Leder, Lack und Lebensfreude: Folsom Europe verwandelt Schöneberg

Berlin-Schöneberg hat sich am vergangenen Wochenende wieder in das weltweite Epizentrum der Fetisch-Szene verwandelt. Die Folsom Europe, eines der größten Events dieser Art weltweit, lockte zehntausende Besucher in den traditionsreichen Regenbogenkiez rund um den Nollendorfplatz.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Sichtbarkeit statt Versteckspiel: Was früher oft in dunklen Kellern stattfand, wurde bei strahlendem Sonnenschein auf die Straße getragen. Die Folsom Europe ist ein Statement für sexuelle Freiheit und die Vielfalt der queeren Community.
  • Historischer Kontext: Der Artikel betont die tiefe Verwurzelung der Szene im Viertel. Schöneberg ist seit den 1920er-Jahren ein sicherer Hafen für die LGBTQ+-Gemeinschaft – eine Tradition, die trotz Gentrifizierung und gesellschaftlichem Wandel lautstark verteidigt wird.
  • Mehr als nur Party: Hinter den spektakulären Outfits aus Leder, Latex und Gummi steht ein politischer Kern. Es geht um die Rückeroberung des öffentlichen Raums und den Kampf gegen Stigmatisierung.
  • Wirtschaftsfaktor & Gemeinschaft: Neben der kulturellen Bedeutung ist das Fest ein massiver Wirtschaftsfaktor für die lokalen Geschäfte, Bars und Cafés im Kiez.

„Es ist dieser Mix aus extremem Fetisch und nachbarschaftlicher Normalität, der die Folsom in Berlin so einzigartig macht.“

Zwischen Kiez-Kultur und Kommerz

Trotz der Feierlaune schwingt in der Community auch Reflexion mit: Wie viel Kommerz verträgt eine Subkultur? Dennoch zeigt das Event deutlich, dass Schöneberg sein Gesicht als Ort der Freiheit nicht verlieren möchte. Das Fest blieb friedlich und setzte ein buntes Zeichen gegen Ausgrenzung.

Quelle: TAZ