SM-Wünsche und Bedenken: Was ist erlaubt?

Der Wunsch nach intensiveren sexuellen Erfahrungen, jenseits konventioneller Vorstellungen, scheint weit verbreitet zu sein. Viele Menschen suchen den Reiz von Szenarien mit Dominanz und Subjugation – ein Trend, der sich auch in Suchanfragen zum Thema Bondage widerspiegelt.

Ein Leser des Magazins wandte sich an die Expertin Julie mit Fragen rund um das Erleben einer Domina-Session. Die Angst vor negativen Erfahrungen ist verständlich; jedoch betonten Fachleute aus der Szene, dass es keinen Grund zur Scham gibt und viele Menschen ähnliche Vorlieben teilen.

Wichtig bei solchen Begegnungen sind offene Kommunikation und die Abklärung von gesundheitlichen Aspekten im Voraus. Die Grenzen des Erlaubten werden dabei nicht durch die Domina vorgegeben, sondern in einer vorherigen Absprache zwischen allen Beteiligten festgelegt – Vertrauen und das Einhalten vereinbarter Tabus spielen hier eine zentrale Rolle.

Die Expertin rät dazu, SM-Wünsche auszuleben. Wie bei jeder Dienstleistung gibt es jedoch auch im BDSM-Bereich Unterschiede in der Qualität.

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Der Sündikat-Montagsstammtisch

Der Suendikat-Montags -aeltester Szene-Stammtisch Deutschlands – findet jeden ersten Montag im Monat, das naechste mal also am 03.10.2016 ab 20:00 Uhr im Cafe „Absurd“ Clemens-Schultz-Strasse 84, 20359 Hamburg-St. Pauli (hinter dem Vorhang) statt.
Dieser Stammtisch richtet sich an alle SMer, unabhaengig von ihrem Geschlecht und Ausrichtung. Vom Anfaenger bis zum „alten Hasen“, Top, Switch, Sub, Single oder Paar, Hetero, Bi, Lesbisch oder Gay – alle sind willkommen…
fuer weitere Infos:
Web: http://www.sm-hamburg.de/montagsstammtisch/
E-Mail: suendikat@gmx.de

Quelle: SWL

 

BDSM-Szene trauert: Domina nach Tod von Martin (45) bedingt verurteilt

Ein Berufungsverfahren im Fall eines Todes bei einer BDSM-Sitzung ist zu Ende gegangen. Eine als Domina tätige 29-Jährige wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung mit tödlichem Ausgang schuldig befunden und erhielt eine bedingte Strafe von drei Jahren zur Probezeit.

Der Mann, der sich Martin nannte und die Domina für eine Atemkontrolle engagiert hatte, bereitete selbst ein Seilarrangement vor. Er wollte bewusstlos werden und sich in diese Schlinge legen; währenddessen sollte sie ihm mit einem Schuhband das Atmen erschweren. Der Tod von Martin wurde durch dieses Vorgehen verursacht.

Das Gericht zeigte Milde aufgrund der Geständniserklärung, bisherigen Unbescholtenheit sowie dem Eindruck, den die Angeklagte hinterlassen hat; zudem offenbarte sie nach dem Vorfall Reue. Die Staatsanwältin gab zunächst keine Erklärung ab und erhob keinen Einspruch gegen das Urteil.

Um sich rechtlich abzusichern, hatte Martin eine Vereinbarung unterzeichnet, in der er die volle Verantwortung für Risiken und gesundheitliche Schäden übernahm – inklusive des Hinweises auf ein potenzielles Todesrisiko. Er installierte im Hotelzimmer zudem an einer Garderobenstange ein Kletterseil mit vorbereiteter Schlinge.

Die Domina ließ sich von dem Freier, der als erfahrener Praktizierter in Erscheinung trat und ihr gegenüber behauptete bereits ähnliche Vorhaben durchgeführt zu haben, zur Durchführung dieser Praxis überzeugen. Sie hat ihre Tätigkeit inzwischen eingestellt; sie leidet unter Albträumen infolge des Geschehens.

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Wien: Domina nach tödlichem Sex-Unfall verurteilt

Ein Wiener Gericht hat eine Prostituierte, die als Domina tätig war und im Vorjahr einen ihrer Klienten zu Tode gebracht hatte, wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung mit Todesfolge schuldig befunden. Das Strafmaß beträgt zwei Jahre Freiheitsstrafe unter Anordnung einer dreijährigen Probezeit.

Die 29-Jährige drosselte den 45-jährigen Mann am 12. September 2015 auf dessen Wunsch in einem von ihm angemieteten Hotelzimmer mit einem Schuhband, das einen Zentimeter breit war, bis zur Bewusstlosigkeit und ließ ihn anschließend in eine vorbereitete Schlinge gleiten.

Das Gericht ging bei der Strafbemessung davon aus, dass ihr Nachtatverhalten sowie weitere Umstände wie ihre bisherige Unbescholtenheit, ihr Geständnis und der Eindruck, den sie hinterlassen hat, ein milderes Urteil rechtfertigen. Ansonsten hätte die Tat einen deutlich höheren Straframeinigungspunkt beruhen lassen.

Die Verurteilte nahm das Urteil nach Rücksprache mit ihrem Verteidiger Martin Mahrer an und ist seit dem Vorfall nicht mehr als Domina tätig.

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SundMehr am 30.09.2016 – „Wie sag ich’s meinen Eltern?“

Der Gesprächskreis SundMehr trifft sich wieder am 30.09.2016 um 20.00 Uhr in der „Traube“, Hauptstr. 35/37, 71394 Kernen-Rommelshausen.

Für viele Eltern mit sadomasochistischen Neigungen stellt sich die Frage: „Wie sag ich’s meinem Kinde? Oder verheimliche ich es lieber?“ Viele entscheiden sich, solange sie können, für letzteres und so zieht sich die Angst vor Entlarvung und unbeabsichtigtem Coming-Out noch ins Privateste des Privaten: In die Familie und das Verhältnis zu den Kindern. Beklemmend, wenn man ja eigentlich seine Kinder nicht anlügen will und gern ein Verhältnis zu ihnen pflegen würde, bei dem man sich gegenseitig voll vertrauen kann, weil jeder weiß, er kann ganz offen sein und muss nichts verheimlichen. Dabei wissen die Kinder vielleicht schon längst was Sache ist, während die Eltern sich einreden, dass sie ja nicht ahnen können, was wirklich im Schlafzimmer vor sich geht.
Vielleicht steht ja manches Kind vor dem Problem, wie sag ich’ meinen Eltern, dass ich schon längst Bescheid weiß? Oder ist das alles nur Paranoia? Bekanntermaßen wollen viele Kinder ja rein gar nichts von der Sexualität ihrer Eltern wissen– oder, ist es nur eine Frage der Ebene, auf der man darüber spricht?

Wir laden ein, zu einem Elternabend der ganz besonderen Art und haben uns bemüht, inzwischen herangewachsene Kinder einiger Eltern des Gesprächskreises einzuladen, um über ihre Erfahrungen zu berichten, wie es ihnen mit all dem ging –oder geht. Aufklärung, mal ganz andersrum! Weitere herangewachsene Kinder von Eltern aus unserem Kreise sind willkommen! Damit wir abschätzen können, wie viele kommen, wäre Anmeldung über info@sundmehr.de nett. Wer vor allem etwas essen will, sollte nach Möglichkeit eine Stunde früher erscheinen, damit gehäufte Bestellungen den Gesprächsverlauf nicht zu sehr beeinträchtigen.

Quelle: SWL

26.11.2016 in Kernern: Workshop für Paare: Besser führen und sich führen lassen

Der Gesprächskreis SundMehr bietet am Samstag, 26. November 2016 einen Paar-Workshop zum Thema „Besser führen und sich führen lassen“ an.
Hier der Ausschreibungstext:

Workshop für Paare: Besser führen und sich führen lassen

Egal, ob der Schwerpunkt auf Dominanz/Submission, Bondage oder Sadomasochismus liegt – beim erotischen Spiel mit BDSM scheint alles klar und einfach: Der aktive Part gibt die Richtung vor, der passive darf folgen müssen. Wir können das bereits genießen, aber manchmal wünscht sich der eine oder die andere, sich in seine Rolle besser fallen lassen zu können. Vielleicht wird man zwar entsprechend seines Wunsches geführt, ist manchmal aber unzufrieden mit Weg, Richtung oder Ziel? Oder der Führende hat Mühe die Richtung vorzugeben, weil sein Partner sich trotz aller gegenteiligen Bekundungen, geführt werden zu wollen, sträubt? Man spürt oder findet in die Rolle des Führens nicht hinein… vielleicht macht auch die Machtausübung mehr Spaß als unter dem Vorzeichen der Einvernehmlichkeit möglich ist…
Gerade bei der Erotik geht es trotz verteilten Rollen um Teamplay, das am Besten klappt, wenn die Kommunikation stimmt. Beim Workshop wird die Möglichkeit gegeben, diese zu trainieren sowie sich selbst und seinen Partner besser kennen zu lernen, in dem außerhalb erotisch aufgeladener Situationen erkundet wird, wie sich die jeweilige Rolle anfühlt. Die so gewonnenen Erkenntnisse lassen sich dann, wenn es wirklich drauf ankommt, in die Intimität übertragen, sodass wir besser aufeinander eingestellt sind und uns besser führen oder führen lassen können.
Eingesetzt werden hierzu methodische Übungen aus dem Bereich des Coaching.

Workshopleitung: Joe Wagner www.joe-wagner.de

Zielgruppe: Paare, die in ihrer Liebes- oder auch konstanten Spielbeziehung miteinander BDSM Erotik ausleben.
Kosten: 35,- Euro pro Person – vor Ort zu entrichten.
Termin: Samstag, 26.11.2016.
Uhrzeit: 10:00 Uhr bis 14:30 Uhr mit 30 Minuten Pause.
Ort: 71394 Kernen (genaueres nach verbindlicher Anmeldung).
Mitzubringen: bequeme Alltagsbekleidung, sowie ein Besenstiel (pro Paar).

Anmeldung per Email an Joe Wagner über dscho.wagner@web.de. Stichwort: Paarworkshop

Anmeldeschluss 19.11.2016

Wer will, ist herzlich eingeladen, am Vorabend, 25.11.2016 um 20:00 Uhr
zum „Warming-Up“ im Gesprächskreis SundMehr. Thema: „Schuld und Scham als Sadomasochist?…“. Zu Gast wird ein Pfarrer sein. Es besteht für weiter Gereiste Übernachtungsmöglichkeit im angeschlossenen, bürgerlichen Hotelbetrieb (bitte selbst dort anfragen und reservieren).

 

Quelle: SWL

Prozess in Wien nach tödlichem Sexunfall

In Wien steht eine Prostituierte vor dem Straflandesgericht, die sich wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung mit Todesfolge verantworten muss. Der Fall geht auf den 26. September zurück.

Bei einem Vorfall in einem Wiener Hotel wurde ein Mann im Alter von 45 Jahren leblos gefunden – er war in einer Schlinge aufgehängt worden, und die Beschuldigte wird ihm als mitschuldige Person betrachtet; es handelt sich um einen tödlichen Sexunfall.

Die Anklage lautet auf absichtliche schwere Körperverletzung mit Todesfolge.

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Schlagzeilen-Kolumne: Von Opfern und Tätern oder so ähnlich

Zurzeit gibt es auf Fetlife.com gerade zwei spannende Diskussionen zu zwei Seiten eines alten Problems, nicht nur innerhalb der SM-Szene. In der einen Diskussion geht es um ?Predators?, im engeren Sinne also die menschlichen Raubtiere, die auf der Jagd nach Beute sind und wie Veranstaltungen sicherer werden können, damit es diese Raubtiere nicht mehr so leicht haben ein Opfer zu finden.
In der anderen Diskussion geht es um den Anteil der ?Opfer?. Also darum, warum diese Personen Warnungen aus dem Wind schlagen, sich in Gefahr begeben und damit eben auch eine Verantwortung für die Situation haben.

In keiner der Diskussionen geht es darum, …

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Berlin „Eurix Autumn 2016“ vom 12.09.2016 – 18.09.2016

In der Zeit vom 12. – 18. September 2016 findet in der Alten Börse Marzahn (s.u.) das Bondage-Event „Eurix Autumn 2016“ statt.

„Eurix“ stellt eine offene Plattform für die internationale Rigger und Modelle mit einem Fokus auf die neuesten Entwicklungen in Bondage in Europa dar. Erfahrene Moderatoren (Rigger und Modelle) aus ganz Europa sind für eine Woche des Austausches und der Forschung in Form von Workshops, Vorträgen, Experimenten, Sitzungen und Veranstaltungen eingeladen.

Teilnehmende Rigger und Modelle sind:

Anna Bones & Fred Hatt (London), Andrea Ropes & Clementine Poulain (Bologna), Andy Buru (Stockholm), Bob Ropemarks (Amsterdam), Caritia (Berlin), Gluwur (Barcelona), Gorgone (Berlin), Matthias T.J. Grimme & Jemina (Hamburg), Scot Kinbaku (Copenhagen)

Zur „Stimulierung“ des Prozesses können zusätzliche hundert Personen an dieser Veranstaltung und somit am Austausch mit den Moderatoren teilzunehmen – sei es z.B. dabei zu lernen, um Fragen zu stellen oder Feedback zu geben. Eine Anmeldung ist per Mail (s.u.) möglich.

Die Idee hinter „Eurix“ ist es, einen Raum für den Austausch über technische, künstlerische und philosophische Aspekte der Praxis zu schaffen. Die Teilnahme von Experten aus verwandten Bereichen (z.B. Anatomie, BDSM) runden das Programm ab.

Am Freitagabend findet ein Performance-Abend und zum Abschluss am Samstagabend eine Play-Party statt.

– Veranstaltungsort: Alte Börse Marzahn, Zur Alten Börse 59, 12681 Berlin

– Kostenbeitrag für „Studenten“:
Paar – (Rigger + Model): 200,- EUR
Einzelperson: 100,- EUR

– Dresscode: casual/fancy/Japanese/naked

 

 

Quelle: SWL

Rückschau: SundMehr – Fetisch oder Vorliebe?

Am 2. September 2016 trafen sich zum ersten Gesprächskreis nach der thematischen Sommerpause sieben Leute mit sadomasochistischen Interessen, um sich über „Fetisch oder Vorliebe“ auszutauschen. Schon bei der Einstiegsfrage, ob die Anwesenden bei sich einen Fetisch ausmachen, stellte sich als große Übereinstimmung heraus, dass es in der Regel um das Zusammenspiel von Situation und Person ankommt. Nur eine Teilnehmerin fiel spontan als möglicher Fetisch ein, einen Mann in High-Heels, Strumpfhose und Rock vor sich zu haben, –was sie selbst nicht tragen würde. Andere sprachen eher von einem „Fimmel“, den sie bei sich ausmachten, statt von einem Fetisch. Ein Teilnehmer führte noch
differenzierter aus, dass es für ihn darauf ankäme, was sich ergibt: das könne heute so sein, morgen anders. Ein Anwesender meinte dagegen, ihn mache alles an, was im Kontext von SM Erwachsene, gegengeschlechtliche Leute, einvernehmlich miteinander anstellten könnten. Vielleicht sei die Thematik „SM“ für ihn an sich ein Fetisch.

Durch diese anfänglichen Statements entfernte sich das Gespräch schnell von der Unterscheidung zwischen Fetisch und Vorliebe. Eher ging es um Situationen und Gefühle, die man für unabdingbar für eine erfüllte Sexualität betrachtet, statt um einen Gegenstand oder ein bestimmtes Material.

Wenn das Gegenüber nicht passe, könne sie machen, was sie will, beschrieb ein Anwesender sein Empfinden. Ganz albern fand er die klischeehafte Werbung im Fernsehen „Ruf! Mich! An!“. Auch ein anderer fand, dass eine Frau noch so erotisch aufgebretzelt vor ihm stehen und attraktiv aussehen könnte,– wenn ihre verbalen Äußerungen eine eher geringe Intelligenz und einen schlichten Charakter erkennen ließen, würde das ihn schon ablöschen. Stellt Intelligenz und Charakter vielleicht bereits einen Fetisch dar?

Fetische lassen sich nicht immer umsetzen, meinte eine Anwesende, die als ironisches Beispiel schilderte, am liebsten am kleinen Zeh an der Kirchturmuhr festgebunden zu werden. „Manches muss auch nicht erlebt werden, und es reicht das Kopfkino! Ich kann von der Südsee träumen und muss dennoch nicht hingefahren sein!“

Aber was wenn die Sehnsucht so groß ist, dass man das Gefühl hat, kaum noch weiterleben zu können, wenn man diese oder jene Erfahrung nicht gemacht hat? Warum ist für viele Sadomasochisten erfüllte Sexualität nur vorstellbar, wenn sie auf BDSM basiert? Zum vollständigen Fetischismus gehört, dass der betreffende Mensch ohne seinen Fetisch nicht erregt, befriedigt und zum Höhepunkt gelangen kann. Was, wenn zwar ein Orgasmus möglich ist, aber der Sex halt nicht als so erfüllend erlebt wird, wie er sein könnte, wenn endlich lange gehegte Träume erlebt würden?

In Beziehungen stimmt doch immer irgendetwas nicht, warf ein Anwesender ein. Das perfekte Kopfkino käme höchstens beim Drehbuch zum Tragen, das man bei einer professionellen Dienstleisterin http://www.sundmehr.de/Termine/20160401.htm abgeben kann– und dann sei ja das Enttäuschende, dass die Träume des Kunden nicht aufgrund der eigenen Bedürfnisse der Domina erfüllt werden, sondern weil es sich um eine Geschäftsbeziehung handelt.

Und umgekehrt: wenn ein Beziehungspartner auf den Fetisch des anderen „nur“ ihm zur Liebe eingeht, wird dies an der Atmosphäre beim Spiel zu merken sein; die weniger intensiv, weniger authentisch rüber kommt.

Ein Dilemma, was viele Sadomasochisten in langjährigen Beziehungen kennen und viele davon abhält, eine Beziehung einzugehen, obwohl sie sich sehr danach sehnen. Auslagern wollen sie nichts, nur für den anderen tun (oder aus Liebe: getan bekommen), fühlt sich auch nicht gut an. Am besten wäre eine Gedankenverschmelzung der Sehnsüchte beider Beteiligten. Besser sei es schon, den Fetisch oder die Vorliebe auszulagern und sich diese außerhalb einer Beziehung befriedigen zu lassen, meinte einer der Anwesenden,– was vor allem bei Beziehungskonstellationen notwendig erscheint, wo beide Partner dominant sind; und seiner Beobachtung nach auch oft klappt.

Im Gespräch würden enttäuschende Besuche in Swingerclubs zitiert, bei
denen nach dem anfänglichen Reiz am Ambiente festgestellt wurde: dass es doch nur um körperlichen, reinen Sex ging. Sind wahre Sadomasochisten also die besseren Romantiker?

Doch gibt es auch Leute, die sadomasochistische Praktiken nicht mal als Sexualität verstehen. Von diesen muss jeder für sich selbst klären, ob die lustvollen Gefühle, die er bei der Zufügung von Schmerz, bei Erniedrigung und Hilflosigkeit erlebt, die gleiche Qualität haben, wie der Endorphin-Rausch bei einer Motorradfahrt, beim Lesen eines spannenden Buches oder dem Essen eines perfekt gekochten Menüs. Ist Lust gleich Lust, oder tragen dann SM-Praktiken nicht deutlich erotischere Züge, selbst wenn Geschlechtsverkehr nicht mal angestrebt wird? Handelt es sich dann nicht doch, trotz aller Leugnung, um Sexualität?

Nicht aufgeklärt wurde im Gespräch auch, wo der Unterschied liegt, zwischen der aus der Beziehung offen ausgelagerten Erotik zum, als enttäuschend beschriebenen Besuch eines Swingerclubs, eines SM-Studios oder einer Party http://www.sundmehr.de/Termine/20160429.htm. Alles sei legitim, meinten die Anwesenden schließlich. Letztlich könnten das alles auch gelungene (Not-?) Lösungen sein.

Doch die Suche nach einem gemeinsamen Nenner kann auch Chance sein, erklärte eine Anwesende, die sich selbst im Ursprung nicht als Sadomasochistin bezeichnet. Dabei wurde eingeworfen, dass Fetische und Vorlieben sich an sich nicht verändern, allerdings erweitern lassen. Als sexuell ganz allgemein interessierter Mensch sollte man viele Möglichkeiten haben, mit jemandem glücklich zu werden, für den Sadomasochismus fester Bestandteil seiner Identität ist, meinte die Teilnehmerin– und auch ein SMer mit diesem. Ob dies auch auf Beziehungskonstellationen zutrifft, wo letzerer definitiv auf Dominanz, bzw. die aktive Seite SMiger Spielarten steht, wurde nicht angesprochen, – müsste ein nicht masochistischer Partner doch dann gegebenenfalls lernen, Schmerzen zu erotisieren.

Doch für alle anderen Situationen schien die Aussage, dass Sadomasochisten ja so schwer einen passenden Partner finden weil, sie anders seien, als überhöhter Grabenkampf. Wir hier –- die Vanillas dort. Vor allem Sadomasochisten sind dann eingeschränkter, als allgemein sexuell aufgeschlossene Mitbürger; Anzeichen dafür, dass für viele Sadomasochismus doch einen begrenzenden Fetisch darstellt, der eine erfüllte Sexualität und das Finden einer Partnerschaft eher erschwert?

Es könne gut tun, die Dramatik zwischen Vorliebe und Fetisch etwas tiefer zu stapeln, wurde in der Runde geäußert. Der verständliche Versuch, seine Träume und Wünsche ernst zu nehmen, kann den Umgang mit der eigenen Sexualität auch schwieriger machen, weil das spielerische Element verloren zu gehen droht. Statt lustvoll, wird dann jede Interaktion bierernst genommen und verliert den lebendigen Austausch zwischen den Akteuren.

 

Quelle: SWL

 

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