubladen im Kopf auszumisten. Denn am Ende des Tages ist das, was im Schlafzimmer (oder im Keller) passiert, vor allem eines: Privatsache – und in diesem Fall wissenschaftlich unbedenklich.
Quelle: Dlf Nova