Vom Ligusterweg nach Cannes: Harry Potter-Star Harry Melling begeistert im BDSM-Drama
Wer an Harry Melling denkt, hat meist sofort den quengeligen Dudley Dursley aus den „Harry Potter“-Filmen vor Augen. Doch diese Zeiten sind endgültig vorbei. Bei den Filmfestspielen in Cannes bewies der britische Schauspieler nun eindrucksvoll, dass er zu den mutigsten Charakterdarstellern seiner Generation gehört – und zwar in einer Rolle, die gegensätzlicher zum Kinderstar-Image kaum sein könnte.
Standing Ovations für „Pillion“
In Cannes wurde Melling für seine Hauptrolle im provokanten Drama „Pillion“ gefeiert. Der Film sorgte nicht nur wegen seiner expliziten Thematik für Aufsehen, sondern vor allem durch die schauspielerische Leistung des 36-Jährigen. Berichten zufolge gab es nach der Vorführung achtminütige Standing Ovations vom Fachpublikum.
Worum geht es in dem Film?
An der Seite von Hollywood-Größe Alexander Skarsgård spielt Melling den schüchternen Colin. Der Film erzählt die Geschichte einer intensiven BDSM-Beziehung zwischen Colin und Ray (Skarsgård), dem charismatischen Anführer einer Biker-Gang. Was als ungleiche Machtdynamik beginnt, entwickelt sich zu einer tiefgründigen Erkundung von Sehnsucht, Unterwerfung und queerer Identität.
Die Emanzipation vom „Dudley“-Image
Für Harry Melling ist dieser Erfolg ein weiterer Meilenstein in seiner beeindruckenden Transformation. Nachdem er bereits in Produktionen wie „Das Damengambit“ oder „The Pale Blue Eye“ glänzte, markiert „Pillion“ nun den endgültigen Bruch mit seiner Vergangenheit als Kinderstar.
In Interviews betonte Melling in Cannes, dass er sich wünsche, die Gespräche würden sich mehr um seine aktuelle Arbeit drehen als um das, was er im Alter von zehn Jahren getan habe. Mit seiner mutigen Rollenwahl in Cannes hat er dafür gesorgt, dass genau das passiert: Die Filmwelt spricht über Harry Melling, den ernstzunehmenden Künstler – und kaum noch über den Jungen aus dem Ligusterweg.
Quelle: Ntv