26. Wave-Gotik-Treffen – Eine Nachlese

Wie jedes Jahr zu Pfingsten fand vom 02.06.2017 bis 05.06.2017 das 26. Wave-Gotik-Treffen ein Leipzig statt. Wie jedes Jahr strömten rund 10.000 Besucher zum weltweit größten Musik- und Kulturfestival der Alternativen und schwarzen Szene. Nach der Jubiläumsveranstaltung 2016 zum 25. WGT war das Programm diesmal nicht ganz so voll und fühlte sich auf den ersten Blick nach wenig an, aber es war eben wieder ein ganz normales WGT.

Viktorianisches Picknick im Clara-Zetkin-Park

Trotz Abspaltungsversuchen fand auch 2017 das freitägliche Viktorianische Picknick im Clara-Zetkin-Park statt. Extravagant gekleidet, fantasievoll im viktorianischen, Steampunk oder Dark-Romantik-Look traf man sich hier bei strahlendem Sonnenschein zum gemeinsamen Picknick und zum Sehen und gesehen werden. Die Leipziger und ihrer Besucher nutzen die Gelegenheit und schauen sich das muntere Treiben einmal aus der Nähe an.

Konzerte

Der diesmal wieder übersichtliche Programmplan verlockte zum genaueren hinsehen und so konnte man dieses Jahr wieder einige Perlen entdecken. Ob es die „Fledermausführung“ auf dem Südfriedhof, das Konzert „Herr der Ringe, Der Hobbit, Das Lied von Eis und Feuer“ in der Krypta des Völkerschlachtdenkmals, „The 60 Eyes“ in der Agra Halle, die aufstrebende deutsche Band „Chrom“ im Kohlrabizirkus, die Kultband „Funker Vogt“ in der Agra Halle, „Folk Noir“ mit jemand anderem Oliver S. Tyr und Stephan Groth von Faun, die zauberhafte Band „Annwn“ im Schauspielhaus oder das Konzert von „Suicide Commando“ in der Agra Halle – es gab jeder Menge interessantes zu entdecken.

Obsession Bizarr

Die Obsession Bizarr war wie immer gut gefüllt. Der Einlass lief wie in den letzten Jahren reibungslos und so kommt es immer seltener zu Problemen. Die Huppelhalle des Volkspalastes füllte sich schnell und die Party ging pünktlich los. Im Laufe des Abends folgenden dann 4 Bühnenshows.

Den Anfang machte ERLKÖNIG mit einer extravaganten Fashion Show. Schmerzmöbel zeigt danach, ganz untypisch unblutig eine Suspension Show. Mit der Modenschau von Shitake kamen Liebhaber von Lack, Leder und Latex auf ihren Kosten. Und zu guter letzte zeigte AMF KORSETS in ihrer Faschion Show ausgefallene Kombinationen und Model.

Die Playrooms waren wie immer von Anfang an gut besucht und so bildete sich teilweise eine lange Warteschlagen am Einlass zum Spielbereich.

Heidnisches Dorf

Das Heidnische Dorf entwickelt sich Jahr für Jahr mehr zum Anlaufpunkt von WGT-Tagestouristen. Dementsprechend ist das Heidnische Dorf immer gut gefüllt und das Band-Programm konnte sich dieses Jahr auch wieder sehen lassen. Danke verbessertem Kassenkonzept am Eingang sind die langen Schlangen die es noch vor wenigen Jahren gab längst Vergangenheit.

AGRA-Park

Der AGRA-Park ist und bleibt die zentrale WGT Location. Hier sind die Zeltplätz, hier finden viele Konzerte von Headlinern statt, hier trifft man sich, hier feiert man und hier geht man Einkaufen. Auch wenn dieses Jahr noch einige Fläche für Verkaufsstände leer geblieben sind, die Einkaufshalle ist von früh bis spät gut gefüllt und die Besucher bescheren den Händlern und Handwerkern gute Umsätze.

Fazit

Alles in allem war das WGT 2017 wieder viel entspannter als das Jubiläum im Jahr davor. Spannendes gab es wieder viel zu entdecken, die Organisation lief reibungslos und die Stimmung war gut. Im Mai nächsten Jahres findet das das 27. Wave-Gotik-Treffen statt – wir freuen uns heute schon darauf.

Filmtipp zum Thema Anderssein

Auf der diesjährigen Berlinale wurde der Film „Pieles“ des spanischen Regisseurs Eduardo Casanova gezeigt. In künstlerisch, durchgestylten Bildern erzählt er die Geschichte mehrerer, äußerlich andersartiger Personen, die sich im Laufe des Filmes miteinander verweben und stellt dabei die Suche nach Liebe, Beziehung und Sexualität in den Mittelpunkt.
Eine der Fragen, die der Film stellt, ist, woraus eine „Verunstaltung“ besteht: in der äußerlichen, anderen Erscheinung oder in der mangelnden Akzeptanz bei der Begegnung mit anderen Menschen. Der Film überzeichnet das Thema der anderen, äußerlichen Erscheinung bis hin ins Extreme und utopische, wirkt dabei teils verstörend aber dennoch nie kitschig, vielmehr beklemmend komisch und dennoch bewegend.
Als Gesprächseinsteig zum Thema „Andersseins“ (und ggfs. auf diesem Hintergrund zum Thema „Sadomasochismus“) kann der Film vielleicht eine Hilfestellung sein.

Ein Filmausschnitt in spanischer Originalfassung, mit deutschem Untertitel ist auf dem entsprechenden Homepageabschnitt der Berlinale zu sehen.
https://www.berlinale.de/de/programm/berlinale_programm/datenblatt.php?film_id=201715685#tab=video25 In deutsch synchronisierter Fassung ist der 77 minütige Film bereits auf Streaming-Portalen (z.B. Netflix) zu sehen.

 

Quelle: SWL

25. Wave-Gotik-Treffen – Eine Nachlese

„Das Ich“ auf dem 25. Wave-Gotik-Treffen

Kaum zu glauben, aber vom 13.05.2016 bis 16.05.2016 bereits fand zum 25. Mal das Wave-Gotik-Treffen in Leipzig statt. Im Jahr 1992 unter dem Name „Wave-Gothic-Treffen“ mit 8 Bands gestartet hat sich das WGT zu einem der weltweit größten Musik- und Kulturfestival der Alternativen und schwarzen Szene entwickelt. Mit „Das Ich“ trat 2016 sogar eine Gruppe des allerersten WGT Lineups von 1992 zum 10. Mal auf dem WGT auf.

Mit 243 Künstlern und 75 offiziellen Veranstaltungsorten war das Programmheft diesmal so voll das es in zwei Teilen gedruckt wurde und trotz immenser Größe fast nur mit der Lupe lesbar war.

BELANTIS – Das AbenteuerReich zum WGT 2016

Los ging es dieses Jahr aber eigentlich schon einen Tag vorher. Bereits am Donnerstag öffneten das Belantis zur Auftaktveranstaltung mit einem Höhenfeuerwerk seine Tore. Rund 10.000 Besucher nutzen bis in den Morgen alle (geöffneten) Attraktionen und feierten auf 4 verschiedenen Floors. Damit hatten aber wohl die Organisatoren des Belantis nicht gerechnet und so wurde zumindest die Essensversorgung ab 1 Uhr bereits zum Engpass. Ein weiterer Kritikpunkt war das leider für Kinder relativ wenig geboten war obwohl etliche Familien wohl anderes gehofft hatten. Auch hat das kassieren von Parkgebühren durchaus ein „Geschmäckle“ hinterlassen da sonst auf dem Parkplatz keine Parkgebühren erhoben werden.

Viktorianisches Picknick im Clara-Zetkin-Park

Bei strahlendem Sonnenschein fand dann am Freitagnachmittag das mittlerweile legendäre Viktorianische Picknick im Clara-Zetkin-Part statt. Hier trafen man sich wieder, extravagant gekleidet, fantasievoll im viktorianischen, Steampunk oder Dark-Romantik-Look zum gemeinsamen Picknick und zum Sehen und gesehen werden. Leider hat sich 2015 ein Teil der Picknick Besucher abgespaltet und haben auch 2016 wieder ein Victorian Village in der Arena des Panometer veranstaltet. Am Andrang im Clara-Zetkin-Park hat sich aber merklich nichts geändert.

Konzert Welle: Erdball

Wie man es zu einem 25. Jubiläum erwarten konnte waren besonders viele namhafte Künstler vertreten und machten die Auswahl der Konzerte noch schwieriger als sonst. Auffällig war das frühe letzte Konzert am Sonntag von Mesh im Kohlrabizirkus, wer hier eine Überraschung vermutete wurde mit einem Konzert von Welle:Erdball belohnt. Und so war das ganze WGT Programm dieses Jahr mit vielen kleinen und größeren Perlen geschmückt.

Außenperformance Schmerzmöbel

Und natürlich waren wir auch in diesem Jahr für euch wieder auf der Obsession Bizarr dabei. Noch bevor es im Volkspalast los ging, zeigte Schmerzmöbel im Außenbereich wieder eine ihrer aufwändig und mit viel Liebe zum Detail gestalteten Shows. Exklusive Bilder dazu gibt es hier.

Die Obsession Bizarr war wie immer gut gefüllt. Der Einlass läuft seit ein paar Jahren reibungslos und so kommt es immer seltener zu Problemen. Die Huppelhalle des Volkspalastes füllte sich schnell und die Party ging pünktlich los. Im Laufe des Abends folgenden dann 6 Bühnenshows. Bella Holmes Fashion Art inszenierte ihre Dessous Modenschaut mit viel akrobatischem Stangentanz. Später ließ Dan von Hoyel buchstäblich eine Latex-Puppe an Seilen tanzen. Für eine Show von Dan unspektakulär aber trotzdem schön anzuschauen. Die Hüllen, zumindest teilweise, lies dann Samira in ihrer Burlesque Show. Danach zeigt uns Anne Marie Kot, die 2-fache Weltmeisterin im Stangentanz in einer atemberaubenden Show oh können. Eine sehr ästhetische Bondageshow mit Gesangsdarbietung war dann etwas später von The Sinderellas & Vita Minima zu sehen. Und zu guter letzte zeigte uns Tourniquet Costume Art in seiner Modenschau aufgefallene „tierische“ Kostüme.Die Playrooms waren wie immer von Anfang an gut besucht und so bildete sich teilweise eine lange Warteschlagen am Einlass zum Spielbereich.

Heidnisches Dorf

Wer unsere Berichte in den letzten Jahren verfolgt hat weiß, dass wir auch immer auf ein Ohr für die Stimmung untern den Besuchern haben und versuchen in Gesprächen das ganze etwas herauszuhören. Dieses Jahr hatten wir den Eindruck das WGT ist endlich „angekommen“. Der Sturm und Drang der vergangenen Jahre hat sich gelegt und es ist alles viel unaufgeregter geworden. Auch in den Medien wurde weniger sensationsheischend sondern mehr begleitend und erklärend berichtet. WGT Guides, Ausflugstipps und vieles mehr war beinahe schon ein normaler Bestandteil in regionalen Zeitungen und in überregionalen Medien. Organisatorisch gab es offenbar dieses Jahr auch keine nennenswerten Probleme. Das „Heidnisches Dorf“ als Alternative für Tagesgäste die kein Festivalbändchen kaufen wollen, ist inzwischen fester Bestandteil des Konzeptes und dem wird durch deutliche Erweiterung des Konzertangebotes, Bühnentechnik und auch durch Ausbau der Kassen am Eingang Rechnung getragen.

Alles in allem war das WGT 2016 für uns eines der anstrengendsten (was das Pensum der Veranstaltungen begrifft) aber auch eines der entspanntesten (was Organisation und Stimmung betrifft) Treffen von dem wir bisher berichtet haben. Nur eins werden wir vermutlich nie verstehen: Warum gehört „absaufen“ eigentlich zum Pflichtprogramm auf dem WGT Zeltplatz?

Island entfernt u.a. BDSM aus der Liste der Krankheiten

Wie am 12. Dezember 2015 auf der Website „The Leatherstory.eu Fondation“
berichtet wird, hat die isländische Direktion für Gesundheit die
offizielle Empfehlung abgegeben Sadomasochismus,Fetischismus,
Transvestismus und fetischer Transvetismus aus der offiziellen Liste der
Krankheiten zu entfernen.

Island folgt nun als 5. Staat mit diesem Schritt zur Entfernung von BDSM
als Krankheit aus den jeweiligen nationalen ICD-Schlüsseln den
skandinavischen Staaten Dänemark (1994/95), Schweden (2009), Norwegen
(2010) und Finnland (2012).

Da BDSM im Laufe der Zeit immer stärker in der Popkultur akzeptiert
wird, findet Island es als unangemessen, BDSM weiterhin als Krankheit zu
klassifizieren.

Im DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) ist
BDSM als eine psychische Krankheit nicht mehr enthalten.

Originaltext:
„The Icelandic Directorate of Health has issued an official
recommendation for BDSM to be declassified as a disease. Iceland is the
fifth country in the world to remove BDSM from the offical list of diseases.

BDSM ? short for bondage and discipline, dominance and submission/sadism
and masochism ? will no longer be seen as a disease following an
official recommendation by the Icelandic Directorate of Health. Iceland
follows the lead of its Nordic neighbours Denmark (which declassified
BDSM as a disease in 1994/5) and Sweden (2009), Norway (2010) and
Finland (2012).

The change in policy comes after a request from the Icelandic BDSM
Association which asked for BDSM to be removed from the official list of
diseases earlier this year. In September the Icelandic Directorate of
Health announced it would be willing to do so. Following the
recommendation, dual-role transvestism, fetishism, fetishistic
transvestism and sadomasochism will now all be removed from the
Icelandic register of diseases,

BDSM in Europe

While Iceland now deems classifying BDSM as a disease to be
?inappropriate? and BDSM has become more accepted in general pop
culture over the years, many countries still officially list BDSM as an
illness or an act of violence punishable by law. For example, in 2015
The Netherlands? Ministry of Justice requested an official research
report on BDSM in Holland to determine whether legal action should be
taken against BDSM and those who practice it. The report was published
in 2015 and stated there was no reason to take legal actions against
those engaging in BDSM. Nevertheless, BDSM is still officially
considered as a mental illness in The Netherlands, as well as many other
countries in Europe and the world.

Update: 13-12-2015

As our visitors point out: BDSM was removed as a mental illness from the
DSM-V. The Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM)
is the leading guideline in many countries, including The Netherlands.
They removed the name BDSM from it entirely in DSM 4 (1994) and put it
back in in version 5 (2013) to be able to name the difference between
normal BDSM behavior and BDSM-related behavior that is not healthy. More
here. That said, BDSM is still seen as a mental illness or an act of
violence by general society and the law in most countries.“

Quelle: http://www.leatherhistory.eu/?p=8170

für weitere Infos:

– Finnland entfernt fünf Sexual-Diagnosen aus seiner ICD-Version
http://www.schlagzeilen.com/de/news/2532.htm

– Schweden streicht sieben „sexuelle Verhaltensweisen“ von der Liste der
Krankheiten
http://www.schlagzeilen.com/de/news/2230.htm

– Projekt „revise f65“
http://www.revisef65.org/europridetysk.html

– Wikipedia-Eintrag zu DSM-5
<https://de.wikipedia.org/wiki/DSM-5

 

Quelle: SWL

Kinostart „The Duke of Burgundy“ am 03.12.2015

Am 3. Dezember 2015 erfolgt in Deutschland durch den Salzgeber-Filmverleih der Kinostart des englischen Kunstfilms „The Duke of Burgundy“. Im Mittelpunkt des Films steht ein lesbisches Pärchen, welches eine SM-Beziehung führt.

Inhaltsangabe:

„In einem alten herrschaftlichen Haus irgendwo in Europa leben die Insektenforscherinnen Evelyn und Cynthia. Ihre Tage laufen immer nach dem gleichen Muster ab: Die strenge Cynthia widmet sich ihrer wissenschaftlichen Arbeit, während Evelyn zu entwürdigenden Tätigkeiten abkommandiert wird.

Bald wird klar, dass es sich dabei um das alltägliche erotische Ritual eines Liebespaars handelt. Niemand stört sie in ihrer idyllischen ländlichen Abgeschiedenheit, in der ihre einzigen sozialen Kontakte regelmäßige Vorträge über Schmetterlinge und Grillen vor weiblichem Publikum sind. Doch im Laufe des Herbsts verändert sich das Machtverhältnis zwischen den beiden Frauen und ihre Rollenspiele nehmen die Züge eines subtilen Psychothrillers an.

Eines Tages hält sich Cynthia nicht mehr an das verabredete Codewort…“

Quelle: http://www.salzgeber.de/presse/pressehefte/DUKE_ph_Web.pdf

Die Deutschland-Premiere fand im Oktober dieses Jahres auf dem Hamburger Filmfest statt, beim diesjährigen Kieler Fetisch-Film-Festival wurde das Filmplakat ausgezeichnet.

Aktuell sind folgende Aufführungen in folgenden Städten geplant

  • Bamberg
  • Berlin
  • Dortmund
  • Dresden
  • Düsseldorf
  • Erfurt
  • Frankfurt am Main
  • Hamburg
  • Kiel
  • Köln
  • Leipzig
  • Regensburg
  • Stuttgart

Nähere Infos zu den Aufführungsorten findet man unter http://kinofinder.kino-zeit.de/programmsuche/the-duke-of-burgundy.

Duke of Burgundy ein Film von Peter Strickland mit Sidse Babett Knudsen, Chiara D’Anna u.a. UK 2014, 106 Minuten, englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

für weitere Infos:
Weblink zum IMDB-Eintrag http://www.imdb.com/title/tt2570858/
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=RFt6QEhhuOM
Salzgeber-Filmverleih: http://www.salzgeber.de/

Quelle: SWL

 

Rückschau SundMehr: Gespräch mit Psychologen über „genug, mehr als genug oder zu viel?“

Zum Gespräch mit einem Psychologen, über das Thema „genug, mehr als genug oder zu viel“, trafen sich zehn Gesprächskreisteilnehmer am 25. September 2015 am gewohnten Ort. Als die Vorstellungsrunde mit der Frage verbunden wurde, woran die Anwesenden merken, dass sie von etwas genug haben, stellte sich heraus, dass viele das Gefühl, „genug zu haben“ gar nicht kannten – oder es negativ konnotierten, vor allem in Verbindung mit einer SM-Session. Als Beispiele wurde ein Schlafdefizit genannt, die genaue Beobachtung, die der Aktive aufbringen muss, um die Aufnahmefähigkeit seines Gegenübers nicht zu überschreiten, die Erfahrung auf passiver Seite, dass schmerzhafte Praktiken nur noch weh tun und eben kein lustvolles Gefühl mehr mit sich bringen und dass etwas keinen Spaß mehr macht. Kaum wurde ?genug? als Zustand beschrieben, in dem ein Bedürfnis so befriedigt ist, dass man nicht mehr danach streben muss, wie dies bei Hunger oder Durst der Fall ist.

Michael Kief erläuterte zum Einstieg, dass er auch die Situation kenne, dass es an Arbeit ein „zu viel“ gibt oder im Gegenzug ein Urlaub doch am besten niemals enden solle – während ihm klar sei, dass jeder Mensch des „süßen Nichtstuns“ mal überdrüssig würde und ging dann bei seinen Erläuterungen zu Wahrnehmungsphysiologie über. Ihm sei bei seiner Arbeit klar geworden, wie verschieden Sinneszellen auf äußere Reize reagierten: Einige würden nur unterscheiden, dass ein Reiz kommt, während andere Zellen unterscheiden, wie intensiv ein Reiz ist (zum Beispiel bei Druck auf die Haut), um nach einem zunächst hohen „Aktionspotential“ die Reizweiterleitung zu senken. Geruch, beispielsweise, wird bei langsamem Auftreten des Reizes geringer, bei Gewöhnung sogar nicht mehr wahrgenommen – weshalb man beim Verlassen eines Raumes mit viele Menschen erst beim Hereinkommen wahrnimmt, dass die Luft „verbraucht“ riecht, wenn nicht sogar „nach Mensch“.

Neben der Reizaufnahme spielten beim Thema Wahrnehmung auch Botenstoffe eine große Rolle, sobald der Reiz aufgenommen, und dann weitergeleitet werden muss. Die entsprechenden Botenstoffe müssen vom Körper biochemisch hergestellt werden, was bei mancher Reizweiterleitung dazu führen kann, dass sie unterbrochen wird, wenn der Vorrat an Botenstoffen zur Neige gegangen ist, sodass neue gebildet werden müssen. Die Folge ist, dass ein Sinnesreiz für eine gewisse Zeit nicht wahrgenommen wird.

Zudem gibt es Reize, die vom Gehirn, herausgefiltert werden: Die Uhr, die im Zimmer tickt, wird vielleicht nur kurzzeitig bemerkt, später dann nicht mehr. „Habituation“ nennen Fachleute diesen Effekt. So werden körpernahe Reize, wie die Bekleidung, die man nur beim Anziehen auf der Haut spüre, den Tag über nicht mehr, auch herausgefiltert. Bei Menschen mit autistischen Störungen stelle dies beispielsweise ein Problem dar: Hier funktioniert teilweise dieser Filter- und Abgrenzungsmechanismus nicht, was zu großem Stress, zu Belastung und Unruhe führt, die von außen dann als „Verhaltensstörung“ betrachtet wird.

Gleichzeitig kann starker Druck auf den Körper, auch sehr beruhigend wirken: Säuglinge wurden früher sehr stark und eng gewickelt – gepuckt – damit sie sich beruhigen, statt unkontrolliert ihre Extremitäten zu bewegen, und einschlafen. Interessanterweise spielt auch bei vielen Sadomasochisten eine Ruhigstellung durch Bondage, Vakuumbetten oder Mumifizierung eine Rolle und die durch diverse TV-Reportagen bekannte Autistin Temple Grandin, konstruierte sich eine „Berührungsmaschine“, die sie mittels gepolsterter Platten von mehreren Seiten stark zusammen presst.

Geht man weg, von der Reizwahrnehmung und -verarbeitung, so ist auffallend, dass Kleinkinder sich vor allem für neue Reize interessieren. Will man deren Aufmerksamkeit erregen, bringt man einen neuen Gegenstand in das Gesichtsfeld. Als Rückschluss lässt sich daraus festhalten, dass wir neue Reize benötigen, so der Psychologe. Bliebe alles gleich, würden wir der alten, längst bekannten Reize schnell überdrüssig. Dennoch haben Menschen auch Genuss an Wiederholung und Vertrautheit, weil dies Sicherheit gäbe. Der Schweizer Entwicklungspsychologe Jean Piaget nenne diesen optimalen Zustand der Balance zwischen neuem und bekanntem „Äquilibration“. Reize würden entweder dem bekannten Verständnis zugeordnet (Assimiliation) oder das bekannte Denkschema wird ausdifferenziert, sodass es sich dem Reiz anpasst, beziehungsweise dazulernt (Akkomodation).

Aus der Runde wurde hierbei ein Bezug hergestellt, dass Rituale bei Sessions eine große Rolle spielten, wiewohl dennoch auch Abwechslung gewünscht wird. Eines von vielen möglichen Problemen bei einem Geschehen zwischen mehreren Personen stellt hier der stets vorhandene Bedarf des Aushandelns zwischen den Beteiligten dar.

Dass die Frage nach dem „Genug“ oder der Sättigung bei Sadomasochisten so schwer zu klären ist, scheint stark von der Tatsache geprägt zu sein, dass sehr viele verschiedene Sinneserfahrungen, plus soziale Empfindungen zusammenspielen und die zugehörigen Gefühle prägen, die sich im Verlauf eines Spieles ständig verändern, stellte sich im Gespräch zwischen Gast und Teilnehmern heraus. Denkbar ist, dass eine Sinneskategorie bereits gesättigt, eine andere noch offen ist, sodass eine Session weiter gehen kann. Übertragen auf körperliche Bedürfnisse würde dies bedeuten, dass der Zustand der Grundversorgung gestillt ist, wenn ich Mittags nicht nur satt gegessen und getrunken habe, sondern gleichzeitig frisch geduscht bin, den Toilettengang verrichtet habe und mich ausgeschlafen fühle, den Kopf frei habe (und die Haare geschnitten sind, die Bekleidung gebügelt?). Selten trifft alles im Lebensalltag so perfekt aufeinander.

Der Begriff „genug“, ist vielleicht viel zu pauschal gedacht, ergab das Gespräch mit dem Fachmann weiter. Zudem fühlen manche Genüsse sich nur in der Phantasie so gut an, dass sie endlos hinausgezögert werden sollten. Wer hungrig ist, mag im Sommer von 10 Kugeln Eis fantasieren, so Kief in einem Beispiel. Hat man dann die siebte gegessen, wird die Sehnsucht schon blasser, weil sie von der Realität eingeholt wird. Dennoch sei dieses Schwelgen in der Phantasie legitim, es stelle sich nur die Frage: „wie erreiche ich mein Glück.“ Die vom Calvinismus geprägte, westliche, kapitalistische Strategie versuche hier den Konsum zu steigern. Eher östlich geprägte Weltanschauungen gingen eher in die Richtung, den Verzicht zu empfehlen, indem Genuss am Geringen gefunden wird.

Ein Beziehungsgeschehen, wie es bei Sexualität der Fall ist, bringt immer die Notwendigkeit des Aushandelns mit sich. Jeder muss offen legen, was für ihn wichtig ist; denn was für den einen reicht, verlangt beim anderen noch nach Steigerung. Der einzige Weg, das Problem zu lösen ist in Partnerschaften Transparenz. Das Abändern, oder die Variierung einer Gewohnheit, mindert dabei nicht den Wert, den diese Jahrelang für eine Person gehabt hat, gab der Psychologe den Anwesenden mit.

Die geringer Teilnehmerzahl an diesem Abend, bot die Möglichkeit für einen intensiven Austausch. So wurde im abschließenden Gespräch die Frage gestellt, ob es einen Mechanismus gäbe, der einen im Vorfeld erkennen ließ, dass lange gehegte Wünsche doch nicht umsetzbar sind, sodass man vor dem Scheitern bewahrt bliebe. Hier blieb die Antwort offen, denn einerseits könne die Phantasie ja reichen, zumal Anwesende die Erfahrung teilten, dass Phantasien sich im Laufe der Jahre veränderten. Auch Tagträume, die als Jugendlicher vorhanden waren, und die nicht umgesetzt wurden, hatten sich bei einem Teilnehmer verändert – ohne, dass schmerzhaftes Bedauern über ein nicht gehabtes Erlebnis zurück geblieben war. Andere bestätigten die Gefahr, auf der Suche nach dem Traumpartner an dem Mensch, mit dem man glücklich sein Leben teilen könnte, vorbei zu gehen. Eine übergroße Erwartungshaltung kann die Chance auf Erfüllung aller Sehnsüchte zunichte machen.

www.sundmehr.de in Kooperation mit AK SMuC www.sm-und-christsein.de

 

Quelle: SWL

Leipzig: 22. – 25. Mai 2015 – Das 24. Wave-Gotik-Treffen – schwarz-romantische Festspiele jedes Jahr zu Pfingsten in Leipzig

Überblick

wgtbanner22015 findet das WGT zum 24.Mal statt. Vom 22. bis 25. Mai feiern wieder mehr als 20000 Gothics aus aller Welt die internationale Familienzusammenkunft der Gothic-Szene. Das Wave-Gotik-Treffen ist in seiner Art in dieser Größe weltweit einmalig.

Über die ganze Stadt verteilt werden etwa 200 Bands und Künstler auftreten und dabei erneut alle Spielarten dunkler Musik aufführen: Von Future-Pop bis Goth-Metal, von EBM bis Apocalyptic Folk, von mittelalterlichen Klängen bis zu elegischem Post Punk. Neben bekannten Szenegrößen laden weniger bekannte, wirkliche „Undergroundbands“ und Künstler aus den Randbereichen der Szenemusik zu musikalischen Neuentdeckungen ein. Die Konzerte und Veranstaltungen des WGT finden an rund 50 Orten in ganz Leipzig statt, so etwa in den altehrwürdigen Gemäuern der Moritzbastei, in der neo-antiken Kuppelhalle Volkspalasts oder auch mal im Freien, wie auf der Parkbühne. Auch wundervolle klassische Musik gehört erneut zum WGT-Programm, darunter Opern, Kammermusik und Chorwerke.

Doch Musik ist ja längst nicht alles, was das WGT zu bieten hat. Es wird einen romantischen Mittelaltermarkt geben, das „Heidnische Dorf“, auch Lesungen, Ausstellungen, Theater und Filmaufführungen sind Teil des Programms. In historischer Gewandung versammelt man sich zu einem Viktorianischen Picknick im Park, begleitet von einem Kammermusikensemble. Ein riesiger Gothic-Markt bietet so ziemlich alles feil, was das Szeneherz begehrt. In unzähligen Klubs laden Szene-DJs aus aller Welt bis zum Morgengrauen zum Tanzen ein. Ein Bummel durch die Leipziger Innenstadt lohnt sich besonders für Kunst- und Kulturinteressierte: Der Eintritt in mehrere Leipziger Museen ist mit WGT-Bändchen frei, so etwa im Museum der Bildenden Künste, im Ägyptischen Museum und in die Grassimuseen. Zudem bieten diese Museen spezielle Führungen für WGT-Besucher an. Daß schwarze Kultur und christlicher Glaube sich nicht ausschließen, zeigt der seit jeher gut besuchte Szenegottesdienst des WGT in der Peterskirche.

Der große Treffen-Zeltplatz liegt auf dem Gelände der ehemaligen Landwirtschaftsmesse „agra“ am Rande der Stadt. Mit den Obsorgekarten, die zum Zelten berechtigen, bekommt man auch den Pfingstboten, das ausführliche WGT-Programmbuch. Die öffentlichen Nahverkehrsmittel der Stadt können von Freitagmorgen bis Dienstagmittag alle WGT-Gäste kostenlos benutzen.
Das Beste am Wave-Gotik-Treffen aber ist seine einzigartige, magische Atmosphäre, die man überall in Leipzig spüren kann. Gruftis aus aller Herren Länder feiern entspannt und friedlich, erfreuen sich an allen Facetten ihrer Subkultur, genießen ihr Zusammensein und tauchen die Straßen und Plätze einer ganzen Stadt in vielfältiges Schwarz. Tausende Gothics kommen einmal im Jahr nach Hause – zum Wave-Gotik-Treffen.

Natürlich findet auch dieses Jahr wieder die SM- und Fetisch-Party Obsession-Bizarr am WGT Samstag (23.05.2015) in der Kuppelhalle des Volkspalast statt. Beim Einlass wird streng auf den Dresscode (Lack, Leder, Latex, Kinky, Glamour, Uniform, Drag, Gothic Erotic) geachtet. Daher unbedingt passende Kleidung anziehen und bereits vor dem Einlass auch nicht mit Halsbändern oder anderem Equipment sparen. Hat man diese Hürde genommen kann ausgiebig und sehr freizügig gefeiert werden. Auch stehen wieder zahlreiche Playrooms mit verschiedenen Spielmöbeln zur Verfügung. Genauere Programminformationen liegen uns derzeit (vor allem bzgl. der Shows) nicht vor. Wir reichen diese nach sobald uns hier genauere Informationen vorliegen.

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Künstler

Folgende Künstler haben ihren Auftritt beim 24. Wave-Gotik-Treffen bereits zugesagt (zuletzt aktualisiert: 23.03.2015):

.com/kill (D) – Accessory (D) – Agent Side Grinder (S) – Antimatter (GB) akustischer und elektrischer Auftritt – Ari Mason (USA) – Ash Code (I) – Ashes You Leave (HR) – Ashram (I) – Astari Nite (USA) – Asynje (DK) – Automelodi (CDN) – Bella Donna (D) – Birdmachine (D) – Black Lung (AUS) – Blood And Sun (USA) – Captain Reckless & The Lost Souls (AUS) – Centhron (D) – Clan Of Xymox (NL) – Cromdale (D) – Deine Lakaien (D) – Die Kammer (D) – Dupont (S) – Eisbrecher (D) – Eisregen (D) – Empathy Test (GB) – Esa (GB) – Escape With Romeo (D) – Evi Vine (GB) – Faey (D) – Fields Of The Nephilim (GB) Konzert zum 30. Jubiläum – Fixmer/McCarthy (F/GB) – Ghosts Of Dawn (D) – Grendel (NL) – Harmjoy (D/USA) – Heldmaschine (D) – Hezzel (LV) – Jo Quail (GB) – Keluar (D/GB) – King Dude (USA) – Klutae (DK) – Koffin Kats (USA) – L’ame Immortelle (A) – Last Dominion Lost (AUS) – Lights Of Euphoria (D) – Lisa Cuthbert (IRL) – Majdanek Waltz (RUS) – Minuit Machine (F) – Mono Inc. (D) – Mono No Aware (D) – Morthound (S) – Mushroom’s Patience (I) – Nachtmahr (A) – Nosferatu (GB) – NZ (A) – Orphx (CDN) – Otto Dix (RUS) – Polaroid Kiss (GB) – Qntal (D) – Rabbit At War (D) – Rezurex (USA) – Roma Amor (I) – Samsas Traum (D) – Sólstafir (IS) – Seasurfer (D) – Skyforger (LV) – Snog (AUS) – Soko Friedhof (D) – Sol Invictus (GB) spielen das Album „In The Rain“ – Soror Dolorosa (F) – Spencer (CH) – Stoneman (CH) – Substaat (N) – Sweet Ermengarde (D) – Terrorfrequenz (D) – The Exploding Boy (S) – The Other (D) – The Present Moment (USA) – The Saint Paul (D) – Twisted Nerve (GB) – Two Witches (FIN) – Unterschicht (D) – Unto Ashes (USA) – While Angels Watch (GB) – Wrangler (GB) –

Für weitere Informationen über die auftretenden Künstler gibt es hier eine Auflistung der offiziellen Bandseiten: http://www.wave-gotik-treffen.de/forumwgt3/viewtopic.php?f=3&t=21362

Auf der WGT-Webseite kann man sich für den elektronischen Rundbrief „Treffen Weltbote“ eintragen, der über Programmneuigkeiten informiert.

Fakten

  • Termin: 22. – 25. Mai 2015
  • Ort: Leipzig (an rund 50 Veranstaltungsorten über die ganz Stadt verteilt), Zeltplatz und Hauptveranstaltungsort am Stadtrand auf dem agra-Messegelände Markkleeberg Internetseiten: www.wave-gotik-treffen.dewww.facebook.com/WaveGotikTreffen
  • Musikrichtungen: alle Arten von dunkler Musik: Gothic; EBM; Industrial; Dark Ambient; Apocalyptic Folk; Post Punk, Synthpop etc.
  • Eintrittskarten: 4-Tageskarte für alle Veranstaltungen im Rahmen des 24. Wave-Gotik-Treffens Pfingsten 2015 zu 99,- € im Vorverkauf (inkl. VVK-Gebühr). Die Veranstaltungskarte beinhaltet die Fahrtberechtigung für Nahverkehrsmittel (Straßenbahn, Busse, S-Bahn des MDV Zone 110) vom 22.Mai, 08:00 Uhr – 26.Mai, 12:00 Uhr (ohne Sonderlinien)
  • Zelten: mit Obsorgekarte zu 25,- € (inkl. VVK-Gebühr) mit folgendem Leistungspaket:
    Zeltplatznutzung auf dem Treffenzeltplatz, „Pfingstbote“ – das ausführliche Treffen-Programmbuch. Ohne Obsorge-Karte sind das Betreten und die Nutzung des Treffenzeltplatzes nicht möglich. Die Obsorge-Karte gilt nur in Verbindung mit einer Treffen-Veranstaltungskarte.
  • Parken: Für das Parken auf dem Treffengelände ist eine Parkvignette zu 15,- € (inkl. VVK-Gebühr) für den gesamten Treffen-Zeitraum erforderlich. Ohne Parkvignette ist das Parken auf dem Treffengelände (agra-Treffenpark) nicht möglich.
  • Bestellen: Karten sind bestellbar über www.wave-gotik-treffen.de
  • Erwartete Besucherzahl: ca. 20000
  • Kontakt: Telefon: 0341-2120862 / E-Mail: info@wave-gotik-treffen.de
  • Photos: Auf der Webseite www.wave-gotik-treffen.de/photogallery.php

WGT-Spezialtips

Neben bekannten Szenebands hält das kommende WGT erneut etliche musikalische Perlen bereit, deren Namen vielleicht nicht jedem bekannt sind, die aber dennoch oder gerade deshalb großartige, nicht alltägliche Konzerterlebnisse versprechen. Es lohnt also, sich das Programm vorab genauer anzuschauen und hier und da mal reinzuhören. Es folgen ein paar Tips zu solchen weniger bekannten, aber interessanten Bands und Künstlern auf dem 24. WGT, nebst Hörbeispiel.

Agent Side Grinder
Electronic, Post Punk | Schweden
https://www.youtube.com/watch?v=Y5eTBMIoK0I
Eigentlich schon lange kein Geheimtip mehr, denn der spezielle Reiz dieser Band hat sich längst herumgesprochen. Die rohe Kraft von The Klinik oder Suicide gepaart mit Ohrwurm-Synthies und melodischen Baßläufen, die Peter Hook blaß werden lassen. Live wird hier zudem nicht nur das Notebook aufgeklappt, sondern es sind jede Menge authentische Uralt-Synths, Tape-Loop-Maschinen u.v.m. auf der Bühne zu bestaunen – ein Fest für Ohren, Augen, Herz und Tanzbein.

Ash Code
Post Punk | Italien
https://www.youtube.com/watch?v=MIqgiu4RcfM
Junge Band auf dem momentan durchrauschenden Zug des Post-Punk-Revival, für Freunde von The Soft Moon, She Past Away oder Ulterior.

Automelodi
Minimal Wave, Synthpop | Kanada
https://www.youtube.com/watch?v=T1PDnNdTNwY
Tanzbarer, melodischer analoger Synthwave, dargeboten von einem charismatischen und bühnenaktiven Frontmann. Für Freunde von Label-Kollegen wie Martial Canterel oder Xeno & Oaklander, die das WGT in der Vergangenheit beehrten.

Blood And Sun
Neofolk | USA
https://www.youtube.com/watch?v=kpEbW0ecI4s
OK, bei dem Bandnamen hätte man sich den Genre-Hinweis auch sparen können. Aber abgesehen von Klischees mal wieder ein schöner
Neuzugang in einem ansonsten nahezu toten Genre.

Empathy Test
Synthpop | Großbritannien
https://www.youtube.com/watch?v=SxFGMVUb2mo
Blutjunges Duo aus London, deren Ohrwürmer es aber bereits jetzt mehr als verdient haben, von einem größeren Publikum gehört zu werden.

Evi Vine
Post Rock, Ethereal | Großbritannien
https://www.youtube.com/watch?v=vOv7W-13zQs
Im Grunde hätte sie es verdient, von einem weltweiten Millionenpublikum vergöttert zu werden, dennoch spielt sie nach wie vor in winzigen Clubs, was etwas verwunderlich ist. Manch einer kennt sie sicher schon von ihrer Kollaboration mit The Eden House. Kürzlich veröffentlichte sie ihr zweites Album und es erscheint angemessen, daß dieser Ausnahmekünstlerin mehr Aufmerksamkeit zuteil wird. Es gibt wohl nur wenige weibliche Stimmen, die einen derart in ihren Bann ziehen können, und eingebettet in traumhafte Musik das Herz auf’s Schönste zerquetschen.

Keluar
Minimal Synth | Deutschland/Großbritannien
https://www.youtube.com/watch?v=wIZmtzUCGjk
Quasi das Nachfolgeprojekt der göttlichen Linea Aspera. Im Vergleich noch etwas kälter und härter aber noch immer umwerfend, was vor allem der Stimme von „Zoè Zanias“ geschuldet ist, die direkt unter die Gänsehaut geht.

King Dude
Dark Folk, Americana | USA
https://www.youtube.com/watch?v=BiSnI8vyxx0
Manch einer vermutet hier die Wiedergeburt von Johnny Cash. Sicher nicht ganz, aber der düstere amerikanische Folk von Thomas Jefferson Cowgill ist auf jeden Fall auf seine ganz eigene Art spannend und vermag es, einen Konsens zwischen Vertretern verschiedenster Subszene-Strömungen herzustellen.

Lisa Cuthbert
Alternative, Dark Rock | Großbritannien
https://www.youtube.com/watch?v=pvFcY7p0lHk
Die Presse bezeichnete sie als „düstere Variante von Tori Amos“, was schon ziemlich nah rankommt. Manch einer hat sie vielleicht bei ihrem WGT-Debüt 2010 oder einem ihrer Auftritte als Gastsängerin von Antimatter oder den Sisters gesehen. Auf jeden Fall erlebenswert.

NZ
EBM | Österreich
https://www.youtube.com/watch?v=nZL3BdTpzC0
Junges Projekt mit ganz klaren alten Vorbildern: Pouppée Fabrikk und Nitzer Ebb.

Orphx
Industrial, Techno, IDM | Kanada
https://www.youtube.com/watch?v=D5QzeanQTYI
Kultprojekt aus dem Bereich des hochwertigen technoiden Industrial – zum 1. Mal beim WGT.

Polaroid Kiss
Synthpop, Alternative | Großbritannien
https://www.youtube.com/watch?v=fw1RiP618sY
Recht vielversprechendes Projekt des Produzenten Brandun Reed mit dem Ex-Schlagzeuger von Placebo (Steve Hewitt) und weiteren Gästen.

Snog
Electro, Experimental, IDM | Australien
https://www.youtube.com/watch?v=dFaqsc4lNyk
Eine Band, die man partout in keine Schublade stecken kann. Im Laufe ihrer Karriere trifft Techno auf Country, EBM auf Folk. Man darf gespannt sein auf die Live-Umsetzung.

Sólstafir
Post Rock, Black Metal, Alternative | Island
https://www.youtube.com/watch?v=GL3LVlDtoUY
„Sigur Rós goes Metal“ schreibt die Presse. Und hat Recht und Unrecht zugleich. Eine typisch isländische Band zwischen allen Stühlen, die über Genrezuordnungen nur müde lächeln kann. Auch ihre Videos sind beeindruckend.

Sweet Ermengarde
Gothic Rock | Deutschland
https://www.youtube.com/watch?v=42Q0sNZ9yR4
Interessante neue Band, die das Rad nicht neu erfinden muß, um zu begeistern. Klar haben sie bestimmt mindestens zwei Platten von den Fields im Schrank, aber was kann daran schon falsch sein?

The Present Moment
Minimal Synth | USA
https://www.youtube.com/watch?v=4hs_r2_iuVo
Eine weitere Band aus dem Mannequin Records-Umfeld (Sixth June, Frank (Just Frank), Martial Canterel), die bisher nicht beim WGT gespielt hat.

SundMehr am 28.02.2014 (Kirche und SM – Gast: ein Pfarrer)

Der Gesprächskreis SundMehr trifft sich wieder am 28.02.2014 um 20.00 Uhr in der „Traube“, Hauptstr. 35/37, 71394 Kernen-Rommelshausen um sich über Kirche und Sadomasochismus auszutauschen.
Wer sich als Christ in der SM-Szene outet, noch dazu eine gewissen Nähe
zur Kirche zugibt, sieht sich schnell Vorurteilen ausgesetzt: Was „die Kirche“ im Laufe ihrer Geschichte alles falsch gemacht hat, was sie gegen Sexualität im allgemeinen hat und speziell gegen SM und vor allem, wie doppelbödig das alles ist, wo doch mancher Mönch oder manche Nonne sich mutmaßlich unter dem Deckmantel besonderer Frömmigkeit selbst kasteite und so durchaus masochistische Qualitäten zeigte, ganz zu schweigen von den sadistischen, die manchem Inquisitor unterstellt werden. Einvernehmlicher, sicherer und mit klarem Menschenverstand ausgelebter Sadomasochismus, als offen, lustvolles Geschehen kann da auf gar kein akzeptierendes Verständnis treffen, meint mancher zu wissen — und hat, ganz von dieser Gewissheit überzeugt, noch nie mit einem Pfarrer darüber gesprochen.

Es muss schon eine besonders masochistische Qualität sein, sich als Sadomasochist diesem Umfeld auszusetzen, scheinen einige kopfschüttelnd zu denken.

Und dabei gibt es diejenigen, die sich fragen, warum sie sich auf dem Hintergrund ihrer christlichen Erziehung ob ihrer erotischen Sehnsüchte als sündig fühlen, obwohl sie niemandem mit ihrer Lust zu schaden gedenken. War’s die Kirche oder die Eltern, die solcherlei Moralvorstellungen in kindliche Seelen pflanzte, sodass diese sich, entgegen der Versprechungen des Evangeliums, nun grämen muss? Woher kommt diese Kluft, zwischen Kirche und Perversen? Ist sie unüberwindlich? Mit wie viel Verständnis kann ein geouteter Sadomasochist wenigstens in der Kirche hoffen, wenn er schon in der SM-Szene nur eher mitfühlende Toleranz bekommt?

Pfarrer Matthias Wanzeck, von der evangelischen Kirchengemeinde
Rommelshausen http://www.gemeinde.rommelshausen.elk-wue.de ist bereit, mit uns über diese Fragen ins Gespräch zu kommen, unsere Fragen zu hören und wo es überhaupt möglich ist, Antworten zu geben.

Besucher, die vor allem auch im Restaurant zu Abend essen wollen, werden gebeten, um gehäufte Störungen durch Bestellungen zu verringern, bereits
um 19:00 Uhr zu erscheinen.

Damit wir abschätzen können, wie viele — auch nur zu diesem Abend —
kommen wäre Anmeldung über info@sundmehr.de nett.

Quelle: SWL

Online-Magazin „LustSchmerz“ wird mit 31.12. 2012 eingestellt

Mit Jahresende 2012 wird leider das seit über 13 Jahren bestehende Online-Magazin „Lustschmerz“ eingestellt.

Diese Entscheidung erklärt die Lustschmerz-Redaktion um Andrea Schneider wie folgt:

“ (…) Dinge verändern sich. Wir verändern uns. Wir waren immer ein sehr kleines Team, eingespannt in andere Berufe und familiäre Lebensumstände, es wird Zeit uns von dem Bereich zu trennen, der eine ganz wundervolle Geschichte, aber leider keine Zukunft hat. In aller erster Linie sind dies wirtschaftliche Gründe, denn in 13 Jahren hat sich nicht nur LustSchmerz, sondern auch das Internet so stark gewandelt, dass wir zuletzt deutlich zuschiessen und somit nun auch eine klare Entscheidung treffen mussten. (..)“
Quelle: http://www.lustschmerz.com/Artikel.1375+M535c6ab3f7f.0.html

Was ist /war LustSchmerz?

LustSchmerz hat sich als ein SM Online-Magazin für alle Freunde der sadomasochistischen Liebe verstanden. In mehr oder minder regelmässigen Abständen wurden u.a. redaktionelle Beiträge, Stories, Satire, Kunst, Photographie, aber auch Sachthemen wie Ärztlicher Rat, Lexikon, SM-City-Guide und Interviews präsentiert.

Abgerundet wurde dieses Angebot durch ein Forum, einen Kontaktanzeigenbereich sowie eine Mailingliste. An dieser Mailingliste nahmen bis zu 1000 Personen teil und der Traffic an Spitzentagen betrug über 70 Mails.

Nicht unerwähnt sollte auch der LustSchmerz-Story-Preis,die Aktion „Lustschmerz-Bekennerschreiben“ sowie die „Federführung“ im AK184 sein.

Das „Lustschmerz Bekennerschreiben“ ging mit dem 1.Relaunch Ende 2000 online. Die Idee begründete sich auf die STERN Aktion 1971, in der prominente Frauen gestanden „Wir haben abgetrieben“. Allen voran Alice Schwarzer und es erschien der LS-Redaktion spannend, sie mit ihren eigenen Ideen mit dem Thema SM zu konfrontieren, da sie gerade SM Frauen damals ja die Freiheit zu selbstverantwortlich gewählter Lust absprach.

Im Grunde war dies eine sehr politische Aktion. Im Laufe der Zeit haben ca. 500 BDSM-liebende Menschen online mittels Foto ihr Gesicht gezeigt und sind damit öffentlich zu ihrer Neigung gestanden. Da in den darauf folgenden Jahren sich gesellschaftspolitisch einiges zum Positiven gewendet hat, wurde diese Aktion 10 Jahre später vom Netz genommen.

Des-weiteren übernahm Lustschmerz Ende 2000 für ca. 12 Ausgaben den monatlichen Sendeplatz des „Projekt Suspekt“ im Offenen Kanal Hamburg (Hörfunk).

Der letzte Relaunch dieses Webprojektes erfolgte im August 2011 und präsentierte sich in der Folge vor allem als Online Portal für Menschen mit burlesquem LifeStyle.

Da es ab 1. Januar 2013 kein Zugriff mehr auf www.lustschmerz.com möglich sein wird, besteht bis 31.12. 2012 noch die Möglichkeit gegebenenfalls Inhalte zu archivieren.

Kommentar: An dieser Stelle ein Danke an die Lustschmerz-Redaktion um Andrea Schneider für ihr langjähriges Engagement für die sadomasochistischen Subkultur. Wie man aus Obigen ersehen kann, wurde durch Lustschmerz einiges erreicht bzw. auch Denkanstöße u.ä. bewirkt.

Quelle: SWL

Online-Magazin „LustSchmerz“ wird mit 31.12. 2012 eingestellt

Mit Jahresende 2012 wird leider das seit über 13 Jahren bestehende Online-Magazin „Lustschmerz“ eingestellt.

Diese Entscheidung erklärt die Lustschmerz-Redaktion um Andrea Schneider wie folgt:

“ (…) Dinge verändern sich. Wir verändern uns. Wir waren immer ein sehr kleines Team, eingespannt in andere Berufe und familiäre Lebensumstände, es wird Zeit uns von dem Bereich zu trennen, der eine ganz wundervolle Geschichte, aber leider keine Zukunft hat. In aller erster Linie sind dies wirtschaftliche Gründe, denn in 13 Jahren hat sich nicht nur LustSchmerz, sondern auch das Internet so stark gewandelt, dass wir zuletzt deutlich zuschiessen und somit nun auch eine klare Entscheidung treffen mussten. (..)“
Quelle: http://www.lustschmerz.com/Artikel.1375+M535c6ab3f7f.0.html

Was ist /war LustSchmerz?

LustSchmerz hat sich als ein SM Online-Magazin für alle Freunde der sadomasochistischen Liebe verstanden. In mehr oder minder regelmässigen Abständen wurden u.a. redaktionelle Beiträge, Stories, Satire, Kunst, Photographie, aber auch Sachthemen wie Ärztlicher Rat, Lexikon, SM-City-Guide und Interviews präsentiert.

Abgerundet wurde dieses Angebot durch ein Forum, einen Kontaktanzeigenbereich sowie eine Mailingliste. An dieser Mailingliste nahmen bis zu 1000 Personen teil und der Traffic an Spitzentagen betrug über 70 Mails.

Nicht unerwähnt sollte auch der LustSchmerz-Story-Preis,die Aktion „Lustschmerz-Bekennerschreiben“ sowie die „Federführung“ im AK184 sein.

Das „Lustschmerz Bekennerschreiben“ ging mit dem 1.Relaunch Ende 2000 online. Die Idee begründete sich auf die STERN Aktion 1971, in der prominente Frauen gestanden „Wir haben abgetrieben“. Allen voran Alice Schwarzer und es erschien der LS-Redaktion spannend, sie mit ihren eigenen Ideen mit dem Thema SM zu konfrontieren, da sie gerade SM Frauen damals ja die Freiheit zu selbstverantwortlich gewählter Lust absprach.

Im Grunde war dies eine sehr politische Aktion. Im Laufe der Zeit haben ca. 500 BDSM-liebende Menschen online mittels Foto ihr Gesicht gezeigt und sind damit öffentlich zu ihrer Neigung gestanden. Da in den darauf folgenden Jahren sich gesellschaftspolitisch einiges zum Positiven gewendet hat, wurde diese Aktion 10 Jahre später vom Netz genommen.

Des-weiteren übernahm Lustschmerz Ende 2000 für ca. 12 Ausgaben den monatlichen Sendeplatz des „Projekt Suspekt“ im Offenen Kanal Hamburg (Hörfunk).

Der letzte Relaunch dieses Webprojektes erfolgte im August 2011 und präsentierte sich in der Folge vor allem als Online Portal für Menschen mit burlesquem LifeStyle.

Da es ab 1. Januar 2013 kein Zugriff mehr auf www.lustschmerz.com möglich sein wird, besteht bis 31.12. 2012 noch die Möglichkeit gegebenenfalls Inhalte zu archivieren.

Quelle: SWL

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