Leder-Look statt Dienstuniform: Wirbel um Justizwache-Chefin
Ein privater Ausflug auf einen Fetischball sorgt derzeit für mächtig Gesprächsstoff in der österreichischen Justiz. Während die Basis brodelt, gibt sich das Ministerium betont gelassen.
Was ist passiert?
Eine hochrangige Führungskraft der Justizwache tauschte ihre Dienstkleidung gegen ein markantes Lack-und-Leder-Outfit, um einen Fetischball zu besuchen. Das Problem: Ein Partyfotograf hielt den Moment fest, und die Bilder landeten prompt auf den Bildschirmen ihrer Untergebenen. Seitdem ist die Beamtin das „Tuschelthema Nummer 1“ hinter Gittern.
Die Kritik: Timing und Etikette
Innerhalb der Justizwache hagelt es Kritik. Die Argumente der Skeptiker:
- Dienstrecht: Beamte müssen sich auch in der Freizeit „gebührlich“ verhalten, um das Vertrauen der Allgemeinheit nicht zu gefährden.
- Ungünstiger Zeitpunkt: Der Vorfall platzt in eine Phase, in der die Justizanstalt Hirtenberg nach dem Tod eines Häftlings ohnehin unter scharfer Beobachtung steht. Kritiker finden, eine Führungskraft sollte gerade jetzt penibel auf ihr öffentliches Bild achten.
Das Ministerium winkt ab
Das Justizministerium sieht in dem Vorfall hingegen keinen Skandal. Von dort heißt es kurz und knapp:
„Es handelt sich um eine außerdienstliche Tätigkeit.“
Für die Dienstbehörde fällt der Ballbesuch schlicht unter privates Faschingsvergnügen. Man sieht keine Verletzung der Dienstpflichten und lässt die Kirche (oder in diesem Fall den Ballsaal) im Dorf.
Mein Fazit: Ein klassischer Fall von „Privatsache vs. Vorbildfunktion“. Während die einen die Freiheit des Privatlebens verteidigen, sehen die anderen das professionelle Image der Justiz angekratzt.
Quelle: Kronen Zeitung