Leder, Liebe & Leidenschaft: Skarsgård und Melling brillieren im BDSM-Drama „Pillion“

In der Filmwelt sorgt aktuell ein Werk für ordentlich Gesprächsstoff, das so gar nicht in die gängigen Schubladen passen will. Mit „Pillion“ bringt Regisseur Harry Lighton eine Adaption des Romans Box Hill auf die Leinwand, die gleichermaßen provoziert wie berührt. In den Hauptrollen: Ein gewohnt physisch präsenter Alexander Skarsgård und ein beeindruckend verletzlicher Harry Melling.

Worum geht es?

Der schüchterne Colin (Melling) führt ein eher graues Vorstadtleben, bis er auf Ray (Skarsgård) trifft. Ray ist nicht nur älter und charismatisch, sondern auch der Anführer eines queeren Motorradclubs. Was als flüchtiger Flirt beginnt, entwickelt sich schnell zu einer intensiven Master-and-Slave-Beziehung. Colin zieht bei Ray ein und gibt die Kontrolle fast vollständig ab – eine Dynamik, die der Film ohne falsche Scham und mit einer gehörigen Portion „Explicit Content“ darstellt.

Mehr als nur Provokation

Obwohl das BDSM-Thema zentral ist, wird „Pillion“ in ersten Kritiken vor allem als „Dom-Com“ oder warmherzige Komödie gefeiert. Das liegt vor allem an folgenden Punkten:

  • Authentizität statt Klischee: Der Film verzichtet auf die üblichen „Shades of Grey“-Stereotypen und zeigt die Leder-Subkultur mit viel Liebe zum Detail und echtem Humor.
  • Überraschende Normalität: Ein Highlight sind Colins Eltern, die der sexuellen Orientierung und den Vorlieben ihres Sohnes mit einer fast schon drolligen Offenheit begegnen.
  • Emotionale Tiefe: Im Kern ist „Pillion“ eine Geschichte über Selbstfindung. Während Colin in seiner Rolle als „Sklave“ paradoxerweise an Selbstbewusstsein gewinnt, beginnt er gleichzeitig, nach echter emotionaler Intimität zu fragen – ein Punkt, an dem der unnahbare Ray an seine Grenzen stößt.

Unser Fazit

„Pillion“ ist mutiges Kino, das den schmalen Grat zwischen rauer Körperlichkeit und zärtlicher Romanze meistert. Alexander Skarsgård beweist einmal mehr seine Wandlungsfähigkeit, doch es ist Harry Melling, der als emotionaler Anker des Films überzeugt. Ein absolutes Muss für alle, die Lust auf ein unkonventionelles, ehrliches und zugleich humorvolles Drama haben.

„Pillion“ startet am 26. März 2026 in den deutschen Kinos.
Quelle: KinoFans