BDSM – Mehr als nur Schmerz: Einblicke einer Expertin aus Plochingen

BDSM wird oft missverstanden und einseitig als reines Zufügen von Schmerzen betrachtet. Die Sexual- und Beziehungscoachin Tanja „Tati“ Schmidt aus Plochingen räumt in einem aktuellen Interview mit diesen Vorurteilen auf und erklärt, was wirklich hinter den Buchstaben steckt.

Was ist BDSM eigentlich?

Die Abkürzung steht für eine Vielfalt an Praktiken, die weit über das Klischee hinausgehen:

  • Bondage & Discipline: Fesseln und Disziplinierung.
  • Dominance & Submission: Das Spiel mit Macht und Unterwerfung.
  • Sadism & Masochism: Lust am Geben oder Empfangen von (einvernehmlichen) Reizen.

Es geht um den Kopf, nicht nur um den Körper

Laut Schmidt ist BDSM für viele Beteiligte vor allem „Kopfsache“. Es geht nicht primär um Qual, sondern um:

  • Vertrauen und Loslassen: Den Alltag und die Verantwortung an der Schlafzimmertür abgeben.
  • Machtabgabe: Die Kontrolle bewusst in die Hände eines anderen zu legen, kann befreiend wirken.
  • Flow-Zustand: Die intensiven Reize können dazu führen, dass Hormone wie Endorphine und Dopamin ausgeschüttet werden, was zu einem tiefen Entspannungszustand führt.

Sicherheit steht an erster Stelle

Ein zentraler Aspekt, den die Expertin betont, ist die Konsensualität. BDSM basiert auf strengen Absprachen und gegenseitigem Einvernehmen.

  • Kommunikation: Vorab wird geklärt, was gewünscht ist und wo Grenzen liegen.
  • Safe-Words: Diese dienen dazu, das Geschehen jederzeit sofort abzubrechen, falls eine Grenze erreicht wird.

Fazit: Weg vom Stigma

Tanja Schmidt arbeitet daran, das Thema zu enttabuisieren. BDSM hat nichts mit psychischen Störungen oder Traumata zu tun, wie oft fälschlicherweise angenommen wird. Vielmehr ist es eine Form der Sexualität, die auf extremem Vertrauen und klarer Kommunikation basiert.

Quelle: Esslinger Zeitung