Ein außergewöhnlicher und tragischer Fall, der weit über die Stadtgrenzen von Dresden hinaus für Aufsehen sorgte, hat nun vor dem Landgericht Hamburg sein juristisches Ende gefunden. Im Zentrum des Prozesses stand der Tod eines 61-jährigen Mannes aus Dresden, der bei einer gebuchten Sado-Maso-Session ums Leben kam.
Das Urteil: Fahrlässige Tötung statt Körperverletzung
Die zuständige Strafkammer verurteilte eine 38-jährige Domina wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe. Damit blieb das Gericht hinter der ursprünglichen Anklage zurück, die auf Körperverletzung mit Todesfolge gelautet hatte.
Was war geschehen?
Der folgenschwere Vorfall ereignete sich während einer Session, bei welcher der Kunde – ein großgewachsener und schwerer Mann – mit einer komplexen Kettenkonstruktion an der Decke fixiert worden war. Seine Arme waren so bandagiert, dass er sich nicht selbst befreien konnte.
Nach etwa einer Stunde verlor der Mann plötzlich das Bewusstsein. Durch das Erschlaffen seines Körpers zogen sich die Ketten um seinen Hals zusammen. Die Angeklagte, die als deutlich zierlicher beschrieben wurde, versuchte verzweifelt, den 1,93 Meter großen Mann zu stützen oder anzuheben, um den Druck zu nehmen – jedoch ohne Erfolg. Auch ihre Hilferufe konnten das Leben des Mannes nicht mehr retten.
Die Begründung des Gerichts
Die Richterin betonte in der Urteilsbegründung die besondere Verantwortung in diesem Berufszweig: Wer solche Konstruktionen ersinnt und anwendet, trage die alleinige Pflicht, für deren Sicherheit zu sorgen. Die Domina hätte sicherstellen müssen, dass eine Rettung oder Befreiung auch in Notfällen jederzeit möglich ist.
Da die Angeklagte jedoch glaubwürdig schilderte, wie sie versucht hatte, dem Mann zu helfen und die Situation nicht vorsätzlich herbeigeführt wurde, erkannte das Gericht auf fahrlässige Tötung. Das Urteil ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht rechtskräftig.
*** Fazit für die Community: Dieser Fall verdeutlicht einmal mehr, wie schmal der Grat zwischen riskanten Praktiken und tödlicher Gefahr sein kann und welche hohe rechtliche Verantwortung Dienstleister in diesem sensiblen Bereich tragen.
Quelle: Radio Dresden