Zwischen Peitsche und Psychologie: Ein Blick in die Welt von Nicole Banshee
Dübendorf ist landläufig für seinen Flugplatz bekannt. Doch in einem unscheinbaren Gewerbebau verbirgt sich eine Welt, die für viele ein Tabu bleibt: das Reich von Nicole Banshee. In einem aktuellen Porträt des Tages-Anzeigers gibt die professionelle Domina Einblicke in einen Beruf, der weit mehr mit Vertrauen als mit Klischees zu tun hat.
Mehr als nur Schmerz
Wer bei BDSM nur an düstere Keller und Hass auf Männer denkt, wird von Nicole Banshees Realität überrascht. Ihr Studio ist ein Ort der bewussten Grenzerfahrung. Für sie ist ihre Arbeit eine Form der Dienstleistung, die tiefenpsychologische Bedürfnisse erfüllt.
- Die Kunden: Oft sind es Männer in hohen Führungspositionen – Manager oder Politiker –, die den ganzen Tag Verantwortung tragen und Entscheidungen treffen müssen. In ihrem Studio suchen sie das Gegenteil: den Kontrollverlust.
- Das Handwerk: Banshee betont, dass ihre Arbeit absolute Präsenz und Empathie erfordert. Es geht darum, die feinen Nuancen zwischen Lust und Schmerz zu lesen und einen sicheren Rahmen (Konsens) zu schaffen.
Ein Leben in zwei Welten
Das Porträt räumt mit dem Vorurteil auf, dass Menschen in dieser Branche „gebrochen“ seien. Nicole Banshee führt ein reflektiertes Leben. Die Arbeit im Studio ist für sie eine bewusste Entscheidung und ein Ausdruck ihrer eigenen Persönlichkeit. Sie sieht sich nicht als Unterdrückerin, sondern als Regisseurin eines Spiels, das ihren Kunden hilft, Spannungen abzubauen, die sie im Alltag nirgendwo sonst ausleben können.
Das Fazit: Der Artikel zeigt eindrücklich, dass hinter der Maske der Domina eine Frau steckt, die Grenzen nicht nur setzt, sondern sie auch genau versteht. Ein faszinierender Blick auf die Sehnsucht nach Hingabe in einer Welt, die ständig Leistung fordert.
Quelle: Tages-Anzeiger