David Cronenbergs „The Shrouds“: Wenn Trauer auf Technologie trifft

Der „Master of Body Horror“, David Cronenberg, meldet sich mit seinem bisher persönlichsten Werk zurück. In seinem neuen Film „The Shrouds“ verarbeitet der Kult-Regisseur den Tod seiner eigenen Frau – verpackt in eine düstere Sci-Fi-Erzählung, die unter die Haut geht.

Worum geht es?

Der Witwer Karsh (gespielt von einem brillanten Vincent Cassel) erfindet eine Technologie, die es Hinterbliebenen ermöglicht, ihren verstorbenen Liebsten beim Verwesungsprozess im Grab zuzusehen. Was nach makabrem Horror klingt, entpuppt sich als vielschichtiger Mix aus:

  • Trauerbewältigung: Eine radikale Auseinandersetzung mit Verlust.
  • Verschwörungsthriller: Karsh glaubt, dass sein High-Tech-Friedhof sabotiert wird.
  • Body Horror: Die gewohnten Cronenberg-Elemente sind da, wirken aber intimer und schmerzhafter.

Das Fazit der Kritik

Auch wenn der Film phasenweise sehr dialoglastig und kopflastig ausfällt, loben Kritiker die dichte Atmosphäre und die starke Performance von Vincent Cassel und Diane Kruger. Es ist kein klassischer Schocker, sondern ein intellektuelles Kammerspiel, das zeigt, dass Cronenberg auch mit 81 Jahren noch bereit ist, Tabus zu brechen – dieses Mal jedoch mit einer tiefen, emotionalen Erdung.

„Ein Film, der weh tut, weil er so ehrlich ist – eine Mischung aus Trauerarbeit und technologischem Albtraum.“

Quelle: Filmstarts

Vom Ligusterweg nach Cannes: Harry Potter-Star Harry Melling begeistert im BDSM-Drama

Wer an Harry Melling denkt, hat meist sofort den quengeligen Dudley Dursley aus den „Harry Potter“-Filmen vor Augen. Doch diese Zeiten sind endgültig vorbei. Bei den Filmfestspielen in Cannes bewies der britische Schauspieler nun eindrucksvoll, dass er zu den mutigsten Charakterdarstellern seiner Generation gehört – und zwar in einer Rolle, die gegensätzlicher zum Kinderstar-Image kaum sein könnte.

Standing Ovations für „Pillion“

In Cannes wurde Melling für seine Hauptrolle im provokanten Drama „Pillion“ gefeiert. Der Film sorgte nicht nur wegen seiner expliziten Thematik für Aufsehen, sondern vor allem durch die schauspielerische Leistung des 36-Jährigen. Berichten zufolge gab es nach der Vorführung achtminütige Standing Ovations vom Fachpublikum.

Worum geht es in dem Film?

An der Seite von Hollywood-Größe Alexander Skarsgård spielt Melling den schüchternen Colin. Der Film erzählt die Geschichte einer intensiven BDSM-Beziehung zwischen Colin und Ray (Skarsgård), dem charismatischen Anführer einer Biker-Gang. Was als ungleiche Machtdynamik beginnt, entwickelt sich zu einer tiefgründigen Erkundung von Sehnsucht, Unterwerfung und queerer Identität.

Die Emanzipation vom „Dudley“-Image

Für Harry Melling ist dieser Erfolg ein weiterer Meilenstein in seiner beeindruckenden Transformation. Nachdem er bereits in Produktionen wie „Das Damengambit“ oder „The Pale Blue Eye“ glänzte, markiert „Pillion“ nun den endgültigen Bruch mit seiner Vergangenheit als Kinderstar.

In Interviews betonte Melling in Cannes, dass er sich wünsche, die Gespräche würden sich mehr um seine aktuelle Arbeit drehen als um das, was er im Alter von zehn Jahren getan habe. Mit seiner mutigen Rollenwahl in Cannes hat er dafür gesorgt, dass genau das passiert: Die Filmwelt spricht über Harry Melling, den ernstzunehmenden Künstler – und kaum noch über den Jungen aus dem Ligusterweg.

Quelle: Ntv