Urteil in Hamburg: Domina nach tödlichem Sado-Maso-Unfall verurteilt
Ein tragischer Vorfall in der Hamburger BDSM-Szene fand am Donnerstag vor dem Hamburger Landgericht sein juristisches Ende. Eine 35-jährige Domina wurde wegen fahrlässiger Tötung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt.
Der Hintergrund des Falls
Der Vorfall ereignete sich bereits im Sommer des vergangenen Jahres. Während einer gebuchten Session kam es zu einer Extremsituation, bei der ein 56-jähriger Kunde die Besinnung verlor.
- Todesursache: Laut Gutachten verstarb der Mann an den Folgen einer massiven Sauerstoffunterversorgung.
- Das Versäumnis: Die Angeklagte hatte Sicherheitsvorkehrungen missachtet und Anzeichen für den kritischen Zustand ihres Klienten zu spät erkannt oder falsch eingeschätzt.
Das Urteil und die Begründung
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Frau ihre Sorgfaltspflicht verletzt habe. Obwohl der Kunde die Praktiken ausdrücklich gewünscht hatte, liege die Verantwortung für die körperliche Unversehrtheit in einem professionellen Setting bei der Dienstleisterin.
„Wer solche gefährlichen Praktiken gewerblich anbietet, trägt die besondere Verantwortung, den Zustand des Gegenübers lückenlos zu überwachen“, so die Begründung des Vorsitzenden Richters.
Die Verteidigung hatte auf einen tragischen Unglücksfall plädiert, doch das Gericht folgte weitestgehend der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, da die Angeklagte bislang nicht vorbestraft war und sich geständig sowie tief betroffen zeigte.
Quelle: Stern