Fetische: Zwischen Leidenschaft und Leidensdruck
Ob Lack, Leder oder Füße – das Thema Fetischismus ist in unserer Gesellschaft oft noch ein Tabu, das irgendwo zwischen „Shades of Grey“ und echtem Schamgefühl schwebt. Ein aktueller Beitrag von Blick beleuchtet nun, was psychologisch hinter den speziellen Vorlieben steckt und warum sie für viele Betroffene mehr Last als Lust sind.
Woher kommt die besondere Vorliebe?
Die Wurzeln eines Fetischs liegen meist weit vor dem ersten richtigen Date. Psychologen sind sich einig: Die Weichen werden oft schon in der Kindheit oder frühen Jugend gestellt. Durch eine Art Fehlkonditionierung verknüpft das Gehirn sexuelle Erregung mit einem eigentlich neutralen Objekt oder Körperteil. Einmal gefestigt, bleibt diese Verbindung oft ein Leben lang bestehen.
Wann wird die Vorliebe zum Problem?
Ein Fetisch an sich ist erst einmal keine Krankheit. Zum Problem – in der Fachsprache paraphile Störung genannt – wird es erst, wenn:
- Leidensdruck entsteht: Der Betroffene schämt sich extrem oder isoliert sich.
- Zwanghaftigkeit: Sexuelle Befriedigung ist nur noch über den Fetisch möglich.
- Fremdschädigung: Wenn Handlungen gegen den Willen anderer oder mit nicht einwilligungsfähigen Personen (oder Objekten Dritter) stattfinden.
Interessanterweise sind Männer statistisch deutlich häufiger von Fetischen betroffen als Frauen. Die Gründe hierfür werden noch diskutiert, liegen aber vermutlich in der unterschiedlichen sexuellen Sozialisation und visuellen Prägung.
Raus aus der Scham-Ecke
Der wichtigste Schritt für Betroffene, die unter ihrer Neigung leiden, ist die Enttabuisierung. Therapie kann helfen, den Fetisch in ein gesundes Sexualleben zu integrieren, anstatt ihn zu unterdrücken – denn Unterdrückung verstärkt den Druck meist nur.
Fazit: Ein Fetisch ist erst mal nur eine Spielart der Sexualität. Erst wenn er die Lebensqualität einschränkt oder Grenzen überschreitet, ist professionelle Hilfe gefragt.
Quelle: Blick