EU-Verpackungsverordnung gefährdet Bremer Fetischhändler
Ein bremischer Händlerin für Lederwaren und Fetische beklagt die Auswirkungen der neuen EU-Verpackungsverordnung. Der Unternehmer, dessen Partner ihn anfangs in das Geschäft einbrachte bevor er sich später zurückzog, betreibt seit fast drei Jahrzehnten einen Onlineshop – aufgebaut 1997.
Der Gründer hatte Chemie studiert und bedauert heute, nicht stattdessen eine Handwerkslehre begonnen zu haben. Der Shop entstand ursprünglich vom heimischen Dachboden aus in Zusammenarbeit mit einem Partner; Moller übernahm später die alleinige Leitung des Shops im Jahr 2000. Dabei profitierte er von seiner frühen Affinität zum Internet: Bremen war bereits 1994 ISDN-Testregion.
Die Verordnungen zielen darauf ab, Verpackungsmüll zu reduzieren und die Recyclingfähigkeit von Materialien zu verbessern. Für kleine Händler bedeutet dies jedoch eine unverhältnismäßige Belastung durch neue Dokumentations- und Registrierungspflichten im Zusammenhang mit dem Versand in andere EU-Länder; zuvor waren insbesondere Absatzmärkte in den USA relevant, diese konnten aufgrund der Zollpolitik unter Trump nicht bedient werden.
Der Unternehmer schätzt den Verlust des Onlineumsatzes auf ein Drittel. Er nutzt bereits gebrauchte Verpackungen sowie schlichtes Packpapier – eine Praxis, die er als Ausdruck seiner Verantwortung für Umweltschutz sieht und verweist darauf, dass es in Deutschland mit „Lucid“ schon ein funktionierendes Verpackungsregister gibt. Diese Situation könnte dazu führen, dass kleine Anbieter ihren europaweiten Versandservice ganz stoppen oder sich nur noch in umsatzstärkeren Ländern engagieren müssen.
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