Klimt und Kink: Domina inszeniert provokante Auseinandersetzung in der Secession

Die britische Künstlerin Reba Maybury, bekannt als „Mistress Rebecca“ aus dem BDSM-Bereich, präsentiert derzeit eine umstrittene Installation im Wiener Kunstraum Secession. Ihre Arbeit setzt sich kritisch mit Gustav Klimts Werk und der historischen Verflechtung von Kunst, Prostitution und männlicher Dominanz auseinander.

Maybury argumentiert, dass der Jugendstil in Wien untrennbar mit dem Milieu prostituierter Künstlerinnen verbunden war – ein Faktum, das ihrer Meinung nach lange verdrängt wurde. Sie bezieht ihre Kunden nun aktiv in ihren künstlerischen Prozess ein: Diese führen reproduzierte Klimt-Bilder im Stile von „Malen nach Zahlen“ aus und werden so zu Teil der performativen Kritik.

Die Installation umfasst subtile Interventionen am Gebäude, darunter eine gläserne Decke mit Kussspuren eines Subjekts sowie Schriftzüge auf der Fassade. Im Grafischen Kabinett führte Maybury zudem Aktionen durch, bei denen männliche Teilnehmer zur Unterwerfung aufgefordert wurden – ein direkter Angriff auf die historische Männerdominanz in der Secession; das Gebäude der Secession wurde 1898 bezogen.

Klimts „Beethovenfries“, seit 1986 permanent im Gebäude installiert und jährlich von rund 140.000 Besuchern bewundert, wird durch Mayburys Installation neu interpretiert. Die Ausstellung beleuchtet damit nicht nur Klimts Werk und seine Zeit, sondern verwebt auch persönliche Erfahrungen aus dem Kink-Bereich mit einer gesellschaftskritischen Reflexion über Machtstrukturen und Geschlechterrollen; einen neuen Zugang zur Epoche bietet zudem die Neuaufstellung der Schausammlung Wien 1900 im MAK. Die Präsentation läuft bis zum 31. Mai.

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