27. Wave-Gotik-Treffen 2018 – 18.05.2018 – 21.05.2018 in Leipzig

Vom 18. bis 21. Mai werden wieder 20000 Gothics aus aller Welt in Leipzig erwartet, um zum 27. Mal die internationale Familienzusammenkunft der Gothic-Szene zu feiern.

Das Wave-Gotik-Treffen ist in seiner Art in dieser Größe und mit seiner langen Geschichte weltweit einmalig: An rund 50 Orten, über die ganze Stadt verteilt, werden etwa 200 Bands und Künstler auftreten und dabei erneut alle Spielarten dunkler Musik aufführen: Von Future-Pop bis Goth-Metal, von EBM bis Apocalyptic Folk, von mittelalterlichen Klängen bis zu elegischem Post Punk. Neben bekannten Szenegrößen laden weniger bekannte, wirkliche „Undergroundbands“ und Künstler aus den Randbereichen der Szenemusik zu musikalischen Neuentdeckungen ein. Die Konzerte und Veranstaltungen des WGT finden an rund 50 Orten in ganz Leipzig statt, so etwa in den altehrwürdigen Gemäuern der Moritzbastei, in der neo-antiken Kuppelhalle Volkspalasts oder im historischen Stadtbad. Auch wundervolle klassische Musik gehört erneut zum WGT-Programm, darunter Opern, Kammermusik, Chor- und Orgelkonzerte.

Doch Musik ist ja längst nicht alles, was das WGT zu bieten hat. Es gibt das „Heidnische Dorf“, einen romantischen Mittelaltermarkt, zu dem man auch mit separaten Tageskarten Zutritt hat, und wo selbst Kinder Spaß haben können. Auch Lesungen, Ausstellungen, Theater und Filmaufführungen sind Teil des Programms. In historischer Gewandung versammelt man sich zu einem Viktorianischen Picknick im Park. Ein riesiger Gothic-Markt bietet so ziemlich alles feil, was das Szeneherz begehrt. In unzähligen Klubs laden internationale Szene-DJs bis zum Morgengrauen zum Tanzen ein. Bei der beliebten Fetischparty des Treffens feiert man sehr freizügig, hier wird beim Einlaß streng auf entsprechend angemessene Kleidung geachtet. Ein Bummel durch die Leipziger Innenstadt lohnt sich besonders für Kunst- und Kulturinteressierte: Der Eintritt in mehrere Leipziger Museen ist mit WGT-Bändchen frei, so etwa im Museum der Bildenden Künste, im Ägyptischen Museum und in die Grassimuseen. Zudem bieten diese Museen thematisch passende Führungen für WGT-Besucher an. Daß schwarze Kultur und christlicher Glaube sich nicht ausschließen, zeigt der seit jeher gut besuchte Szenegottesdienst des WGT in der Peterskirche. Auf Leipzigs größtem Friedhof wird es Führungen geben, bei denen man Erstaunliches über alte Bestattungsrituale oder die dort lebenden Fledermäuse erfährt. Der „Stricknachmittag für Schwarzromantiker“, bei dem alte Handarbeitstechniken erlernt werden können, ist kein Scherz, sondern mittlerweile eine WGT-Kultveranstaltung.

Der große Treffen-Zeltplatz liegt auf dem Gelände der ehemaligen Landwirtschaftsmesse „agra“ am Rande der Stadt. Die öffentlichen Nahverkehrsmittel der Stadt können von Freitagmorgen bis Dienstagmittag alle WGT-Gäste kostenlos benutzen.

Im Rahmen des Wave-Gotik-Treffen findet am Samstag den 19. Mai wie jedes Jahr die große Fetisch Party Obsession Bizarr statt. Hier kann wieder ausgelassen getanzt und in den vorhandenen Playrooms gespielt werden. Modenschauen und Fetisch Vorführungen werden den Abend wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.

Das Beste am Wave-Gotik-Treffen aber ist seine einzigartige, magische Atmosphäre, die man überall in Leipzig spüren kann. Gruftis aus aller Herren Länder feiern entspannt und friedlich, erfreuen sich aller Facetten ihrer Subkultur, genießen ihr Zusammensein und tauchen die Straßen und Plätze einer ganzen Stadt in ein vielfältiges Schwarz. Tausende Gothics kommen einmal im Jahr nach Hause – zum Wave-Gotik-Treffen.

Aktuell haben 141 Künstler ihren Auftritt zugesagt:

A Projection (S) – Actors (CDN) – Aeon Rings (USA) – Aeverium (D) – All Gone Dead (USA) exklusives Europa-Konzert 2018 – Arcana (S) – Ash Code (I) – Ataraxia (I) – Autobahn (GB) – Beinhaus (D) – Black Light Ascension (GB) – Black Line (GB/USA) – Blanck Mass (GB) – Bootblacks (USA) – Boy Harsher (USA) – Buzz Kull (AUS) – Centhron (D) – Cesair (NL) – Chameleons Vox (GB) – Confrontational (GB) – Crisis (GB) – Crying Vessel (CH) – Dageist (F) – De/Vision (D) – Dead Leaf Echo (USA) – Detachments (GB) – Die Kammer (D) – Diorama (D) – Dive (B) – Dool (NL) – Drifter (S) – E-Craft (D) – Eden Weint Im Grab (D) – Einar Selvik (N) – Eivør (FO) – Elegant Machinery (S) – ES23 (D) – Ext!ze (D) – Fabrik C (D) – Faderhead (D) – Fairytale (D) – Feuerschwanz (D) – Formalin (D) – Frank The Baptist (USA) – Front Line Assembly (CDN) – God Module (USA) – Grave Pleasures (FIN) – Grendel (NL) – Greyhound (D) – Grimner (S) – Guerre Froide (F) – Hekate (D) – Heldmaschine (D) – Hexheart (USA) – Illuminate (D) – Imminent & Synapscape (B/D) – Imperium Dekadenz (D) – Ingrimm (D) – Japan Suicide (I) – Jo Quail (GB) – Joy/Disaster (F) – Kaizer (D) – Kaunan (D) – Kiew (D) – Les Discrets (F) – Merciful Nuns (D) – Mercury’s Antennae (USA) – Model Kaos (D) – Modern English (GB) – Monica Jeffries (D) – Monica Richards & Anthony Jones (USA) – Mono No Aware (D) – Monolith (B) – Mr. Kitty (USA) – Nachtsucher (D) – Neun Welten (D) – Nothgard (D) – Oberer Totpunkt (D) – Oomph! (D) – Ost+Front (D) – Paddy And The Rats (H) – Palast (D) – Phil Shoenfelt & Southern Cross (GB/CZ) – Phosgore (D) – Principe Valiente (S) – Pyogenesis (D) – Qntal (D) – Raison D’être (S) – Randolph’s Grin (USA/A) – Rapalje (NL) – Readership Hostile (USA) – Rome (L) – Sardh (D) – Sarin (IR) – Scarlet And The Spooky Spiders (I) – Schandmaul (D) – Scheuber (D) – Second Still (USA) – Seelennacht (D) – Seigmen (N) – Siglo XX (B) weltweit exklusives Konzert – Silent Runners (NL) – Siva Six (GR) – Solitary Experiments (D) – Spark! (S) – Stahlr (NL) – Still Patient? (D) Konzert zum 30. Jubiläum – Sturm Café (S) – Suir (D) – Suld (CHN) – Sulpher (GB) – Surturs Lohe (D) – Svartsinn (N) – Teho Teardo & Blixa Bargeld (I/D) – The Beauty Of Gemina (CH) – The Crimson Ghosts (D) – The Eden House (GB) – The Fright (D) – The Jesus And Mary Chain (GB) – The KVB (GB) – The Last Cry (GB) – The Other (D) – Then Comes Silence (S) – Tiamat (S) spielen Stücke aus den Alben „Wildhoney“ und „Clouds“ – Totus Gaudeo (D) – Traitrs (CDN) – Traumtaenzer (D) – Trepaneringsritualen (S) – Trisomie 21 (F) – Undertheskin (PL) – Unterschicht (D) – Vocame (D) – Vogon Poetry (S) – Vomito Negro (B) – Wardruna (N) – Xenturion Prime (N) – Ye Banished Privateers (S) – Zanias (AUS) – Zeraphine (D) – Zeromancer (N) – [:SITD:] (D) –

Für weitere Informationen über die auftretenden Künstler gibt es hier eine Auflistung der offiziellen Bandseiten.

Auf der WGT-Webseite kann man sich für den elektronischen Rundbrief „Treffen Weltbote“ eintragen, der über Programmneuigkeiten informiert.

WGT-Spezialtips

Neben bekannten Szenebands hält das kommende WGT erneut etliche musikalische Perlen bereit, deren Namen vielleicht nicht jedem bekannt sind, die aber dennoch oder gerade deshalb großartige, nicht alltägliche Konzerterlebnisse versprechen. Es lohnt sich also, das Programm vorab genauer anzuschauen und hier und da mal reinzuhören. Es folgen ein paar Tips zu solchen weniger bekannten, aber interessanten

Bands und Künstlern auf dem 27. WGT, nebst Hörbeispiel.

Actors

Postpunk | Kanada

Auf ihrer Facebook-Seite geben sie David Bowie, Brian Eno, Roxy Music, The Cure, Echo And The Bunnymen, Joy Division, New Order, Portishead und David Lynch als Einflüsse ihrer Musik an. Ganz ehrlich – was kann da, gepaart mit Talent am Instrument, noch groß schiefgehen?

A Projection

Postpunk, Indie | Schweden

Daß nicht nur fantastischer Synthpop aus Schweden kommt, beweisen A Projection eindrucksvoll. Ihre Einflüsse reichen von The Cure, The Smiths, Joy Division/New Order, den Sisters Of Mercy, Interpol und den Editors bis zu Kraftwerk, Depeche Mode, D.A.F. und The Knife. Seit dem letzten Jahr scheinen sie – zu Recht – jedes erdenkliche Festival zu bespielen, dieses Jahr klappt es endlich auch beim WGT.

Autobahn

Postpunk | Großbritannien

„Beautiful Place To Die“, „Suicide Saturday“, „Deprivation“… Schaut man sich die Namen ihrer Titel an, weiß man sofort: Das hier wird kein Kindergeburtstag. Der Bandname führte dabei bestimmt schon manchen Kraftwerk-Fan in die Irre, denn die Jungs aus Leeds orientieren sich so gar nicht an deutschem Elektronik-Pioniergeist, sondern viel mehr an den dunkel rockenden Helden ihrer Heimatstadt, wie z.B. an The March Violets, Red Lorry Yellow Lorry oder den Sisters of Mercy, als grobe Orientierung.

Beinhaus

Industrial | Deutschland

Den meisten von uns war es leider nicht vergönnt, die Einstürzenden Neubauten zu ihrer radikalen Glanzzeit in den 80er Jahren live zu erleben. Die heutigen Konzerte und Alben der Industrial-Pioniere sind ja auch schön, aber komplett altersmilde. Mit Beinhaus kann man optisch und akustisch eine Zeitreise antreten – bis zum Kollaps… Plagiat? Hommage? Genial oder überflüssig? Ihr entscheidet.

Black Line

Elektro, IDM, Experimental | Großbritannien/USA

Neues Projekt des US-Produzenten cyrusrex, der u.a. schon mit Skinny Puppy und Depeche Mode arbeitete. In Zusammenarbeit mit Douglas McCarthy und Bon Harris (Nitzer Ebb) und in vielen weiteren Studio-Gastauftritten entstand 2017 das Erstlingswerk „Treason, Sedition And Subversive Activities“, wie gemacht für Liebhaber spannender verschachtelter Elektronik. Live in diesem Jahr nicht nur als Support der aktuellen Depeche Mode-Tour, sondern auch beim WGT in Leipzig!

Bootblacks

Postpunk, Synth Wave | USA

2010 in New York gegründet, klangen sie noch etwas rauher und gitarrenlastiger, der Zugang von Barrett Hiatt (The Harrow) verschob den Sound durch den verstärkten Einsatz von Synthesizern vom Postpunk in Richtung New Wave, was viele Freunde von New Order und artverwandten Bands sicher nicht übel nehmen dürften.

Boy Harsher

Synth Wave | USA

Surfen ganz oben auf der aktuellen „Synth-Wave“. „Pain“ läuft auf jeder Party zu recht hoch und runter. Tonträger erzielen Mondpreise. Anschauen, abtanzen.

Buzz Kull

Synth Wave | Australien

Vielversprechendes junges Projekt aus dem fernen Sydney im Stile von Ash Code, Boy Harsher oder Skeleton Hands.

Confrontational

Minimal Synth, Retrowave | Italien

Wem beim Intro der Kultserie „Stranger Things“ eine wohlige Gänsehaut über den Rücken läuft, der ist hier genau richtig. Der Italiener Massimo Usai schwimmt ganz oben auf der anhaltenden 80er-Retrowelle zwischen New Order und John Carpenter, mit dessen Sohn Cody er auf seinen Alben ebenso zusammenarbeitete, wie mit Tying Tiffany, Tobias Bernstrup oder – wie im Videobeispiel – Hélène De Thoury (Hante, Minuit Machine, Phosphor). Man darf gespannt sein, ob er live an die Perfektion seiner LPs herankommt.

Crying Vessel

Minimal Synth, Retro-Wave

Die Schweizer haben’s zwar ausnahmsweise mal nicht erfunden, machen aber alles richtig. Tolles Debut-Album, hoffentlich genauso tolles Konzert!

Dead Leaf Echo

Shoegaze, Indie | USA

Freunde von Slowdive und vor allem Ride werden hier ganz sicher auf ihre Kosten kommen.

Detachments

Cold Wave, Postpunk | Großbritannien

Seit 2009 existiert diese Londoner Formation, die in diesem Jahr nach einer längeren Funkstille eine neue EP auf “Young And Cold Records” veröffentlichen wird. Selbst Peter Hook war vor Jahren so begeistert von ihnen, daß er nicht nur bei einem Konzert in Salford auf der Bühne zum Baß griff, sondern auch ihre Single “Fade” auf seinem “Hacienda Records” Label herausbrachte. Ob diese Lorbeeren berechtigt sind, kann man nun live beim WGT herausfinden.

Drifter

Indie, Shoegaze | Schweden

Gelegentlich hört man Vorwürfe, man würde für das WGT nur Bands buchen, die keinerlei Zugriffe auf Youtube haben, die also keiner kennt. So lange sie so klingen, wie dieses Quasi-Nachfolgeprojekt der Gitarrengötter Jeniferever, dessen erster Tonträger in diesen Tagen erscheint, was kann daran falsch sein? Was kann überhaupt daran falsch sein, jungen Bands eine Chance zu geben?

Guerre Froide

Cold Wave, Minimal Wave | Frankreich

Titel wie “Demain Berlin” zählen zu den ewigen Klassikern des klassischen Cold Wave der 80er. Endlich erstmalig auf dem WGT.

Japan Suicide

Wave, Shoegaze | Italien

Keine ganz frische Band mehr, den meisten wahrscheinlich trotzdem kein Begriff. In diesem Jahr erschien mit “Santa Sangre” ihr drittes Album seit der Gründung vor 8 Jahren, erneut mit Sounds irgendwo zwischen Cure und Slowdive.

Les Discrets

Shoegaze, Post-Metal | Frankreich

Aus dem Alcest-Umfeld stammend, geht Fursy Tessier alias Les Discrets musikalisch in eine ähnliche Ecke und sorgt für Gänsehaut bei Liebhabern depressiver Gitarrenunterhaltung.

Mr. Kitty

Self-Destructive Synthpop | USA

Nach Support-Shows für VNV Nation in den USA und zahlreichen Auftritten in Europa ist Forrest LeMaire aus Texas sicher kein wirklicher Geheimtip mehr, zu recht. Großes Kino!

Sarin

Techno, EBM | Iran

Nachdem „Konkurs“ (sein gemeinsames Projekt mit Blush Response) im vergangenen Jahr aus privaten Gründen nicht beim WGT auftreten konnte und eine Blush Response-Soloshow daraus wurde, bekommen Liebhaber düsteren und stark von EBM und New Beat beeinflussten Technos in diesem Jahr den ein oder anderen bösen Tanzbeinkrampf.

Second Still

Postpunk, Coldwave | USA

Ihr gleichnamiges Debutalbum auf „Manic Depression“ gehörte zu den besten Platten des letzten Jahres und läßt Fans der frühen Cocteau Twins, Banshees oder Chameleons scharenweise in Freudentränen ertrinken. Live ebenso mächtig wie aus der Konserve. Nicht verpassen!

Seigmen

Alternative Rock | Norwegen

Bevor es Zeromancer gab, gab es Seigmen – die Leute waren fast die gleichen. Aber diese Band kennen auch heute nur wenige Menschen außerhalb Norwegens, wo sie seinerzeit (das war während der 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts) riesige Häuser füllten und ganz nach oben in den „Charts“ kletterten. Freunde von Placebo, Madrugada oder Motorpsycho, bzw. leicht melancholischem Alternative-Rock im Allgemeinen sollten hier ein Ohr riskieren. Man weiß nie, wie lange eine Reunion anhält.

Silent Runners

Postpunk, Synth Wave | Niederlande

Man merkt es deutlich – das Genre boomt wie kein zweites, und überall auf dem Globus schießen im Wochentakt neue Bands aus dem Boden. Das spiegelt sich auch im WGT-Lineup wider. Ein frisches Gewächs meldete sich Ende 2017 im benachbarten Holland und überzeugt mit dem Debüt “The Directory” direkt von der ersten Sekunde an.

Stahlr

Indiepop, Elektronika | Niederlande

Sie selbst sagen über sich: “Stahlr klingen, als würden die Cocteau Twins eine Musical-Version von Mary Shelley’s Frankenstein in einer Beton-Tiefgarage aufführen”. Gitarren, Düsternis und Kälte. Kommt schon nahe ran.

Suir

Postpunk | Deutschland

“Cinematic Postpunk” aus Frankfurt am Main. 2017 überraschten sie mit ihrer Debüt-LP Ater und ihrem tiefschwarzen, atmosphärisch verhallten Sound. Dringender Tip für alle depressiven Gitarrenfetischisten.

Then Comes Silence

Post-Punk, Goth Rock | Schweden

Seit 2012 unterwegs und nicht zu stoppen. Bauhaus, Red Lorry Yellow Lorry und die Sisters stehen in Deinem Plattenschrank? Dann riskier ein Ohr!

Traitrs

Postpunk | Kanada

Kann sein, daß das WGT-Programm in diesem Jahr ein Überangebot an jungen Postpunk-Bands hat. Aber wer möchte sich darüber beklagen? Und manchmal muß man Gelegenheiten in dem Moment nutzen, in dem sie sich bieten. Wenn das kanadische Duo Traitrs gerade in Europa ist, zum Beispiel…

Trepaneringsritualen

Death Industrial | Schweden

Nicht ganz neu, waren auch schon mal da. Trotzdem nochmal empfohlen, für alle, die den rituellen Maschinenklängen von Cold Meat Bands wie Brighter Death Now, Memorandum oder Mental Destruction hinterhertrauern.

Undertheskin

Postpunk, Gothrock | Polen

Bereits 2015 erschien ihre erste gleichnamige CD, manches dauert beim WGT eben bekanntlich etwas länger… Nichtsdestotrotz wird der Mix aus nebelumfluteten Gitarrenwänden und eiskalten Drummachines nicht nur Sisters-Fans begeistern.

Zanias

Synth Wave, Techno | Australien

Im Grunde überflüßig in dieser Liste, denn wer Zoe Zanias noch nicht in Form ihrer bisherigen Bands namens Linea Aspera oder Keluar über den Weg gelaufen ist, hat sich wahrscheinlich zuletzt 2010 mit Musik beschäftigt. Hier also nur der Vollständigkeit halber erwähnt, weil der Auftritt wie immer eines der Highlights des WGT werden dürfte, denn nicht nur aktuelles Material sondern Stücke aller ihrer Projekte werden gespielt werden! Kalte Electro-Klänge und hypnotischer Gesang in perfekter Kombination.

 

Rückschau: SundMehr „Sexualisierte Gewalt oder SM?“

Elf Besucher des Gesprächskreises SundMehr trafen sich am 27. Oktober 2017, um sich über sexualisierte Gewalt auf dem Hintergrund und doch in Abgrenzung zu Sadomasochismus auszutauschen. Damit klar war, was unter Gewalt zu verstehen ist, wurde diese als „Einwirkung auf ein Gegenüber ohne “ also nicht nur gegen “ dessen Einwilligung“ definiert. Die Eingangsfrage, was „Gewalt in Beziehungen“ darstellen könnte, war für manchen schwer zu konkretisieren, weshalb schon bei einem ersten Statement darum gebeten wurde, eher von der „Gewalttat“ zu sprechen, ob psychisch oder physischer Art, die dann in Beziehungen passieren würde.
Um die Möglichkeit zu erhalten, dass im Gespräch das Bewusstsein geschärft wird, welche Facetten Gewalt entstehen lassen können, wurde diese schwierige Unschärfe aber bewusst stehen gelassen.
„Gewalt ist mir aus der Kindheit bekannt. Wenn mir in der Beziehung Gewalt angetan würde, wäre ich weg!“ machte die nächste Teilnehmerin bei ihrem Vorstellungsstatement gleich klar. Ihre Nebensitzerin brachte Gewalt weder mit SM noch mit Beziehung in Verbindung – und meinte ganz klar, dass Gewalt nicht zu tolerieren sei. Der nächste Teilnehmer stellte dar, dass eine Verhaltensweise von der Außenperspektive her betrachtet, wie Gewalt aussehen könnte, ohne dass sie dies, von der Innenperspektive gesehen, sei. So könne durchaus Bestandteil eines sadomasochistischen Spiels sein, Angst vor Gewalt zu erzeugen.
Gleichzeitig stellte er die Problematik dar: „Wenn wir das alle perfekt hinbekämen, auf Signale und Gesten der Gegenüber zu achten und sie korrekt zu deuten, benötigten wir ja keine Kennwörter.“ Ein anderer Teilnehmer stellte einen biblischen Bezug her. Dort sei ja
zu lesen „wer sein Kind liebt, der züchtigt es“ [im Original: „Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, der züchtigt ihn beizeiten.“, Sprüche 13, 24] Dabei habe er andererseits gelesen, dass Schläge, als Erziehungsmittel zu SM-Neigungen führe und überlege mit Bezug auf sich selbst, ob dies stimme. Definitiv schlage er darum seine Kinder nicht. Für diese sei es ohnehin die heftigste Strafe, wenn er den Stecker des Modems für das W-Lahn ziehe. Ansonsten käme ihm bei „Gewalt“ auch der Begriff „gewaltig“ in den Sinn, den man auch für Naturerscheinungen benutze.
Eher etymologisch ging ein anderer Teilnehmer an die Frage heran und erklärte, dass von seiner Herkunft her „walten“ in „Gewalt“ stecke, was ursprünglich „etwas bewirken“ meine. Dabei fände er die psychische Gewalt weit schlimmer, als physische. Ein Beispiel dafür zeigte sich beim nachfolgenden Paar, denn die Frau fand vieles von dem bereits gesagten so passend, dass sie sich dem nur anschließen könne und das Wort an ihren Mann weitergab, der dies Verhalten gleich augenzwinkernd als „Gewalt“ interpretierte, da er nun gezwungen sei, etwas zu sagen.
Sein Anlass zum ersten Mal an diesem Abend zu SundMehr zu erscheinen war, dass er Leute in seinem Bekanntenkreis kenne, bei denen er sich frage, ob deren Interpretation von SM nicht im Grunde schon Gewalt in der Partnerschaft darstellte. Er wollte hören, was andere Leute zu diesem Thema zu sagen hätten.
Dass Gewalt nichts mit den Rollen, die in der Partnerschaft bezüglich SM definiert sind, zu tun haben muss, war einer anderen Anwesenden wichtig.
Ein Bestandteil von Gewalt in Partnerschaften kann ja durchaus auch sein, dass Information, in einem Zweiergespräch gegeben wird, in einer anderen, vielleicht öffentlicheren Situation ausgeplaudert, missbraucht wird.
Als Einstieg ins Thema wurde darum dargestellt, dass „Gewalt“ in unserem Sprachgebrauch oft auch als „Naturgewalt“ vorkommt. Naturgewalten wie Sturm oder Hochwasser geschehen einfach, ohne dass irgendjemand intervenieren kann. Staatliche Gewalt ist legitimiert („potestas“) zwischenmenschliche Gewalt gilt als verboten („violentia“).
Erneut entstanden bei einem Teilnehmer Bedenken, ob der Begriff nicht doch schärfer gefasst werden könnte, denn „gewaltig“ sei eben nicht das Selbe wie „gewalttätig“. Doch tragen einfache Sichtweisen nicht immer zu einem größeren Bewusstsein in einer Diskussion bei, denn wer sich bei seinem Tun nicht nur auf Sicherheit, Klaren Menschenverstand, sondern vor allem Einvernehmlichkeit beruft, schließt damit kategorisch jede Gewalt aus. Dass es keinesfalls in Ordnung ist ohne Einwilligung jemanden ins Gesicht zu schlagen, dürfte jedem Sadomasochisten klar sein. Doch immer erst zu fragen „darf ich dich fesseln?“ und nach dem „ja“ loszulegen, zu fragen „darf ich dich schlagen“ und nach dem „Ja“ den Rohrstock benutzen lässt eine lebendige, authentische und lustvolle Atmosphäre beim erotischen Spiel nicht aufkommen; in der Praxis kommt eher eine Grundeinwilligung zum Tragen. Darum sollte es an diesem Abend darum gehen, die Sinne für Gefahren der Grauzonen zu schärfen.
Eine Gewalt, der man sich entziehen kann, präzisierte ein Besucher, sei für ihn weit weniger gravierend. Denn hier gäbe es ja immer noch eine Handlungsalternative des Gegenübers. „Doch welche Vorerfahrungen definieren, ob Möglichkeiten des Entzuges wahrgenommen werden?“ fragte eine Besucherin an. Schließlich gibt es das Phänomen, von Frauen, die sich immer wieder einen gewalttätigen Mann suchen und es nicht schaffen, sich zu trennen, oder nach kurzem Beziehungsabbruch wieder zurückkehren.
Die Gründe dafür werden in der Biographie zu finden sein. Allein dies Beispiel macht klar, warum es notwendig ist, für die Diskussion des Phänomens der „Gewalt“ von einem allein körperlichen Geschehen zu lösen und die psychischen Hintergründe mit zu beleuchten.
Gewalt kann durchaus auch subtile Formen annehmen, wurde festgestellt, dabei verändert sich, was gesellschaftlich an Gewalt toleriert wird.
Hier scheint man sensibler geworden zu sein, was die immer wiederkehrenden Diskussionen über Mobbing zeigen.
Einen konkreteren Bezug hinsichtlich BDSM stellte ein Besucher her, in dem er hinterfragte, wie in DS-Beziehungen mit Zumutungen gespielt wird.
Tatsächlich scheinen immer wieder auch submissive Partner Verhaltensweisen nur aufgrund ihrer Rolle zu akzeptieren, obwohl sie sie eigentlich schon längst nicht mehr erotisch oder schön finden. Der Wunsch sich selbst und seinen Partner in der jeweiligen Rolle zu bestätigen und darin sein Glück zu finden, scheint eine große Motivation zu sein. Dabei wird auch bei manchem Aktiven das Verhalten des Passiven / Submissiven Partners nicht richtig interpretiert. „Der Aktive muss voll Verantwortlich mit der Situation umgehen“ forderte ein selbst in aktiver Rolle SM-auslebender Besucher und wurde von seiner Partnerin
darin unterstützt: selbst wenn der Passive mehr will, als er offenbar verträgt, muss der Aktive erkennen und bestimmen, wann Schluss ist.
Daraus ließ sich schließen, dass auch die vorgeblich submissiven Partner die fordernden sein können, die sehr wohl auch Einfluss auf ihre dominanten Gegenüber ausüben kann der auch zur Gewalt werden? „Aus Gründen der Liebe immer mehr zu fordern muss keine Spezialität Dominanter oder Submissiver SM-Spielpartner sein“ wurde daraufhin festgestellt. Denn Liebe kann immer ein Grund sein, über die eigenen Grenzen hinweg zu gehen.
Muss dann nicht eher von „Macht“ als von „Gewalt“ gesprochen werden? Fragte ein Teilnehmer an. „Dem Partner etwas unterzujubeln, was er vielleicht nicht gerne will kann witzig sein, wenn es in den Beziehungsrahmen passt“ fand eine Teilnehmerin eher gelassen. Gewalt sei für sie gegeben, wenn eine negative Absicht, ein Vorsatz gegeben ist.
Fraglich sei dabei, welche Motivation hinter dem Verhalten stecke. Angst vor Beziehungsverlust sei für sie dabei ganz falsch die richtige Motivation sei für sie, wenn sie etwas machen ließe, weil sie es für sich schön fände. Schlimm sei, wenn man in einer Beziehung bliebe, obwohl sie einem nicht gut täte, kam die Bestätigung aus der Runde. Und dennoch wurde erneut betont, dass das Aufrechterhalten der Beziehung und der Liebe ein sehr großes Motiv sein kann.
Aus einem Gespräch mit der Mitarbeiterin einer Beratungsstelle, am Stand es Arbeitskreises SM und Christsein beim diesjährigen Kirchentag, wurde von Frauen berichtet, deren Beziehung sich auf initiative ihrer Partner polyamourös entwickelt hatte. Litten diese dann darunter und nahmen wahr, dass diese Beziehungsform ihnen nicht lag, bekamen sie die Vorhaltung, „eben noch nicht so weit“ zu sein, sich noch weiter entwickeln zu müssen, was sehr verletzend ist. Bei gleicher Bedürfnislage könne dies ja in Ordnung sein, folgerte die Teilnehmerin.
Doch gäbe es naturgemäß unterschiedliche Bedürfnisse in jeder Beziehung.
Es sei eine große Herausforderung, dass die Kommunikation darum gerade in sadomasochistischen Beziehungen sehr gut sein muss. Gerade der Wunsch, sich und dem Partner was Gutes zu tun, kann sich auch als Falle entpuppen oder als Anspruch einer der Partner, an den er an sich oder den anderen stellt und an dem er zu verzweifeln droht, bis der Frust ihn zu Aggressionen treibt, die in Gewalt münden.
Die Kommunikation vor und nach einer Session wurde darum an diesem Abend als besonders wichtig betrachtet – auch von Anwesenden, die dieser beim
letzten Gesprächskreis eher geringere Bedeutung zumaßen. Nur durch Offenheit und gute Kommunikation können Missverständnisse vermieden werden, bei denen der eine dem anderen seinen Willen aufzwingt, und einer von beiden hinterher feststellen muss, dass ein Stück Einvernehmlichkeit schmerzlich fehlte.
Zur Gewalt kann man auch verführt werden, oder sich selbst darauf einlassen denn ob etwas „Gut“ oder „Böse“ ist, hängt nicht allein vom Geschehen ab, sondern auch von der dahinterliegenden Motivation. Dabei gilt aber auch, dass nicht alles, was vordergründig als einvernehmlich bezeichnet wird, wirklich gut, für alle Beteiligten ist.

In Vorbereitung des Abends bestand die Idee, jemanden von einer entsprechenden Beratungsstelle einzuladen. Nach einer etwas längeren Vorlaufzeit gelang dies schließlich, jedoch erst kurzfristig, weshalb der Termin auf das nächste Jahr verschoben wurde. Dennoch wurden für den angebotenen Besuch der Beraterin einer Stuttgarter Beratungsstelle im Anschluss noch einige Fragen gesammelt.

Quelle: SWL

26. Wave-Gotik-Treffen 2017 – 02.06.2017 – 05.06.2017 in Leipzig

Vom 2. bis 5.Juni werden wieder 20000 Gothics aus aller Welt in Leipzig erwartet um zum 26.Mal die internationale Familienzusammenkunft der Gothic-Szene zu feiern.

Das Wave-Gotik-Treffen ist in seiner Art in dieser Größe und mit seiner langen Geschichte weltweit einmalig: An rund 50 Orten, über die ganze Stadt verteilt, werden etwa 200 Bands und Künstler auftreten und dabei erneut alle Spielarten dunkler Musik aufführen: Von Future-Pop bis Goth-Metal, von EBM bis Apocalyptic Folk, von mittelalterlichen Klängen bis zu elegischem Post Punk. Neben bekannten Szenegrößen laden weniger bekannte, wirkliche „Undergroundbands“ und Künstler aus den Randbereichen der Szenemusik zu musikalischen Neuentdeckungen ein. Die Konzerte und Veranstaltungen des WGT finden an rund 50 Orten in ganz Leipzig statt, so etwa in den altehrwürdigen Gemäuern der Moritzbastei, in der neo-antiken Kuppelhalle Volkspalasts oder im historischen Stadtbad. Auch wundervolle klassische Musik gehört erneut zum WGT-Programm, darunter Opern, Kammermusik, Chor- und Orgelkonzerte.

Doch Musik ist ja längst nicht alles, was das WGT zu bieten hat. Es gibt das „Heidnische Dorf“, einen romantischen Mittelaltermarkt, zu dem man auch mit separaten Tageskarten Zutritt hat, und wo selbst Kinder Spaß haben können. Auch Lesungen, Ausstellungen, Theater und Filmaufführungen sind Teil des Programms. In historischer Gewandung versammelt man sich zu einem Viktorianischen Picknick im Park. Ein riesiger Gothic-Markt bietet so ziemlich alles feil, was das Szeneherz begehrt. In unzähligen Klubs laden internationale Szene-DJs bis zum Morgengrauen zum Tanzen ein. Bei der beliebten Fetischparty des Treffens feiert man sehr freizügig, hier wird beim Einlaß streng auf entsprechend angemessene Kleidung geachtet. Ein Bummel durch die Leipziger Innenstadt lohnt sich besonders für Kunst- und Kulturinteressierte: Der Eintritt in mehrere Leipziger Museen ist mit WGT-Bändchen frei, so etwa im Museum der Bildenden Künste, im Ägyptischen Museum und in die Grassimuseen. Zudem bieten diese Museen thematisch passende Führungen für WGT-Besucher an. Daß schwarze Kultur und christlicher Glaube sich nicht ausschließen, zeigt der seit jeher gut besuchte Szenegottesdienst des WGT in der Peterskirche. Auf Leipzigs größtem Friedhof wird es Führungen geben, bei denen man Erstaunliches über alte Bestattungsrituale oder die dort lebenden Fledermäuse erfährt. Der „Stricknachmittag für Schwarzromantiker“, bei dem alte Handarbeitstechniken erlernt werden können, ist kein Scherz, sondern mittlerweile eine WGT-Kultveranstaltung.

Der große Treffen-Zeltplatz liegt auf dem Gelände der ehemaligen Landwirtschaftsmesse „agra“ am Rande der Stadt. Die öffentlichen Nahverkehrsmittel der Stadt können von Freitagmorgen bis Dienstagmittag alle WGT-Gäste kostenlos benutzen.

Das Beste am Wave-Gotik-Treffen aber ist seine einzigartige, magische Atmosphäre, die man überall in Leipzig spüren kann. Gruftis aus aller Herren Länder feiern entspannt und friedlich, erfreuen sich an allen Facetten ihrer Subkultur, genießen ihr Zusammensein und tauchen die Straßen und Plätze einer ganzen Stadt in vielfältiges Schwarz. Tausende Gothics kommen einmal im Jahr nach Hause – zum Wave-Gotik-Treffen.

Folgende 115 Künstler haben ihren Auftritt beim 26. Wave-Gotik-Treffen bislang zugesagt (Stand 24.03.17): 13th Monkey (D) – Aeon Sable (D) – Ah Cama-Sotz (B) – Ah! Kosmos (TR) – Alcest (F) – Amanda Palmer (Dresden Dolls) & Edward Ka-Spel (Legendary Pink Dots) (USA/NL) – Amorphis (FIN) – Andi Sexgang (GB) Akustikkonzert – Andyra (D) – Angels & Agony (NL) – Annwn (D) – Autodafeh (S) – Azar Swan (USA) – B-Movie (GB) – Besides (PL) – BFG (GB) – Black Nail Cabaret (H) – Bloody, Dead & Sexy (D) – Cabaret Voltaire (GB) exklusives Konzert in Deutschland 2017 – Cephalgy (D) – Chemical Sweet Kid (F) – Corde Oblique (I) – Cryo (S) – Cuelebre (E) – Da-Sein (E) Weltpremiere – Decoded Feedback (CDN) – Der Blaue Reiter (E) – Der Fluch (D) – Desperate Journalist (GB) – Drab Majesty (USA) – Eden (AUS) Europa-Premiere – Eisfabrik (D) – Emma Ruth Rundle (USA) – Empusae (B) – Esben And The Witch (GB) – Fïx8:Sëd8 (D) – Finsterforst (D) – Folk Noir (D/NL) – Frankenstein (USA) – Hamferð (FO) – Hautville (I) – Hørd (F) – Herbst In Peking (D) – Hexperos (I) – Iamtheshadow (P) – Ianva (I) – Illuminate (D) – In the Woods… (N) – Iszoloscope (CDN) – Jarboe (USA) exklusives Akustikkonzert – Johnny Deathshadow (D) – Klangstabil (D) – Klez.e (D) – Landscape Body Machine (CDN) – Larrnakh (H) – Lebanon Hanover (GB) – Lucifer’s Aid (S) – Machine De Beauvoir (D) – Masquerade (FIN) – MGT & Friends (GB) – Mlada Fronta (F) – Moon Far Away (RUS) – Nikolas Schreck (USA) – Noisuf-X (D) – Nox Interna (D) – Odroerir (D) – Ohm (CDN) – Ordo Rosarius Equilibrio (S) – Peter Bjärgö (S) – Peter Heppner (D) – Pouppée Fabrikk (S) – Principia Audiomatica (HR) – Ragnaröek (D) – Red Cell (S) – Red Mecca (S) – Revolting Cocks (USA/B) exklusives Konzert in Deutschland 2017 – Ritual Howls (USA) – Romuvos (LT) – Rotersand (D) – RRoyce (D) – S.P.O.C.K (S) – Saigon Blue Rain (F) – Sündenrausch (D) – Scary Bitches (GB) – Schneewittchen (D) – Sex Gang Children (GB) – She Past Away (TR) – Shireen (NL) – Sinistro (P) – Sixth June (SRB) – Skinny Puppy (CDN) exklusives Konzert in Deutschland 2017 – Soviet Soviet (I) – Suicide Commando (B) – Superikone (D) – Sylvaine (N) – Technique (BR) – The 69 Eyes (FIN) – The Agnes Circle (GB) – The Creepshow (CDN) – The Devil And The Universe (A) – The Mission (GB) –
The Pussybats (D) – This Morn‘ Omina (B) – Thrudvangar (D) – Unlight (D) – V2A (D/GB) – Vain Warr (USA) ehemals Blacklist – Varg (D) – Virgin In Veil (FIN) – VNV Nation (IRL/GB) – Vogelfrey (D) – Wednesday 13 (USA) – Whispering Sons (B) – Wires & Lights (D) – Xandria (D) –
Für weitere Informationen über die auftretenden Künstler gibt es hier eine Auflistung der offiziellen Bandseiten. Auf der WGT-Webseite kann man sich für den elektronischen Rundbrief „Treffen Weltbote“ eintragen, der über Programmneuigkeiten informiert.

WGT-Spezialtips

Neben bekannten Szenebands hält das kommende WGT erneut etliche musikalische Perlen bereit, deren Namen vielleicht nicht jedem bekannt sind, die aber dennoch oder gerade deshalb großartige, nicht alltägliche Konzerterlebnisse versprechen. Es lohnt sich also, das Programm vorab genauer anzuschauen und hier und da mal reinzuhören. Es folgen ein paar Tips zu solchen weniger bekannten, aber interessanten Bands und Künstlern auf dem 26. WGT, nebst Hörbeispiel.

Ah!Kosmos
Minimal Techno, Ambient | Türkei
https://www.youtube.com/watch?v=NeOzh9H0-DU
Hinter diesem etwas merkwürdigen Namen verbirgt sich die Istanbuler Produzentin Basak Günak. Ihre meist instrumentalen Tracks zwischen Ambient, Minimal Techno und Postrock sind atmosphärisch, dunkel und hypnotisch. Träumen, tanzen, staunen – alles ist möglich. Empfohlen für Freunde von Thom Yorke, Apparat oder Plaid.

Annwn
Neoklassik, Ethereal | Deutschland
https://www.youtube.com/watch?v=xX_KLoDbgjs
Ätherischer, schwebender Kammerfolk, getragen von der himmlischen Stimme von Sabine Hornung, die ein großes Ensemble klassischer
Musiker leitet. Streckenweise kann man kaum einen Unterschied zur unangefochtenen Herrscherin des Genres namens Loreena McKennitt erkennen.

Besides
Post Rock | Polen
https://www.youtube.com/watch?v=mBOH43jvnUE
Seit einigen Jahren ist auch Post Rock ein fester Bestandteil des WGT. Dabei wird nicht nur auf namhaftere Bands wie God Is An Astronaut, Caspian oder I Like Trains gesetzt, auch unbekanntere Acts wie diese traumhafte Formation aus Polen sind immer wieder im Programm. Dringender Tip für Freunde des Genres.

BFG
Gothic Rock | UK
https://www.youtube.com/watch?v=3NhiYd-2E80
1985 gegründet, zählten BFG damals zu den Prototypen des Gothrocks der ersten Stunde, supporteten New Order auf ihrer 86er Tour und wurden häufig mit Joy Division verglichen. Jetzt sind sie wieder zurück, und wurden zuletzt bei einem Auftritt in Berlin stark gefeiert.

Cuélebre
Pagan Folk, Mittelalter | Spanien
https://www.youtube.com/watch?v=aWA0s1eqopY
Junges sympathisches Ensemble aus Valencia, benannt nach einer geflügelten Riesenschlange aus der nordspanischen Mythologie. Freunde von Hagalaz‘ Runedance oder Trobar De Morte sollten zumindest eines der beiden geplanten Konzerte besuchen.

Da-Sein
Industrial, Angstpop | Spanien
https://www.youtube.com/watch?v=WqP1vbxORnk
Nach dem Auftritt von TeDIS im vergangenen Jahr folgt nun die zweite Bühnenpremiere einer Band des Industrial-Kultlabels „Galakthorrö“. Düstere, reduziert gehaltene Analogelektronik, vielgestaltig von tanzbar bis zerstörerisch, mit verfremdeter, meist weiblicher Stimme, welche Texte in Polnisch und Englisch intoniert.

Desperate Journalist
Indie, Postpunk | UK
https://www.youtube.com/watch?v=xNwQTRLHTE8
Ihr gleichnamiges Debütalbum von 2015 war ein Hit-Feuerwerk sondersgleichen, in diesem Jahr folgt der zweite Streich sowie endlich der erste Auftritt beim WGT! Musikfreunde, die dem Ableben einer Band namens „The Organ“ hinterher trauern und nebenbei noch ein Herz für Cure oder die Smiths haben, mögen sich unbedingt einfinden oder sich im Nachhinein schwarz (!) ärgern.

Drab Majesty
„Tragic Wave“ | USA

Andew Clinco alias „Deb DeMure“ betreibt sein Soloprojekt seit 2012, vorher war er unter anderem als Drummer für die hervorragenden
Marriages tätig. Seine aktuelle LP „The Demonstration“ vermengt entspannte elektronische Rhythmen mit Gitarren wie sie The Cure oder The
Chameleons einst zauberten.

Eden
Ethereal, Wave | Australien
https://www.youtube.com/watch?v=TUI4T5djc1o
Den älteren Semestern ist vielleicht das US-Label „Projekt“ noch ein Begriff, das den geneigten Waver und Romantiker in Zusammenarbeit mit den deutschen Kollegen von Hyperium in den 90ern regelmäßig mit traumhaften Releases von Bands wie Lycia, Love Spirals Downwards, Black Tape For A Blue Girl und anderen versorgte. Zu den Speerspitzen des Projekt-Programms gehörte damals auch eine Band namens Eden, die heute leider kaum noch jemand kennt. Besonders ihr Mini-Album „Healingbow“ (1993), aufgenommen mit Pieter Bourke, der später u.a. des Öfteren mit Lisa Gerrard arbeiten sollte, gehört wohl zu den besten Klassikern des Genres. Freunde von Dead Can Dance oder o.g. Bands sollten hier aufhorchen, denn nach der kürzlichen Neuformierung kommen Eden nun zum ersten Mal überhaupt nach Europa.

Hautville
Neoklassik, Neofolk | Italien
https://www.youtube.com/watch?v=vfo6onkKaDU
Auch schon zum zweiten Mal beim WGT, aber nicht minder erwähnenswert. Kraftvoller, italienischer Neofolk. Freunde von Argine, Corde Oblique oder Ashram sollten das Konzert nicht verpassen.

Hørd
Minimal Synth | Frankreich
https://www.youtube.com/watch?v=J-VbRCUbQtg
Junges Ein-Mann-Projekt aus Frankreich, das sphärisch-melodische Synthie-Klänge produziert, quasi die männliche Antwort auf Hante.

Klez.e
Indie, Post Punk | Deutschland
https://www.youtube.com/watch?v=u0TAAbsNfhk
Diese Indie-Band präsentiert sich plötzlich optisch und musikalisch als deutsche Version von The Cure und nannte ihr aktuelles Album gleich mal „Desintegration“ (!). Doch offensichtlich handelt es sich dabei um keine flache und kalkulierte Trittbrettfahrerei – vielmehr ist es ein ehrliches Konzeptalbum, das von den enttäuschten Träumen der Wendezeit und der trostlosen, kaputten Welt der Gegenwart handelt. Der deutsche Gesang ist vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber die Musik ist wirklich so gut, daß es sich lohnt, sich darauf einzulassen.

Lucifer’s Aid
EBM | Schweden
https://www.youtube.com/watch?v=TKb3ogbmrPI
Das Label Progress Productions (u.a. Kite, Hendric De La Cour, Agent Side Grinder usw.) dient erneut als Talentschmiede und Qualitätsgarant für hochwertige elektronische Klänge, in diesem Fall für feinsten Oldschool-EBM eines jungen schwedischen Projektes.

Moon Far Away
Neofolk | Russland
https://www.youtube.com/watch?v=tp2c9DR4QK0
Im Grunde gehören MFA schon seit Ewigkeiten zur Speerspitze des osteuropäischen Neofolks und sind damit kein wirklicher Geheimtip mehr. Das Ensemble bezieht seine Inspiration aus der alten nordrussischen Folklore und erzeugt, nicht zuletzt durch die rituell anmutenden Kostüme und Masken, eine entrückte Stimmung auf seinen seltenen Konzerten. Nach 2011 nun zum zweiten Mal auch beim WGT.

Peter Bjärgö
Neoklassik, Ambient | Schweden
https://www.youtube.com/watch?v=cDimQwl58Hg
Nicht immer kennt man die Namen der Musiker hinter den bekannteren Bandnamen, daher sei darauf hingewiesen, daß es sich hier um den Kopf des (ex-Cold-Meat-Industry) Kultprojekts Arcana handelt. Peter stellt u.a. sein gerade erschienenes neues Solo-Album vor, welches sich ersten Hörproben zu Folge teils in Richtung Shoegaze orientiert, man darf also gespannt sein.

Red Cell
Synthpop, Future Pop | Schweden
https://www.youtube.com/watch?v=NCkqFrSRhdQ
Wieder einmal ist es das Label Progress Productions aus Schweden, das sich als Perlentaucher erweist. Red Cell erfinden das Rad sicher nicht neu, aber ihr Gespür für Melodien kann sich sehen lassen.

Ritual Howls
Post Punk, Cold Wave | USA
https://www.youtube.com/watch?v=fIKN26CyD2Q
Finsterer wird es in diesem Genre kaum. Ausweglos und erstickend, hypnotisch und abgrundtief sind die Songs dieser Band aus Detroit, die nach mittlerweile zwei Alben endlich auch auf dem WGT gastiert.

Shireen
Elfenpop, Ethereal | Niederlande
https://www.youtube.com/watch?v=CyWUd5Whh9w
Sie kommen aus den Niederlanden und bezeichnen ihre Musik als „Witchpop“. Damit liegen sie nah bei Bands wie Euzen, Valravn oder Mila Mar. Wem diese Bands am Herzen liegen, der sollte Shireen nicht verpassen.

Sylvaine
Postrock, Shoegaze, Black Metal | Frankreich
https://www.youtube.com/watch?v=N6w4FxmYjh8
Die norwegische Multiinstrumentalistin schwimmt mit ihrem aktuellen Album „Wistful“ stilsicher im Fahrwasser des sogenannten „Blackgaze“ mit, das in jüngerer Zeit maßgeblich von Bands wie Alcest geschaffen wurde. Sie dadurch als bloßen Klon abzutun, würde jedoch der Qualität die sie abliefert nicht gerecht werden, auch da ihre Engelsstimme dem Klangspektrum noch einiges Schönes hinzuzufügen weiß. Im Gegensatz zum Studio spielt sie beim WGT natürlich nicht alle Instrumente selbst, sondern kommt mit voller Bandbesetzung.

The Agnes Circle
Post Punk | UK
https://www.youtube.com/watch?v=zjIC8JPQm50
Frisches Londoner Post-Punk-Duo im Stil von Bands wie The Soft Moon, Kiss The Anus Of A Black Cat oder Winter Severity Index.

Vain Warr
Wave, Postpunk | USA
https://vainwarr.bandcamp.com/track/deadline-season
Die US-Band Blacklist war vor Jahren bereits für das WGT bestätigt, kurz vor dem Treffen lösten sie sich jedoch auf. Nun kommt Joshua Strawn jedoch mit seinem aktuellen Projekt Vain Warr nach Leipzig – und hat nach eigenen Aussagen auch ein paar Blacklist-Songs des HammerAlbums „Midnight Of The Century“ im Gepäck.

Whispering Sons
Wave, Postpunk | Belgien
https://www.youtube.com/watch?v=zmffv-ZV4iE
Eine der hoffnungsvollsten neuen Bands des Genres kommt aus Belgien. Schon mit ihrer ersten EP legte sie 2015 einen eiskalten Meilenstein vor. Songs wie „Time“ oder „Wall“ sind derzeit zu Recht aus keiner guten Club-Playlist wegzudenken.

Wires & Lights
Wave, Postpunk | Deutschland
https://www.youtube.com/watch?v=nwKTll0cme0
Nach der Auflösung der Band Passion Play, die ihr letztes Konzert beim WGT gab, folgt nun der Beginn einer neuen Ära unter dem Namen „Wires & Lights“. Es ist ihr zweiter Auftritt nach der 15. Geburtstagsparty der legendären „Pagan Love Songs“ Partyreihe in Bochum.

Rückschau: SundMehr am 28.10.2016 – SM und Kunst

Um sich mit dem Thema „SM und Kunst“ auseinander zu setzen, trafen sich
13 Besucher des Gesprächskreises SundMehr am 28. Oktober. „Sexualität
findet irgendwo statt. Und nur in der Literatur und der bildenden Kunst
kann sie explizit repräsentiert werden“, stellte ein Teilnehmer gleich
in der ersten Runde, die mit der Frage, wo den Anwesenden
Sadomasochismus in der Kunst schon mal begegnet ist, verknüpft wurde,
klar. „Man wird sicher keine sadomasochistische Musik finden, sofern SM
nicht im Text, der an sich ja Literatur ist, dargestellt wird.“

Für mehrere der Anwesenden stellte Bondage teils während der Ausführung,
aber auch in ihrem Ergebnis, Kunst dar. Ein Besucher berichtete von
einer ähnlichen Ausstellung, wie der im Einladungstext beschriebenen „no
pain no game“, bei der er im Stuttgarter Haus der Geschichte schon vor
Jahren eine „Painstation“ gesehen habe, vor der sich begeisterte
Besucher versammelten, um Computerspiele zu spielen, bei der jeder
Fehler mit realen Schmerzen aus Hitze, Stromschlägen oder kleinen
Peitschenschlägen über den Handrücken bestraft wurden (siehe ein
Wikipedia-Artikel https://de.wikipedia.org/wiki/Painstation hierüber).

Die Art, wie manche sich auf großen Erotik-Messen in barocke Kleider
zwängen oder sich als Pony verkleiden lassen, stellte für eine
Teilnehmerin schon Kunst dar, während ihr Partner es rein subjektiv
empfindet, was für ihn schön ist und auf eine nähere Definition des
Kunstbegriffes verzichtet. Ein Teilnehmer berichtete, dass bei
„Ausstellungen“ vor allem an diverse Folter-Museen denkt, wo einige
Besucher eher einen betroffenen, andere einen angeregten
Gesichtsausdruck zu scheinen haben.

Eine zufälligen Straßenszene in Berlin wurde geschildert, bei der eine
Straßenkünstlerin eine bondage-artige Performance zeigte. Was einen
daran anspräche, würden manche Mitbürger halt schwer verstehen.

Bondage war für einen Anwesenden eher etwas Handwerkliches. Er wunderte
sich, was daran für andere Kunst sei. Er selbst denke dabei an Musik,
die ihn bei einer Session begleite. Zudem fotografierte er selbst auch
ästhetische Akte, die jedoch nicht speziell sadomasochistische Motive
haben mussten.

„Kunst ist, was die Seele bewegt“, meinte eine Besucherin. Schon der
menschliche Körper an sich sei für sie ein Kunstwerk. Mit einem
augenzwinkernden Verweis auf das letzte Treffen, stellte ihre
Nebensitzerin fest, dass es für ihre Töchter schon eine Kunst sei, sich
mit ihrer Mutter nicht zu blamieren. Mit ernsthafteren Unterton, meinte
sie, dass auch ohne direkt Latexfetischistin zu sein, manche Werke eines
ihr bekannten Hobby-Latexschneiders, für sie etwas sehr künstlerisches
hätten.

Im Kontrast zu den vorherigen Statements stellte dann die nächste in der
Runde fest, dass „Kunst“ ja nichts mit Ästhetik zu tun haben müsse, wie
das Beispiel von Marina Abramovic zeigte, deren Kunst vor allem auch
verstöre. Der Betrachter interpretiere etwas, ohne zu wissen, ob sein
Verständnis in der Absicht des Künstlers lag.

Zum Thema „Foltern“ berichtete jemand, dass er auf Partys schon
Situationen gesehen habe, die er selbst niemals erleben wollte. Ebenso
sei für ihn manche bei Wilhelm Busch beschriebene Situation ansprechend,
die auch anderen in der Runde SMige Assoziationen kommen ließen: Wie Max
und Moritz am Ende in einen Sack eingenäht zu werden, in Brotteig
verschlossen zu werden? Sieht man von der Kleinigkeit ab: dass der
Vorgang des Backens wohl weder als „Safe“ noch als „Sane“ zu bezeichnen
wäre. Auch im Jazz-Song „fais moi mal Johnny“
https://www.youtube.com/watch?v=pchB-4dKpDE von Magali Noel hatte ein
Teilnehmer SMige Anspielungen entdeckt, die jedoch im Text irgendwann
kippen. Auch bei einem anderen Lied, das ihn bezüglich seiner erotischen
Neigungen ansprach, hatte er den Fehler gemacht, sich den Text zu
übersetzten. Als sich herausstellte, dass es um starken Liebeskummer
ging, war die Inspiration durch die Musik für ihn verflogen. Zum Thema
Musik wurde dann diskutiert, ob bei Bachs 1. Satz aus dem
Brandenburgischen Konzert Nr. 3
https://www.youtube.com/watch?v=hl1p8LTeNiA gegen Ende ein männlicher
Orgasmus herausgehört werden kann.

Es stand fest, dass der Kunstbegriff getrennt vom eigenen Verständnis
und Geschmack benutzt werden muss. Als mögliche Definition wurde die von
Erich Fromm vorgeschlagen, wonach der Mensch sich produktiv in seiner
Umwelt ausdrücken will. Demnach ist im Grunde nach jeder Mensch, der
seine Gedanken und Gefühle schöpferisch umsetzt ein Künstler – egal ob
er Erfolg hat, oder nicht.

„Der Künstler hat das Bedürfnis, etwas kreativ zu erschaffen“, stellte
eine Anwesende dazu fest, worauf eine andere meinte, Kunst sei es, wenn
Menschen das Erschaffene dann auch gut finden. Entsteht Kunst also erst
im Auge des Betrachters? Auch bei der Begegnung zwischen Menschen sei
dies der Fall, wurde aus der Runde geäußert. Es gibt immer einen
Menschen, der den anderen gut findet, was manche einsame Seele trösten
mag. Im Gespräch wurde Kunst auch als rein handwerkliches Geschehen
verstanden, wobei dies einem sehr klassischen Kunstbegriff nahekommt,
bei dem die Kunst eben vom Meister an den Schüler weitergegeben werden
kann. „Das ist, wie wenn jemand sagt, der Mensch besteht zu 60% aus
Wasser, zu 17 % aus Fett und 17% aus Eiweiß, plus 6% übriger
Bestandteile. Was der Mensch ist, hat man mit so einer Definition immer
noch nicht verstanden“, war dann der Einwurf. Kunst ist also doch mehr:
nämlich die Idee, die im Kopf des Künstlers bestand, bevor das Kunstwerk
entstand. Eine modernere Verwendung des Kunstbegriffs trägt dem
Rechnung, denn Kunst ist dabei der Subjektive Ausdruck, die Performance
im Dialog mit dem Betrachter.

Streckenweise wurde an diesem Abend wie in einem gewöhnlichen
Volkshochschulkurs über Kunst gesprochen, ohne dass zwingend
feststellbar war, dass das Gespräch in einem Kreis interessierter SMer
stattfindet.

Ist dann Kunst, wenn Harmonie entsteht, zwischen dem, was der Künstler
ausdrücken will und was der Betrachter versteht? Wäre dies nicht eine
passende Analogie zum SMigen-Geschehen, bei dem das, was der Aktive
machen will, auch beim Passiven entsprechend ankommen sollte? Oder
zumindest – der Spur nach? So wäre eine Session als Ausdruckskunst zu
verstehen, doch der Gedanke konnte sich in der Runde nicht durchsetzen.
Denn wieder wurden Abramovic’s teilweise verstörende Performances
zitiert. Bildnerische Darstellungen aus Sadomasochistischen
Online-Communities wurden dagegen gehalten, wobei auch über die
ästhetische Qualität gestritten wurde, wie auch über die der Abbildungen
in den Schlagzeilen. Gegenvorschläge aus Bildbänden, über das was
Anwesende anspricht, waren allerdings subjektiv gefärbt und über
Geschmack lässt sich einfach nicht streiten. Eine Besucherin stellte ein
eigenes Gemälde vor. In einem Akt aus dem Internet hatte sie sich so
sehr wiedergefunden, dass sie das Bild einer entspannt, selbstvergessen
und lustvoll daliegenden Frau unbedingt in Öl nachmalen musste – und
sich sehr beherrschte nicht Halsband und Manschetten hinzuzufügen, da es
in ihrer Wohnung auch von familiären Besuchern und Gästen zu sehen war;
ein ganz praktischer Dialog zwischen Künstler und Betrachter, bei der
die Betrachterin selbst zur Künstlerin wurde und versucht war, nach
ihrer eigenen Idee zu ergänzen.

Am Ende blieb es – sofern nicht ganz klar und absichtlich
sadomasochistische Szenen abgebildet werden – Interpretations-Sache, ob
in einem Werk SMige Züge gesehen werden.

 

Quelle: SWL

 

24/7 The Passion of Life – 10jähriges Kinojubiläum

Dieses Jahr feiert unser Film 24/7 The Passion of Life (Erotik-Drama)   Regie: Roland Reber („Unikum in der deutschen Kinolandschaft“; Süddeutsche Zeitung) sein 10 jähriges Kinojubiläum.
Der inzwischen zum KULTFILM avancierte Kinofilm, der komplett unabhängig und ohne öffentliche Fördergelder, dafür mit umso mehr Eigenengagement aller Beteiligter realisiert wurde,  wird anlässlich des internationalen BDSM Tages als Sonderevent am 24.7. erneut deutschlandweit im Kino eingesetzt. (http://www.wtpfilm.com)

„Der wohl erste deutsche Spielfilm, der sich die Mühe macht, SM so zu zeigen, wie es ist. Wobei es allerdings kein reiner SM-Film ist. Sondern ein Film über den Umgang der Gesellschaft mit Sexualität an sich. Ein Film über Religion und Doppelmoral (SCHLAGZEILEN)

„Im Grunde ist „24/7“ mit seinen Ritualen der Sehnsucht eine komplexe Studie der Einsamkeit… Rebers Film ist eine SM-Oper mit absurd-komischen Szenen und melodramatischen Sequenzen, eine wilde Melange aus Poesie und Obszönitäten…; angesiedelt irgendwo zwischen Jess Franco und Peter Greenaway…“   (Süddeutsche Zeitung, Hans Schifferle, Feuilleton)

Anlässlich des 10-jährigen Kinojubiläums von 24/7 The Passion of Life wird der Film am internationalen BDSM-Tag, 24.7.2016, in folgenden Spielstätten zu sehen sein:

Nürnberg, Casablanca  17 Uhr in Anwesenheit der Hauptdarsteller München, Museum-Lichtspiele  23 Uhr Kiel, TraumKino 20 Uhr Marburg, Filmkunsttheater Kaufering, Filmpalast 20 Uhr
Saarbrücken, Filmhaus 20:30
Regensburg, Kinos im Andreasstadel  21:00 Passau, Metropolis 20 Uhr
Mannheim, Cineplex  20:30
Soest, Universum  21:00
Krefeld, Event Kino Primus-Palast  20:45 Suhl, Cineplex  19 Uhr

24/7 The Passion of Life lief 2006 für ein Jahr in den Kinos und wurde von den Filmemachern  in über 65 Spielstätten (Programmkinos und Multiplexe) begleitet. Während dieser Zeit haben wir viele Informationsabende mit SM-Stammtischen organisiert.

„Ein sehenswerter Film!“ (Münchner Merkur)

„24/7 The Passion of Life“ ist ein wahrer Independent Film, der durch
seine provokante Thematik polarisiert… (http://filmstarts.de)   • Fantastischer Film. Mutig. Menschlich. Kraftvoll. (Thomas Sing, Geisteswissenschaftler)   • Prickelndes, sexy Kino vom Besten – erinnert an „Last Tango in Paris“ – ein cineastisches Meisterstück. (Schani Krug, Produzent / Regisseur, USA)

Kurzinhalt: Die Hotelierstochter Eva (Marina Anna Eich) trifft zufällig auf die Soziologin Magdalena (Mira Gittner), die als Domina „Lady Maria“  in einem SM-Studio arbeitet. Von der bizarren Welt der Lady Maria fasziniert, begibt sich Eva auf die Suche nach ihrer ureigenen Identität und beginnt eine Odyssee durch die Welt der Sexualität – eine Reise zu den verdrängten Landschaften unserer Seele.

Quelle: SWL

Rückschau: SundMehr 28.082015 – „Wie strafe ich richtig gut?“

Ob es der Ferienzeit oder dem spontan notwendigen Raumwechsel geschuldet war, dass sich die relativ geringe Anzahl von 13 Gesprächskreisteilnehmern am 28. August zum Thema „Wie strafe ich richtig gut?“ einfand, war unklar. Der Intensität der Gespräche tat dies keinen Abbruch.

Bei der Eingangsfrage, wie man sich gefühlt habe, als man – egal in welchem Kontext – das letzte Mal bestraft worden sei, stellte sich heraus, dass die wenigsten Erinnerungen an Bestrafungssituationen im Alltag besaßen, sieht man von kleineren Verkehrsdelikten ab, denen jedoch eher monetäre, als emotionale Bedeutung zugemessen wurde.

Eher kamen unangenehme Erfahrungen aus der Kindheit zur Sprache. So berichtete eine Teilnehmerin, dass sie die Strafe für ihre Brüder auf sich genommen habe, weil diese in der Regel viel härter bestraft wurden, als sie. Sie habe sich in diese hineinversetzt und sich anschließend gut gefühlt. Andere berichteten aber ausnahmslos von negativen Gefühlen, der Ohnmacht und unbändigen Wut, weil sie Strafe in der Regel ungerecht empfanden.

Erstaunliche Ausnahme bildete der Bericht eines Teilnehmers, der als Deutscher vor Jahren in einem muslimischen Land gearbeitet und „sich daneben benommen“ habe, in dem er Frauen berührt und umarmt habe. Seine Strafe habe – nach islamischem Recht – aus Schlägen mit einer Art Peitsche bestanden, die nichts mit Spiel zu tun gehabt hätten. Im Verlauf des Abends ergänzte er, dass er sich dabei, bis zum Höhepunkt sexuell erregte.

Bei vielen wurde Bestrafung eher aus SMigem dem Kontext geschildert, wobei die Meinungen schwankten, von „eine richtige Strafe müsse man sich auch verdient haben“, bis hin zum Gefühl – einer die submissive Seite bevorzugenden Frau – vorsätzlich provozierte Strafe sei ihr ein Greul.

Strafe sei dann nicht echt und sie selbst mit dem Gefühl nicht dabei. Zu Reue oder Demut gezwungen zu sein, sei alles andere als geil. Eine andere Teilnehmerin berichtete von einer aktuellen Art Kontaktsperre, bei der ihr Spielpartner nicht auf ihre Nachrichten antwortete und sie – offenbar zugunsten einer anderen – ignoriere. Aus der Runde kamen Assoziationen zu angeblich „gewaltfreien“ Erziehungsmethoden mancher Eltern, aber auch, dass es sich hier eher um ein ernsthaftes Beziehungsproblem handeln könnte, statt um eine Maßnahme, um SM-Erotik zu steigern, denn glücklich schien die Betroffene nicht zu sein.

Jemand, der vor längerer Zeit von passiver auf die aktive Seite sadomasochistischer Vorlieben wechselte fand es zu lange her, um sich an Bestrafung zu erinnern, seine Partnerin beschrieb sich als zu lieb, um bestraft zu werden. Ein anderer Teilnehmer berichtete, dass er gerne auch während einer Session gerne provoziere, sodass es ohne Strafe gar nicht möglich wäre zu spielen, wobei er und seine Partnerin durchaus auch an Grenzen gingen, die anderen vermutlich zu weit seien. Es käme dann auch bei ihm zu einem Kampf mit dem Ego, weil es schon sehr unangenehm wäre, aber er wolle dann „nicht brechen“ und die Situation durchstehen – ein Machtspiel.

Wie kommt es zu dem Dilemma, dass so viele Bestrafung eher ablehnen, weil sie sich selbst als gerecht und insofern sozialisiert betrachteten, dass sie ihr Verhalten begründen können, und das Gefühl haben keine Strafe zu verdienen, und dies im SM-Kontext dennoch akzeptieren, sofern Strafe nicht bewusst provoziert wird? Eine Besucherin vermutete sich selbst dem Klischee nahe, dass

Kindheitserinnerungen wach werden: der Elternteil, der bestraft, wird dennoch geliebt, wodurch die Negativ-Zuwendung doch auch Nähe schaffe. Sie fühle sich ihrem Dom auch sehr nahe, wenn sie bestraft würde und das abgesprochene Machtverhältnis käme wieder ins Lot. Auch von anderen wurde der Verdacht unterstützt, dass Kindheitserfahrungen reaktiviert würden: Strafe schaffe, gerade wenn sie als ungerecht erlebt würde, auch Widerstand und mache so stark. Allerdings soll dieser ja auch vom Aktiven überwunden werden. Dass die Versuchung, den aktiven zu provozieren, dann nahe liegt, wird so erklärbar: sind es doch positive Gefühle, die angestrebt werden. Strafe wird zur Belohnung. Manche Provokation im SM-Kontext wirke wie bei kleinen Kindern – praktisch ein Deal mit den Eltern, eine gegenseitige Manipulation. Bei SM ist dazu eine Niederlage in der Phantasie nicht möglich: steht Sub die Bestrafung durch, fühlt er sich stark, aufgrund seiner Fähigkeit viel auszuhalten, sich nicht brechen zu lassen. Wird sein Widerstand überwunden, findet er sich in der Beziehung des (hoffentlich) vertrauenswürdigen Dom wieder, die ihn emotional auffängt. Als Dom könne es dann besser sein, in einer Spielsituation mit anderen, die erwartete Strafe auszusetzen, und z.B. seine Sub nur zu kontrollieren, in dem sie fixiert würde und dafür eine andere zu bestrafen, bzw. so mit ihr zu spielen, wie Sub es sich gewünscht habe. Das sei dann eine erzieherische Maßnahme. Strafe sei nicht Inhalt jedes Spiels, wurde festgestellt – während eine Teilnehmerin einwarf, für sie sei Strafe etwas Ungewolltes und nichts Provoziertes. Letztlich beobachte er bei SM-Sessions im Grunde kaum Strafen, subsummierte ein Teilnehmer und schlug vor, lieber von Spielen mit „Strafcharakter“ zu sprechen. Assoziationen von Mittelalterlichen Demütigungen am Pranger oder anderen Foltermethoden kämen zur Schau, allerdings auf Grund der Einvernehmlichkeit der Partner eben nicht im Sinne einer verdienten, demütigenden Strafe.
Ein anderer sprach von „erzieherischen Maßnahmen“ bei denen Sub lernen solle, ein unerwünschtes Verhalten zu unterlassen. Wobei auch körperlich einiges ausgelöst werden kann – das erwünscht ist? Strafe funktioniere dann, wenn sie gerecht ist, stellte die zugehörige Partnerin fest, und wenn sie von ihr auch so empfunden würde.

Fraglich war an also, wozu Strafe gut sein soll, wenn die Einsicht, in ihre „Notwendigkeit“ schon längst geschehen ist, sofern sie als gerecht empfunden wird… Selbst das deutsche „Strafrecht“ geht ja davon aus, dass es bei einer Verurteilung nicht um Rache oder Sühne geht, sondern dass jeder Mensch sich verändern kann – weshalb niemand wirklich lebenslänglich ins Gefängnis kommt, sondern irgendwann „resozialisiert“ werden soll. Der Aspekt der Einsicht wurde dann diskutiert, weil nach Ansicht einer Besucherin, SM eine Lebenssituation darstelle, bei der der Top das Recht bekäme, über den Sub zu verfügen.
Strafe diene in weiten Teilen dazu, den Beteiligten zu bestätigen, dass Entscheidungen des Tops akzeptiert würden und rücke so das abgesprochene Verhältnis wieder ins Lot. Hier sähe er einen Unterschied zwischen SM und DS, erklärte ein Anwesender. Im Rahmen einer Dominanz und Submission-Situation könne es durchaus sein, dass jemand körperlich unangenehme Gefühle ertrage, um das Machtverhältnis zu bestätigen. Ein quasi religiöses Gefühl entstünde: Der dominante Part hat immer Recht, was dem Dom und dem Sub gut tut.

Dies schien der einzige Aspekt zu sein, der an diesem Abend für Strafe sprach, denn offenbar bringt sie, für Leute, die vor allem Sadismus und Masochismus (das Spiel mit den körperlichen, oft unangenehmen Gefühlen) bevorzugen weder etwas für die Beziehung, für die erotische Lust und motiviert nicht. Dennoch kann sie Dinge „ins Lot“ bringen, die die „Bilder im Kopf“ bestätigen, sei es, einer mittelalterlichen Selbstinszenierung, oder eines hierarchischen Verhältnisses der Beteiligten, wenn die sich als Team in einem Spiel wahrnehmen, das als Ziel die gemeinsame erotische Lust hat. Auch das Gefühl „sich für andere“ zu opfern, in dem die Strafe für jemand anderen abgegolten wird, kann dazu gehören. Doch kann Strafe überhaupt darüber hinaus zu einer Verhaltensänderung führen, oder bringt sie gar nichts? Ist Belohnung nicht der viel stärkere Antrieb? Wie also, kann im Kontext einer Session „richtig gut“ gestraft werden? Schließlich braucht Strafe ein Vergehen – das nicht absichtlich herbei geführt werden soll. Spiele mit Strafcharakter müssen keine wirkliche Strafe beinhalten. Dass eine Strafe gut war, merkt man hinterher, weil es beiden auch gut geht, nach der Situation. Und dennoch soll sie dazu führen, dass „ein Vergehen“ nicht mehr vorkommt. Wie kann also Strafe nachhaltig, ohne Beschädigung der Beziehung, dazu führen, dass sie motiviert, ein Verhalten zu unterlassen, ohne dass sie dazu motiviert, ein unerwünschtes Verhalten zu zeigen? Alle die Überlegungen können nicht losgelöst von der Person der Beteiligten betrachtet werden, stellte eine Anwesende fest. Strafe sollte auf keinen Fall daraus bestehen, dass man die Dinge macht, die der andere mag. Sonst wird sie zur Belohnung.

Man müsse hierbei unterscheiden, ob es sich um eine kommerzielle oder nicht-kommerzielle Spiel-, oder eine Liebesbeziehung handelt, stellte ein Anwesender fest. Strafe eine Domina gut, käme Sub wieder, wobei Strafe hier durchaus auch als Belohnung gesehen werden kann – so funktioniert Kundenbindung. In einer Liebesbeziehung sei man allerdings auch daran interessiert, sich gegenseitig nicht wirklich zu schaden – und die Beziehung zu erhalten.

Es gibt also kein Patentrezept, war dann der Tenor in der Abschlussrunde. Einige berichteten nach wie vor davon, dass für sie das Thema Strafe im SM-Kontext nicht existiere. Andere wussten nur die
Anzeichen einer gelungenen Strafe: dass es beiden hinterher noch gut miteinander geht. SM sei die Umkehrung des alltäglichen Lebens. Vieles sei auf den Kopf gestellt, meinte ein Teilnehmer, was vom Moderator, mit Hinweis auf seine erste Buchveröffentlichung freudig aufgegriffen wurde.

Eine gute Strafe bringe ihn „runter“ von der eigenen Persönlichkeit, sodass er nicht mehr frech grinse, meinte ein Anderer. Eine gute Strafe hole sie ab und bringe sie in ihre Rolle, erklärte eine weitere. Dabei sei es wichtig, so ihr Partner, dass seine Strafen die Sub „flashen“, keine Routine aufkäme und eher Überraschungen entstünden. Und androhen und dann nicht durchführen, bringe nichts – Konsequenz sei sehr wichtig. Gute Strafe könne der Sub zulassen, erläutere eine andere. Für Ihn sei an diesem Abend herausgekommen, dass Strafe eigentlich bei Sessions kaum vorkäme, sondern es sich eher um Spiele mit Strafcharakter handle, war ein weiteres Abschlussstatement, während eine Dominant spielende betonte, für sie ginge es bei Strafe um die Lust der Dominanten und erregte dabei den Unmut ihres anwesenden Partners, weil der Team-Charakter dabei vernachlässigt würde. Wichtig sei ihm, erläuterte der gerne provozierend spielende Besucher am Ende, dass sie nach der Session Freunde bleiben könnten. Bei ihm und seiner Partnerin funktioniere dies. Nachdem so abgeschlossenen thematische Teil, konnte sich die Runde noch in den etwas kühleren, gemütlichen Biergarten der Ersatz-Location setzen und den Abend, oder die Ereignisse des Sommers Revue passieren lassen.

Der Gesprächskreis SundMehr trifft sich wieder am 25.09.2015 im gewohnten Treffpunkt. Zu Gast wird ein Psychologe sein, zum Thema „Genug, mehr als Genug oder Zuviel?“

www.sundmehr.de in Kooperation mit AK SMuC www.sm-und-christsein.de

Quelle: SWL

Leipzig: 22. – 25. Mai 2015 – Das 24. Wave-Gotik-Treffen – schwarz-romantische Festspiele jedes Jahr zu Pfingsten in Leipzig

Überblick

wgtbanner22015 findet das WGT zum 24.Mal statt. Vom 22. bis 25. Mai feiern wieder mehr als 20000 Gothics aus aller Welt die internationale Familienzusammenkunft der Gothic-Szene. Das Wave-Gotik-Treffen ist in seiner Art in dieser Größe weltweit einmalig.

Über die ganze Stadt verteilt werden etwa 200 Bands und Künstler auftreten und dabei erneut alle Spielarten dunkler Musik aufführen: Von Future-Pop bis Goth-Metal, von EBM bis Apocalyptic Folk, von mittelalterlichen Klängen bis zu elegischem Post Punk. Neben bekannten Szenegrößen laden weniger bekannte, wirkliche „Undergroundbands“ und Künstler aus den Randbereichen der Szenemusik zu musikalischen Neuentdeckungen ein. Die Konzerte und Veranstaltungen des WGT finden an rund 50 Orten in ganz Leipzig statt, so etwa in den altehrwürdigen Gemäuern der Moritzbastei, in der neo-antiken Kuppelhalle Volkspalasts oder auch mal im Freien, wie auf der Parkbühne. Auch wundervolle klassische Musik gehört erneut zum WGT-Programm, darunter Opern, Kammermusik und Chorwerke.

Doch Musik ist ja längst nicht alles, was das WGT zu bieten hat. Es wird einen romantischen Mittelaltermarkt geben, das „Heidnische Dorf“, auch Lesungen, Ausstellungen, Theater und Filmaufführungen sind Teil des Programms. In historischer Gewandung versammelt man sich zu einem Viktorianischen Picknick im Park, begleitet von einem Kammermusikensemble. Ein riesiger Gothic-Markt bietet so ziemlich alles feil, was das Szeneherz begehrt. In unzähligen Klubs laden Szene-DJs aus aller Welt bis zum Morgengrauen zum Tanzen ein. Ein Bummel durch die Leipziger Innenstadt lohnt sich besonders für Kunst- und Kulturinteressierte: Der Eintritt in mehrere Leipziger Museen ist mit WGT-Bändchen frei, so etwa im Museum der Bildenden Künste, im Ägyptischen Museum und in die Grassimuseen. Zudem bieten diese Museen spezielle Führungen für WGT-Besucher an. Daß schwarze Kultur und christlicher Glaube sich nicht ausschließen, zeigt der seit jeher gut besuchte Szenegottesdienst des WGT in der Peterskirche.

Der große Treffen-Zeltplatz liegt auf dem Gelände der ehemaligen Landwirtschaftsmesse „agra“ am Rande der Stadt. Mit den Obsorgekarten, die zum Zelten berechtigen, bekommt man auch den Pfingstboten, das ausführliche WGT-Programmbuch. Die öffentlichen Nahverkehrsmittel der Stadt können von Freitagmorgen bis Dienstagmittag alle WGT-Gäste kostenlos benutzen.
Das Beste am Wave-Gotik-Treffen aber ist seine einzigartige, magische Atmosphäre, die man überall in Leipzig spüren kann. Gruftis aus aller Herren Länder feiern entspannt und friedlich, erfreuen sich an allen Facetten ihrer Subkultur, genießen ihr Zusammensein und tauchen die Straßen und Plätze einer ganzen Stadt in vielfältiges Schwarz. Tausende Gothics kommen einmal im Jahr nach Hause – zum Wave-Gotik-Treffen.

Natürlich findet auch dieses Jahr wieder die SM- und Fetisch-Party Obsession-Bizarr am WGT Samstag (23.05.2015) in der Kuppelhalle des Volkspalast statt. Beim Einlass wird streng auf den Dresscode (Lack, Leder, Latex, Kinky, Glamour, Uniform, Drag, Gothic Erotic) geachtet. Daher unbedingt passende Kleidung anziehen und bereits vor dem Einlass auch nicht mit Halsbändern oder anderem Equipment sparen. Hat man diese Hürde genommen kann ausgiebig und sehr freizügig gefeiert werden. Auch stehen wieder zahlreiche Playrooms mit verschiedenen Spielmöbeln zur Verfügung. Genauere Programminformationen liegen uns derzeit (vor allem bzgl. der Shows) nicht vor. Wir reichen diese nach sobald uns hier genauere Informationen vorliegen.

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Künstler

Folgende Künstler haben ihren Auftritt beim 24. Wave-Gotik-Treffen bereits zugesagt (zuletzt aktualisiert: 23.03.2015):

.com/kill (D) – Accessory (D) – Agent Side Grinder (S) – Antimatter (GB) akustischer und elektrischer Auftritt – Ari Mason (USA) – Ash Code (I) – Ashes You Leave (HR) – Ashram (I) – Astari Nite (USA) – Asynje (DK) – Automelodi (CDN) – Bella Donna (D) – Birdmachine (D) – Black Lung (AUS) – Blood And Sun (USA) – Captain Reckless & The Lost Souls (AUS) – Centhron (D) – Clan Of Xymox (NL) – Cromdale (D) – Deine Lakaien (D) – Die Kammer (D) – Dupont (S) – Eisbrecher (D) – Eisregen (D) – Empathy Test (GB) – Esa (GB) – Escape With Romeo (D) – Evi Vine (GB) – Faey (D) – Fields Of The Nephilim (GB) Konzert zum 30. Jubiläum – Fixmer/McCarthy (F/GB) – Ghosts Of Dawn (D) – Grendel (NL) – Harmjoy (D/USA) – Heldmaschine (D) – Hezzel (LV) – Jo Quail (GB) – Keluar (D/GB) – King Dude (USA) – Klutae (DK) – Koffin Kats (USA) – L’ame Immortelle (A) – Last Dominion Lost (AUS) – Lights Of Euphoria (D) – Lisa Cuthbert (IRL) – Majdanek Waltz (RUS) – Minuit Machine (F) – Mono Inc. (D) – Mono No Aware (D) – Morthound (S) – Mushroom’s Patience (I) – Nachtmahr (A) – Nosferatu (GB) – NZ (A) – Orphx (CDN) – Otto Dix (RUS) – Polaroid Kiss (GB) – Qntal (D) – Rabbit At War (D) – Rezurex (USA) – Roma Amor (I) – Samsas Traum (D) – Sólstafir (IS) – Seasurfer (D) – Skyforger (LV) – Snog (AUS) – Soko Friedhof (D) – Sol Invictus (GB) spielen das Album „In The Rain“ – Soror Dolorosa (F) – Spencer (CH) – Stoneman (CH) – Substaat (N) – Sweet Ermengarde (D) – Terrorfrequenz (D) – The Exploding Boy (S) – The Other (D) – The Present Moment (USA) – The Saint Paul (D) – Twisted Nerve (GB) – Two Witches (FIN) – Unterschicht (D) – Unto Ashes (USA) – While Angels Watch (GB) – Wrangler (GB) –

Für weitere Informationen über die auftretenden Künstler gibt es hier eine Auflistung der offiziellen Bandseiten: http://www.wave-gotik-treffen.de/forumwgt3/viewtopic.php?f=3&t=21362

Auf der WGT-Webseite kann man sich für den elektronischen Rundbrief „Treffen Weltbote“ eintragen, der über Programmneuigkeiten informiert.

Fakten

  • Termin: 22. – 25. Mai 2015
  • Ort: Leipzig (an rund 50 Veranstaltungsorten über die ganz Stadt verteilt), Zeltplatz und Hauptveranstaltungsort am Stadtrand auf dem agra-Messegelände Markkleeberg Internetseiten: www.wave-gotik-treffen.dewww.facebook.com/WaveGotikTreffen
  • Musikrichtungen: alle Arten von dunkler Musik: Gothic; EBM; Industrial; Dark Ambient; Apocalyptic Folk; Post Punk, Synthpop etc.
  • Eintrittskarten: 4-Tageskarte für alle Veranstaltungen im Rahmen des 24. Wave-Gotik-Treffens Pfingsten 2015 zu 99,- € im Vorverkauf (inkl. VVK-Gebühr). Die Veranstaltungskarte beinhaltet die Fahrtberechtigung für Nahverkehrsmittel (Straßenbahn, Busse, S-Bahn des MDV Zone 110) vom 22.Mai, 08:00 Uhr – 26.Mai, 12:00 Uhr (ohne Sonderlinien)
  • Zelten: mit Obsorgekarte zu 25,- € (inkl. VVK-Gebühr) mit folgendem Leistungspaket:
    Zeltplatznutzung auf dem Treffenzeltplatz, „Pfingstbote“ – das ausführliche Treffen-Programmbuch. Ohne Obsorge-Karte sind das Betreten und die Nutzung des Treffenzeltplatzes nicht möglich. Die Obsorge-Karte gilt nur in Verbindung mit einer Treffen-Veranstaltungskarte.
  • Parken: Für das Parken auf dem Treffengelände ist eine Parkvignette zu 15,- € (inkl. VVK-Gebühr) für den gesamten Treffen-Zeitraum erforderlich. Ohne Parkvignette ist das Parken auf dem Treffengelände (agra-Treffenpark) nicht möglich.
  • Bestellen: Karten sind bestellbar über www.wave-gotik-treffen.de
  • Erwartete Besucherzahl: ca. 20000
  • Kontakt: Telefon: 0341-2120862 / E-Mail: info@wave-gotik-treffen.de
  • Photos: Auf der Webseite www.wave-gotik-treffen.de/photogallery.php

WGT-Spezialtips

Neben bekannten Szenebands hält das kommende WGT erneut etliche musikalische Perlen bereit, deren Namen vielleicht nicht jedem bekannt sind, die aber dennoch oder gerade deshalb großartige, nicht alltägliche Konzerterlebnisse versprechen. Es lohnt also, sich das Programm vorab genauer anzuschauen und hier und da mal reinzuhören. Es folgen ein paar Tips zu solchen weniger bekannten, aber interessanten Bands und Künstlern auf dem 24. WGT, nebst Hörbeispiel.

Agent Side Grinder
Electronic, Post Punk | Schweden
https://www.youtube.com/watch?v=Y5eTBMIoK0I
Eigentlich schon lange kein Geheimtip mehr, denn der spezielle Reiz dieser Band hat sich längst herumgesprochen. Die rohe Kraft von The Klinik oder Suicide gepaart mit Ohrwurm-Synthies und melodischen Baßläufen, die Peter Hook blaß werden lassen. Live wird hier zudem nicht nur das Notebook aufgeklappt, sondern es sind jede Menge authentische Uralt-Synths, Tape-Loop-Maschinen u.v.m. auf der Bühne zu bestaunen – ein Fest für Ohren, Augen, Herz und Tanzbein.

Ash Code
Post Punk | Italien
https://www.youtube.com/watch?v=MIqgiu4RcfM
Junge Band auf dem momentan durchrauschenden Zug des Post-Punk-Revival, für Freunde von The Soft Moon, She Past Away oder Ulterior.

Automelodi
Minimal Wave, Synthpop | Kanada
https://www.youtube.com/watch?v=T1PDnNdTNwY
Tanzbarer, melodischer analoger Synthwave, dargeboten von einem charismatischen und bühnenaktiven Frontmann. Für Freunde von Label-Kollegen wie Martial Canterel oder Xeno & Oaklander, die das WGT in der Vergangenheit beehrten.

Blood And Sun
Neofolk | USA
https://www.youtube.com/watch?v=kpEbW0ecI4s
OK, bei dem Bandnamen hätte man sich den Genre-Hinweis auch sparen können. Aber abgesehen von Klischees mal wieder ein schöner
Neuzugang in einem ansonsten nahezu toten Genre.

Empathy Test
Synthpop | Großbritannien
https://www.youtube.com/watch?v=SxFGMVUb2mo
Blutjunges Duo aus London, deren Ohrwürmer es aber bereits jetzt mehr als verdient haben, von einem größeren Publikum gehört zu werden.

Evi Vine
Post Rock, Ethereal | Großbritannien
https://www.youtube.com/watch?v=vOv7W-13zQs
Im Grunde hätte sie es verdient, von einem weltweiten Millionenpublikum vergöttert zu werden, dennoch spielt sie nach wie vor in winzigen Clubs, was etwas verwunderlich ist. Manch einer kennt sie sicher schon von ihrer Kollaboration mit The Eden House. Kürzlich veröffentlichte sie ihr zweites Album und es erscheint angemessen, daß dieser Ausnahmekünstlerin mehr Aufmerksamkeit zuteil wird. Es gibt wohl nur wenige weibliche Stimmen, die einen derart in ihren Bann ziehen können, und eingebettet in traumhafte Musik das Herz auf’s Schönste zerquetschen.

Keluar
Minimal Synth | Deutschland/Großbritannien
https://www.youtube.com/watch?v=wIZmtzUCGjk
Quasi das Nachfolgeprojekt der göttlichen Linea Aspera. Im Vergleich noch etwas kälter und härter aber noch immer umwerfend, was vor allem der Stimme von „Zoè Zanias“ geschuldet ist, die direkt unter die Gänsehaut geht.

King Dude
Dark Folk, Americana | USA
https://www.youtube.com/watch?v=BiSnI8vyxx0
Manch einer vermutet hier die Wiedergeburt von Johnny Cash. Sicher nicht ganz, aber der düstere amerikanische Folk von Thomas Jefferson Cowgill ist auf jeden Fall auf seine ganz eigene Art spannend und vermag es, einen Konsens zwischen Vertretern verschiedenster Subszene-Strömungen herzustellen.

Lisa Cuthbert
Alternative, Dark Rock | Großbritannien
https://www.youtube.com/watch?v=pvFcY7p0lHk
Die Presse bezeichnete sie als „düstere Variante von Tori Amos“, was schon ziemlich nah rankommt. Manch einer hat sie vielleicht bei ihrem WGT-Debüt 2010 oder einem ihrer Auftritte als Gastsängerin von Antimatter oder den Sisters gesehen. Auf jeden Fall erlebenswert.

NZ
EBM | Österreich
https://www.youtube.com/watch?v=nZL3BdTpzC0
Junges Projekt mit ganz klaren alten Vorbildern: Pouppée Fabrikk und Nitzer Ebb.

Orphx
Industrial, Techno, IDM | Kanada
https://www.youtube.com/watch?v=D5QzeanQTYI
Kultprojekt aus dem Bereich des hochwertigen technoiden Industrial – zum 1. Mal beim WGT.

Polaroid Kiss
Synthpop, Alternative | Großbritannien
https://www.youtube.com/watch?v=fw1RiP618sY
Recht vielversprechendes Projekt des Produzenten Brandun Reed mit dem Ex-Schlagzeuger von Placebo (Steve Hewitt) und weiteren Gästen.

Snog
Electro, Experimental, IDM | Australien
https://www.youtube.com/watch?v=dFaqsc4lNyk
Eine Band, die man partout in keine Schublade stecken kann. Im Laufe ihrer Karriere trifft Techno auf Country, EBM auf Folk. Man darf gespannt sein auf die Live-Umsetzung.

Sólstafir
Post Rock, Black Metal, Alternative | Island
https://www.youtube.com/watch?v=GL3LVlDtoUY
„Sigur Rós goes Metal“ schreibt die Presse. Und hat Recht und Unrecht zugleich. Eine typisch isländische Band zwischen allen Stühlen, die über Genrezuordnungen nur müde lächeln kann. Auch ihre Videos sind beeindruckend.

Sweet Ermengarde
Gothic Rock | Deutschland
https://www.youtube.com/watch?v=42Q0sNZ9yR4
Interessante neue Band, die das Rad nicht neu erfinden muß, um zu begeistern. Klar haben sie bestimmt mindestens zwei Platten von den Fields im Schrank, aber was kann daran schon falsch sein?

The Present Moment
Minimal Synth | USA
https://www.youtube.com/watch?v=4hs_r2_iuVo
Eine weitere Band aus dem Mannequin Records-Umfeld (Sixth June, Frank (Just Frank), Martial Canterel), die bisher nicht beim WGT gespielt hat.

Online-Magazin „LustSchmerz“ wird mit 31.12. 2012 eingestellt

Mit Jahresende 2012 wird leider das seit über 13 Jahren bestehende Online-Magazin „Lustschmerz“ eingestellt.

Diese Entscheidung erklärt die Lustschmerz-Redaktion um Andrea Schneider wie folgt:

“ (…) Dinge verändern sich. Wir verändern uns. Wir waren immer ein sehr kleines Team, eingespannt in andere Berufe und familiäre Lebensumstände, es wird Zeit uns von dem Bereich zu trennen, der eine ganz wundervolle Geschichte, aber leider keine Zukunft hat. In aller erster Linie sind dies wirtschaftliche Gründe, denn in 13 Jahren hat sich nicht nur LustSchmerz, sondern auch das Internet so stark gewandelt, dass wir zuletzt deutlich zuschiessen und somit nun auch eine klare Entscheidung treffen mussten. (..)“
Quelle: http://www.lustschmerz.com/Artikel.1375+M535c6ab3f7f.0.html

Was ist /war LustSchmerz?

LustSchmerz hat sich als ein SM Online-Magazin für alle Freunde der sadomasochistischen Liebe verstanden. In mehr oder minder regelmässigen Abständen wurden u.a. redaktionelle Beiträge, Stories, Satire, Kunst, Photographie, aber auch Sachthemen wie Ärztlicher Rat, Lexikon, SM-City-Guide und Interviews präsentiert.

Abgerundet wurde dieses Angebot durch ein Forum, einen Kontaktanzeigenbereich sowie eine Mailingliste. An dieser Mailingliste nahmen bis zu 1000 Personen teil und der Traffic an Spitzentagen betrug über 70 Mails.

Nicht unerwähnt sollte auch der LustSchmerz-Story-Preis,die Aktion „Lustschmerz-Bekennerschreiben“ sowie die „Federführung“ im AK184 sein.

Das „Lustschmerz Bekennerschreiben“ ging mit dem 1.Relaunch Ende 2000 online. Die Idee begründete sich auf die STERN Aktion 1971, in der prominente Frauen gestanden „Wir haben abgetrieben“. Allen voran Alice Schwarzer und es erschien der LS-Redaktion spannend, sie mit ihren eigenen Ideen mit dem Thema SM zu konfrontieren, da sie gerade SM Frauen damals ja die Freiheit zu selbstverantwortlich gewählter Lust absprach.

Im Grunde war dies eine sehr politische Aktion. Im Laufe der Zeit haben ca. 500 BDSM-liebende Menschen online mittels Foto ihr Gesicht gezeigt und sind damit öffentlich zu ihrer Neigung gestanden. Da in den darauf folgenden Jahren sich gesellschaftspolitisch einiges zum Positiven gewendet hat, wurde diese Aktion 10 Jahre später vom Netz genommen.

Des-weiteren übernahm Lustschmerz Ende 2000 für ca. 12 Ausgaben den monatlichen Sendeplatz des „Projekt Suspekt“ im Offenen Kanal Hamburg (Hörfunk).

Der letzte Relaunch dieses Webprojektes erfolgte im August 2011 und präsentierte sich in der Folge vor allem als Online Portal für Menschen mit burlesquem LifeStyle.

Da es ab 1. Januar 2013 kein Zugriff mehr auf www.lustschmerz.com möglich sein wird, besteht bis 31.12. 2012 noch die Möglichkeit gegebenenfalls Inhalte zu archivieren.

Kommentar: An dieser Stelle ein Danke an die Lustschmerz-Redaktion um Andrea Schneider für ihr langjähriges Engagement für die sadomasochistischen Subkultur. Wie man aus Obigen ersehen kann, wurde durch Lustschmerz einiges erreicht bzw. auch Denkanstöße u.ä. bewirkt.

Quelle: SWL

Online-Magazin „LustSchmerz“ wird mit 31.12. 2012 eingestellt

Mit Jahresende 2012 wird leider das seit über 13 Jahren bestehende Online-Magazin „Lustschmerz“ eingestellt.

Diese Entscheidung erklärt die Lustschmerz-Redaktion um Andrea Schneider wie folgt:

“ (…) Dinge verändern sich. Wir verändern uns. Wir waren immer ein sehr kleines Team, eingespannt in andere Berufe und familiäre Lebensumstände, es wird Zeit uns von dem Bereich zu trennen, der eine ganz wundervolle Geschichte, aber leider keine Zukunft hat. In aller erster Linie sind dies wirtschaftliche Gründe, denn in 13 Jahren hat sich nicht nur LustSchmerz, sondern auch das Internet so stark gewandelt, dass wir zuletzt deutlich zuschiessen und somit nun auch eine klare Entscheidung treffen mussten. (..)“
Quelle: http://www.lustschmerz.com/Artikel.1375+M535c6ab3f7f.0.html

Was ist /war LustSchmerz?

LustSchmerz hat sich als ein SM Online-Magazin für alle Freunde der sadomasochistischen Liebe verstanden. In mehr oder minder regelmässigen Abständen wurden u.a. redaktionelle Beiträge, Stories, Satire, Kunst, Photographie, aber auch Sachthemen wie Ärztlicher Rat, Lexikon, SM-City-Guide und Interviews präsentiert.

Abgerundet wurde dieses Angebot durch ein Forum, einen Kontaktanzeigenbereich sowie eine Mailingliste. An dieser Mailingliste nahmen bis zu 1000 Personen teil und der Traffic an Spitzentagen betrug über 70 Mails.

Nicht unerwähnt sollte auch der LustSchmerz-Story-Preis,die Aktion „Lustschmerz-Bekennerschreiben“ sowie die „Federführung“ im AK184 sein.

Das „Lustschmerz Bekennerschreiben“ ging mit dem 1.Relaunch Ende 2000 online. Die Idee begründete sich auf die STERN Aktion 1971, in der prominente Frauen gestanden „Wir haben abgetrieben“. Allen voran Alice Schwarzer und es erschien der LS-Redaktion spannend, sie mit ihren eigenen Ideen mit dem Thema SM zu konfrontieren, da sie gerade SM Frauen damals ja die Freiheit zu selbstverantwortlich gewählter Lust absprach.

Im Grunde war dies eine sehr politische Aktion. Im Laufe der Zeit haben ca. 500 BDSM-liebende Menschen online mittels Foto ihr Gesicht gezeigt und sind damit öffentlich zu ihrer Neigung gestanden. Da in den darauf folgenden Jahren sich gesellschaftspolitisch einiges zum Positiven gewendet hat, wurde diese Aktion 10 Jahre später vom Netz genommen.

Des-weiteren übernahm Lustschmerz Ende 2000 für ca. 12 Ausgaben den monatlichen Sendeplatz des „Projekt Suspekt“ im Offenen Kanal Hamburg (Hörfunk).

Der letzte Relaunch dieses Webprojektes erfolgte im August 2011 und präsentierte sich in der Folge vor allem als Online Portal für Menschen mit burlesquem LifeStyle.

Da es ab 1. Januar 2013 kein Zugriff mehr auf www.lustschmerz.com möglich sein wird, besteht bis 31.12. 2012 noch die Möglichkeit gegebenenfalls Inhalte zu archivieren.

Quelle: SWL

Diplomarbeit „Sadomasochismus und S/M 1991“ im Web abrufbar

Carsten Kulla (Mitgründer der Gruppe SMile Marburg) hat kürzlich seine aus dem Jahre 1991 stammende Diplomarbeit

„Sadomasochismus und S/M 1991 Die Funktion der Subkultur für die Identitätsbildung“

auf seiner Website (s.u.) veröffentlicht.

Für den Abschluss seines Studiums der Erziehungswissenschaften reichte er damals seine Arbeit mit dem Titel „Die Funktion der Subkultur für die Identitätsbildung – Probleme der Erwachsenenbildung“ ein.

Warum er ausgerechnet S/M als Thema für seine Diplomarbeit gewählt hat führt er im Vorwort aus dem Jahre 2012 unter anderem an:

„(..) Doch über S/M schreiben zu können, war für mich die einzigartige Chance, mich 6 Monate lang intensivst mit gerade dem Thema auseinandersetzen zu dürfen, dasmich damals 1991 am meisten beschäftigte und sozusagen zu meinem Lebensthema geworden war.Ich hatte schon immer – oder zumindest solange ich zurückdenken konnte – entsprechende Phantasien, und wie so viele hatte ich mich lange Jahre nicht getraut, mit anderen darüber zu sprechen (..)

Rückblickend bewertet er seine Arbeit mit den Worten:

„Zusammenfassend lässt sich behaupten, es hat sich gelohnt, dass damals ein paar wenige angefangen haben, sich dafür zu engagieren. Und es hat sich für mich persönlich ebenso gelohnt, dass ich mich damals getraut habe, diese Arbeit zu schreiben, auch wenn das Ergebnis sicherlich besser hätte ausfallen können. Aber vielleicht gibt es ja auch heute (wie immer wieder in all den Jahren dazwischen) wieder Leute, die sich in einer Bachelor-Arbeit o. ä. wissenschaftlich mit dem Thema auseinandersetzen möchten. Bedarf gäbe es genug. Und kann meine Arbeit sie dazu ermutigen oder gar dabei unterstützen. Ich würde mich darüber freuen“.

Im Nachwort kam er bereits 1991 zu folgenden Schlußfolgerung:

„Als Ergebnis dieser Arbeit lässt sich zusammenfassend festhalten, dass insbesondere subkulturelle Organisationsformen es SadomasochistInnen wesentlich erleichtern, zum einen entsprechende Gelegenheiten zu finden, ihre Sexualität innerhalb eines geschützten Raumes auszuleben, und zum anderen durch den Kontakt und Austausch mit Gleichgesinnten zu einer positiven Umwertung ihrer gesellschaftlich ansonsten stigmatisierten Neigungen zu gelangen. (..)

Kommentar: Mit dieser Diplomarbeit wird ein Einblick in die S/M-Szene Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrtausends gegeben und sie stellt für uns im Grunde auch ein zeitgeschichtliches Dokument dar.

Es wäre wünschenswert, wenn dies – zumindest zu einem kleinen Anstoß – zur Stärkung des Geschichtsbewußtseins der BDSM-Szene /-Subkultur führen würde.

Dadurch wird natürlich auch bewusst gemacht, dass für viele Menschen BDSM vor der Veröffentlichung von „Shades Of Grey“ einen gewissen Stellenwert besaß.

An dieser Stelle ein Danke an Carsten für seine geleistete Arbeit und die Zurverfügungstellung seiner Diplomarbeit.

für weitere Infos: Downloadlink der Diplomarbeit (841 KB PDF):
http://www.carschti.com/Sachtexte/Sadomasochismus_und_SM_1991.pdf
E-Mail an Carsten: liedermaching@carschti.com

Quelle: SWL

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