Kinky im Erzgebirge: Warum BDSM-Ferienwohnungen den Mainstream erreichen
Das Erzgebirge ist bekannt für Holzkunst und Bergbautradition – doch in Aue-Bad Schlema sorgt derzeit ein ganz anderes Projekt für Aufsehen. Mit den „Verdorbenen Welten“ hat der Unternehmer Thomas Barutta exklusive Erotik-Ferienwohnungen geschaffen, die sich speziell an die BDSM-Szene richten. Was früher als Tabu galt, ist laut Experten heute ein lukrativer Nischenmarkt.
BDSM als Teil der bürgerlichen Mitte
Der Sexualforscher Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß von der Hochschule Merseburg ordnet das Phänomen im Interview mit der Freien Presse wissenschaftlich ein. Seine zentrale Botschaft: „BDSM ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“ * Weg vom Schmuddeleck: Praktiken wie Fesselspiele oder Rollenspiele seien längst kein Ausdruck psychischer Störungen mehr, sondern eine Form der sexuellen Selbstverwirklichung.
- Qualität statt Hinterzimmer: Das Projekt im Erzgebirge spiegelt diesen Wandel wider. Statt düsterer Keller bietet Barutta hochwertige, stilvoll eingerichtete Apartments an, die den Wunsch nach Ästhetik und Komfort bedienen.
Ein Erbe mit Peitsche
Besonders pikant: Die Wohnungen befinden sich im ehemaligen Haus der Großmutter des Betreibers. Wo früher Alltag einkehrte, finden Gäste nun auf über 120 Quadratmetern professionelles Equipment und eine Atmosphäre vor, die Diskretion und Abenteuer vereint.
Warum das Erzgebirge?
Für den Experten ist der Standort kein Zufall. In ländlichen Regionen wächst der Bedarf an diskreten Rückzugsorten. Die Resonanz zeigt, dass das Angebot einen Nerv trifft – die Gäste kommen teils von weit her, um in der Idylle des Erzgebirges ihre Fantasien auszuleben.
Fazit: Das Projekt markiert den Wandel von der Subkultur zum Lifestyle-Angebot. Wenn Handschellen auf Heimeligkeit treffen, ist das im Jahr 2026 kein Skandal mehr, sondern ein cleveres Geschäftsmodell.
Quelle: Freie Presse